Shopping: Socken

©Franziska Steinle

Socken können ein wahres Stilstatement sein. Madeleine haben es besonders die sportlichen Modelle angetan – mit Logos von Gucci, Balenciaga und Co.

Socken sind mein neues Thema. Jahrelang habe ich 10er-Packs mit schwarzen Exemplaren gekauft. Gleiches Modell, gleicher Laden, ganz einfach und ohne nachzudenken. Weiß, gemustert oder mit Logo – das war alles keine Option. Wenn ich mal einen Strumpf verliere, kein Problem, der Schrank ist voll mit Nachfolgern. Eine Sorge weniger also, zumal ich eigentlich überhaupt gar keine Strümpfe tragen mag. Sie implizieren, dass der Sommer vorbei ist, dass es jetzt kalt ist und es vernünftig wäre, Fuß und Knöchel zu bedecken. Winter und ich, wir sind kein Team.

Die letzten Monate hat sich jedoch etwas verändert. Nach und nach ziehen ein paar neue Socken in meine Schrankschublade ein. Doch sind es nicht die bunten Modelle oder die Paar mit hysterischen Mustern. Ganz und gar nicht. Die, die ich toll finde, sind überaus schlicht, vielmehr aggressiv sportlich, weiß, gerippt und werden von einem Logo geziert.

Ich glaube, genau diese Socken sind die neuen Trikots, nur ohne Sport. Gänzlich ohne athletischen Hintergedanken, dafür mit ästhetischem. Zwar dienen sie dem ursprünglichen Zweck nicht mehr (reinschwitzen), aber sind immer noch bequem und vor allem jetzt modisches Statement: Mit Logo-Socken zeigt man Zugehörigkeit zu einer bestimmten Stilvision, beziehungsweise einem Label. Das heißt die große Frage ist: In welchem Team spielt man? Balenciaga, Gucci, 032c oder doch Isabel Marant? Wem das alles zu kompliziert ist, der ist bei den Klassikern unter den Sportsocken von Adidas oder Nike nach wie vor hervorragend aufgehoben. Doch das Tolle ist ja, es geht um Mode und nicht um Sport. Man muss sich nicht komplett festlegen, man darf sein Team auch wechseln. Aber sind wir mal ehrlich: Das eigentliche Problem ist dann in Zukunft nicht mehr “welche Socke?”, sondern: Wo ist die andere Socke?

Madeleine ist Modejournalistin. Für Mode begeistert sie sich, seit sie denken kann – besonders für Kaschmirpullover und Schmuck. Nach fünf Jahren im Moderessort der deutschen Vogue in München beschloss sie, eine neue Herausforderung anzunehmen und nach Berlin zu ziehen. Als Fashion Editor bei hey woman! kann sie ihre Leidenschaften für Styling, Creative Direction und das Schreiben vereinen. Madeleine imitiert gerne Schweizer Akzente und versucht sich als Köchin.

©Phillip Schlegel