Shopping: Streifen

Collage ©Franziska Steinle

Streifen sind das Muster von Chanel, Yves Saint Laurent und Gaultier – und aus keinem Kleiderschrank mehr wegzudenken. Fashion Editor Madeleine hat die schönsten Teile für den Sommer zusammengestellt

Die Geschichte des gestreiften Shirts reicht zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts – lange bevor Labels wie Chanel, Yves Saint Laurent oder Jean Paul Gaultier es in ihr Repertoire aufnahmen. Es war die französische Marine, die ab 1858 ganz offiziell ihre Matrosen mit einem blau-weiß geringelten Baumwoll-Oberteil ausstatte. Marinière wurde das Kleidungsstück genannt – oder auch Breton Shirt, da viele Seemänner damals aus der Bretagne stammten. Für das Shirt gab es feste Vorschriften: Genau 21 weiße Streifen sollte es zählen. Angeblich dienten sie als Erinnerung an die Siege, die Napoleon bei Seeschlachten gegen die Briten gelangen. Eine andere Legende besagt, dass das Streifen-Muster dabei half, einen über Bord gegangenen Matrosen schneller ausfindig zu machen. Jedenfalls sollte sich das Oberteil bald bei Fischern und Seeleuten außerhalb der Marine großer Beliebtheit erfreuen, und auch die russische Navy adaptierte das Streifenmuster.

 

Den Weg in die Mode fand es über Coco Chanel. Wie viele Franzosen suchte sie gern die Nähe des Wassers. Eines Tages beobachtete sie einige Seemänner in Breton Shirts an der Küste. Inspiriert von ihrer Kleidung und dem maritimen Lebensgefühl, trug sie fortan selbst ein Streifenshirt und brachte es ins elegante Paris. Natürlich galt ihr wenig femininer Look erst einmal als modischer Tabubruch, doch das interessierte sie nicht  – ebenso wie bald viele weitere Frauen. Heute gehören Streifen zum Signature-Look von Chanel.

In den darauffolgenden Jahren und insbesondere ab den 1950ern entdeckten Künstler, Schauspieler und Intellektuelle das geschichtsträchtige Design für sich. Legendäre Aufnahmen im Streifenshirt gibt es von Ikonen wie Brigitte Bardot und Audrey Hepburn. Doch auch große Männer wie Pablo Picasso, James Dean oder John Wayne trugen es gern. Andy Warhol bekannte sich ebenfalls zu dem Muster und bald entwickelte es sich in seinem Bekannten- und Freundeskreis, zu dem auch auch seine Muse Edie Sedgwick zählte, zu einer Art Uniform.

Heute gehört das Marinière zu den Essentials in jeder Garderobe – ganz unabhängig von Alter, Anlass oder Label. Es ist wohl eines der demokratischsten Kleidungsstücke der Modegeschichte – und schon lange muss es nicht mehr blau-weiß (und mit 21 Streifen ausgestattet) sein. Die schönsten Streifen-Teile von Shirt, über Kleid bis hin zur Tasche haben wir in diesem Shopping-Artikel recherchiert!

Madeleine ist Modejournalistin. Für Mode begeistert sie sich, seit sie denken kann – besonders für Kaschmirpullover und Schmuck. Nach fünf Jahren im Moderessort der deutschen Vogue in München beschloss sie, eine neue Herausforderung anzunehmen und nach Berlin zu ziehen. Als Fashion Editor bei hey woman! kann sie ihre Leidenschaften für Styling, Creative Direction und das Schreiben vereinen. Madeleine imitiert gerne Schweizer Akzente und versucht sich als Köchin.

©Phillip Schlegel