Beauty Label to Watch: Santa Maria Novella

Mit der Florentiner Traditionsmarke Santa Maria Novella verbindet Beauty-Editor Anna Bok eine besondere Zeit. Bei MDC cosmetic in Berlin traf sie nun den Eigentümer zum Interview

Als mir Melanie vom Concept Store MDC cosmetic erstmals die Produkte von Santa Maria Novella ans Herz legte, musste ich schmunzeln. Denn sobald ich etwas von der Florentiner Marke sehe oder höre, beginnt bei mir eine Zeitreise im Kopf: Es war Sommer 2005, ich hatte mein Abitur in der Tasche und zog für ein halbes Jahr nach Florenz. Mein einziger Plan war, in einer Sprachschule fließend Italienisch zu lernen. Und viel Pasta zu essen. Ich hatte keine Ahnung von Dingen wie Altersvorsorge oder Deadlines für Artikel. Es war herrlich.

Jedenfalls landete ich damals bei einem meiner Streifzüge durch die Gassen von Florenz in der Officina Profumo Farmaceutica di Santa Maria Novella, die älteste und wohl schönste Apotheke Europas. Wobei die Bezeichnung Apotheke irreführend ist: Betritt man die Officina, steht man in einem fast schon sakralen Verkaufssaal mit pittoresker Deckenmalerei, gotischen Rosettenfenstern, marmornen Fliesen und holzverschnitzten Vitrinen, in denen die Cremes, Parfums, Seifen und Wässerchen der Traditionsmarke lagern. Dazu wird man von einem Duft verschiedener Kräuter umhüllt, die seit Jahrhunderten die Grundlage der Arznei- und Schönheitsmittel bilden.

Denn gegründet wurde Santa Maria Novella bereits im Jahr 1221 von Dominikanermönchen, die sehr versiert in der Kräuterheilkunde waren: Im angrenzenden Klostergarten kultivierten sie etliche Pflanzen-Heilmittel, mit denen sie medizinische Liköre, Salben und Elixiere für ihre Krankenstation zubereiteten. So entstand etwa während der Pestepidemie im Mittelalter ihr Rosenwasser Acqua di Rose, ein natürliches Desinfektionsmittel, das ich heute gerne als Toner verwende.

Anfang des 17. Jahrhunderts wurde aus der Apotheke ein offizielles Unternehmen für pharmazeutische und kosmetische Produkte – die Officina Profumo Farmaceutica di Santa Maria Novella. In Sachen Marketing war man übrigens damals schon ziemlich clever: Für Katharina de Medici, die spätere Königin von Frankreich, kreierten die Mönche den Duft Acqua della Regina. Damit wurde die florentinische Marke weit über die Grenzen der Toskana hinaus bekannt.

Vor ein paar Wochen treffe ich schließlich bei MDC in Berlin Eugenio Alphandery, den heutigen Eigentümer von Santa Maria Novella. Er erzählt, dass die wertvollen Kräuter noch heute in den Hügeln um Florenz angebaut werden. Deshalb führe er Interviews am liebsten vor Ort: „Man muss unsere Apotheke und die Fabrik gesehen haben um zu verstehen, was Santa Maria Novella ausmacht.“ Zumindest die Officina kenne ich ja bereits und als ich ihm davon auf Italienisch erzähle, wechselt er freudestrahlend von Englisch in seine Muttersprache, zieht ein kleines Döschen aus seiner Jackettasche und bietet mir eine Minz-Pasticche von Santa Maria Novella an. Ach, diese Italiener mit ihrem hinreißenden Charme.

Was seine Marke einzigartig mache, sei die Verbindung aus Tradition und Innovation, erklärt Alphandery: „In unserer Fabrik stehen modernste Maschinen, gleichzeitig sind einige Schritte in der Herstellung wie vor hundert Jahren. Die Seifen zum Beispiel müssen 30 Tage in speziellen Schränken trocknen, anschließend wird jede einzeln per Hand verpackt. Unsere Parfums reifen in Fässern, die sonst zur Lagerung von Weinen dienen.“

Solche Anekdoten klingen wunderbar romantisch, aber darauf ruht sich Santa Maria Novella nicht aus. Man betreibt viel Forschung in Florenz und lanciert jedes Jahr neue, hochwissenschaftliche Produkte – etwa eine Anti-Aging-Creme mit aus Äpfeln gewonnen Stammzellen. In wenigen Monaten eröffnet außerdem ein eigenes Spa in der Nähe des toskanischen Badeortes Forte dei Marmi, mit Blick aufs Meer. Dennoch: „Unsere Geschichte hilft ganz klar, um gegen die Konkurrenz großer internationaler Beauty-Konzerne bestehen zu können.“

Melanie dal Canton mit Gianluca Foà und Eugenio Alphandery von Santa Maria Novella | ©PR

Apropos: Früher hatte Eugenio Alphandery gar nichts mit Kosmetik am Hut. Als gelernter Maschinenbauingenieur wurde er vor vielen Jahren in die Officina gerufen, um eine Maschine zu reparieren. Zu dem Zeitpunkt gab es zwar noch den von Nachkommen der Mönche geführten Laden – allerdings sollte er bald geschlossen werden. Beherzt griff der Italiener zu. „Sonst wäre ein weiterer Schatz von Florenz verloren gegangen und durch ein Restaurant oder einen x-beliebigen Jeansshop ersetzt worden.“

Ich möchte noch wissen, was man von dem Traditions-Label ausprobieren beziehungsweise verschenken sollte. Für letzteres eignen sich die außerordentlich hübschen Fläschchen, Tuben und Tiegel natürlich gut. „Niemals ein Parfum!“, scherzt der Signor und fügt hinzu: „Unser Duft Acqua di Colonia Iris passt gut zum Frühling. Das würzig-holzige Lana verschenkt man am besten im Winter. Außerdem eine Seife und die reichhaltige Latte per il corpo. Mit unseren Kräuter-Likören lassen sich derweil gute Cocktails mixen.“

Und was sollte man in Florenz besuchen, abgesehen von der Apotheke Santa Maria Novella? „Den Mercato di San Lorenzo. Und das Restaurant Buca Lapi mit dem besten Bistecca alla Fiorentina. Wenn Sie nächstes Mal zu Besuch sind, führe ich Sie dorthin aus.“ Con piacere!

Die Produkte von Santa Maria Novella gibt es in Deutschland exklusiv bei MDC cosmetic in Berlin und online hier zu kaufen. MDC cure bietet außerdem exklusiv Behandlungen mit den Produkten von Santa Maria Novella an. 

MDC cosmetic
Knaackstraße 26 
10405 Berlin 
+49 (30) 400 56 339 

Anna Bok ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Nach weiteren Stationen in Freiburg und Florenz verschlug es sie 2007 zum Journalistik- und Kunstgeschichtsstudium nach Hamburg, wo sie anschließend als freie Journalistin für verschiedene Magazine, Zeitungen und Onlinemagazine wie Harper's Bazaar, Süddeutsche Zeitung und Blonde gearbeitet hat. Nach knapp zehn Jahren in der Hansestadt ist sie jetzt wieder nach Berlin zurückgekehrt. Wenn Anna nicht gerade neue Beauty-, Mode- oder Reise-Geschichten textet, findet man sie häufig auf ihrer Yogamatte (Empfehlungen für Studios in Berlin are welcome!).