Top 5: Shampoos

©Julia Zierer

Beauty Editor Julia Alfert hat sich durch die Welt der Shampoos getestet und hier ihre Favoriten zusammengefasst

Shampoo im Badezimmer ist wie Salz in der Küche: unersetzlich. Ähnlich wie Zahnpasta und Seife braucht man es einfach immer und ständig. In den wenigsten Fällen hat man nur ein Shampoo in der Dusche. Und meistens probiert man mit der Zeit verschiedene Produkte aus, bekommt mal eins von der Freundin oder vom Friseur empfohlen oder testet sich selbst je nach Bedürfnis der Haare durch die Drogerieabteilung. Jedenfalls war das bei mir immer so.

Zwar sollte man nicht täglich ein anderes Shampoo benutzen, aber ein bisschen Abwechslung bei der Haarwäsche kann dennoch nicht schaden. Das passt mir natürlich gut in den Kram, da ich doch am liebsten täglich neue Beauty Produkte ausprobiere.

Ich habe mich also die letzten Wochen durch die Welt der Shampoos getestet. Es war schaumig, beizeiten auch quietschig, duftend und manchmal ernüchternd. Am Ende habe ich meine Auswahl auf fünf – naja, sechs – Favoriten beschränken können. Das sind sie – meine aktuellen Lieblingsshampoos:

1. OUAI Volume Shampoo & Repair Shampoo

Ouai

Volumen Shampoo, € 30 via Niche Beauty

„Ouai(s)“ bejaht der Franzose umgangssprachlich. Meine Frankophilie ist unumstritten. Meine Vorliebe für Beautyprodukte in schöner Verpackung ebenso. Beides bedient die neue Haarpflegelinie Ouai. Zwar ist Jen Atkins, die Gründerin der Marke, keine Französin, aber dafür eine ‘Haarversteherin’ und Stylistin, die in LA, New York und Dubai lebt und arbeitet.

Die Art von Pflege- und Stylingprodukten, die Jen Atkins bei ihrer Arbeit vermisst hat, hat sie kurzerhand selbst kreiert. Das Sortiment von Ouai reicht deshalb von Dry Shampoo über Texturizing Haar Spray bis hin zu Conditioner und natürlich Shampoo.

Ich habe mehrere Shampoos ausprobiert und gleich zwei Favoriten auserkoren. Eins für Volumen und eins, das regeneriert und pflegt. Beide haben einen schönen, dezenten Geruch. Nicht zu parfümiert, aber sie vermitteln dennoch einen Duft der Sauberkeit.

Das Volume Shampoo lässt sich super aufschäumen. Einen Klecks davon verreibe ich in den Händen, bevor ich Kopfhaut und Haaransatz damit einmassiere. Beim Ausspülen verteilt sich der Rest von allein in den Haarlängen, was reicht, um diese auch zu reinigen – übrigens ganz generell meine Methode für die Haarwäsche.

Schon beim Ausspülen fühlt sich das Haar weich und sauber an. Das Shampoo beschwert nicht, sondern macht die Haare, im Gegenteil, eher leicht und locker, schon im nassen Zustand. Ich lasse meine Haare immer an der Luft trocknen. Nach der Wäsche mit dem Volumenshampoo fühlen sie sich leicht und fluffig an. Ein Volumenshampoo, das auch tatsächlich Volumen liefert.

Ouai

Repair Shampoo, € 30 via Niche Beauty

Das Repair Shampoo macht samtig weiches und glänzendes Haar und ist in der Anwendung noch einen Tick handlicher als die Volumenvariante. Und beide machen sich einfach unsagbar gut am Badewannenrand.

2. MICHAEL VAN CLARKE Moisturising Shampoo

Michael Van Clarke

Haarshampoo, € 26,50 via Niche Beauty

Das Moisturising Shampoo spendet Feuchtigkeit en masse. Besonders die Spitzen sind bei mir oft sehr trocken und kleine fisselige und fast unsichtbare Härchen stehen auch am Haaransatz in alle Richtungen ab. Da würde normalerweise etwas Öliges helfen.

Und obwohl ich ein Fan von Öl für alle Lebenslagen bin, so mache ich um die Anwendung für die Haare meistens doch einen großen Bogen. Denn meine dünnen Haare nehmen reines Öl einfach nicht gut auf und es bleibt zu oft ein leichter, unangenehmer Film auf ihnen zurück (einzige Ausnahme: ein Hot Oil Treatment, bei dem ich Unmengen Öl auf die Kopfhaut und Haare gebe, einwirken lasse und dann mit mindestens zehn Haarwäschen gründlich auswasche).

Aber weg vom kleinen Öl-Exkurs, zurück zum Shampoo. Das Moisturising Shampoo hat eine ähnlich pflegende Wirkung auf die Haare. Klarer Vorteil: Es versorgt meine Haare mit Feuchtigkeit und glättet leicht, ohne zu beschweren oder einen lästigen Film zu hinterlassen. Ich wasche meine Haare eigentlich jeden Tag. Mit diesem Shampoo reicht es auch alle zwei Tage, da meine Haare damit nach der Wäsche noch lange frisch aussehen.

Ein weiterer Effekt des Produkts: Es soll die Haare schneller wachsen lassen bzw. in kürzerer Zeit länger werden lassen – “three more inches” steht auf der Flasche. Ich habe das Shampoo über einen Zeitraum von ein paar Wochen benutzt und tatsächlich das Gefühl, dass meine Haare etwas schneller gewachsen sind. Das kann natürlich auch Einbildung sein, aber das ist ja bekanntlich auch die schönste Bildung …

3. OWAY Moisturizing Hair Bath

O Way

Feuchtigkeitsshampoo, £4.75 – £37.50 via Oway

Der Name “Oway” setzt sich aus den Abkürzungen für “Organic Way” zusammen und betitelt nicht nur die Marke, deren Sortiment Haarpflege- und Stylingprodukte umfasst, sondern ist gleichzeitig ihr Programm. Als eine von drei Marken, die zu dem großen italienischen Kosmetikunternehmen Rolland gehören, ist sie die am konsequentesten biologische Variante.

Die meisten Zutaten für die Produkte kommen von der biodynamisch betriebenen Farm “Ortofficina” in der Nähe von Bologna, die auf den landwirtschaftlichen Ideen und Prinzipien Rudolf Steiners beruht. Diese passen mit der Philosophie des Unternehmens gut zusammen: bessere Zutaten, bessere Produkte und die Bewahrung einer ständigen Balance zwischen der bestmöglichen Zusammensetzung und Wirkung.

Pflanzung, Anbau, Ernte, Verarbeitung und Destillation werden ohne den Einsatz von Chemikalien durchgeführt und das Ökosystem so erhalten. Klingt ja ziemlich gut. Jetzt wollte ich die Produkte, auf die wir bei hey woman! über eine Empfehlung aufmerksam geworden sind, natürlich auch gleich ausprobieren. Leider konnte ich dafür nicht einfach in den nächsten Friseursalon gehen, da die Marke erst nach und nach bei sehr ausgewählten Friseuren zum Einsatz kommt und demnach schwer zu kriegen ist.

Einige Anrufe mit +39-Vorwahl und ebenso viele E-Mails später habe ich dann aber dennoch ein paar der begehrten Flaschen in den Händen halten können. Diese sind vor allem erstmal sehr hübsch anzusehen: Braunglas mit schlichten beigen Etiketten versehen, auf denen der jeweilige Name des Produktes und dessen Inhaltsstoffe in pastellfarbenen und schwarzen Lettern prangen. Und da Oway immer auch den Öko-Aspekt mit bedenkt, sind sowohl das Glas als auch die Etiketten zu hundert Prozent recyclebar.

Als zweites fiel der wunderbare Geruch auf, der mir schon aus dem Paket entgegen strömte. Die ätherischen Öle aus Zimt, Orange und Vanille verleihen dem Moisturizing Hair Bath den tollen und intensiven Duft. Haselnuss, Bio-Honig und Murumuru Butter versorgen das Haar mit Feuchtigkeit, machen es weich, leicht kämmbar und glänzend, indem die Haarstruktur von innen heraus gestärkt wird.

Das Shampoo (mit Haarbad betitelt) ist tatsächlich so etwas wie ein entspannendes Vollbad für die Haare. Es hat dieselbe pflegende Wirkung auf Kopfhaut und Haar, die ein Vollbad auf den Körper hat: Es pflegt und der Duft entspannt.

Nach einer Nacht in einer rauchigen Bar habe ich neulich meine Haare mit dem Shampoo gewaschen. Danach war mein persönlicher Hassgeruch von kaltem Rauch, der sich normalerweise hartnäckig hält, vollends verschwunden und ich restlos überzeugt: Das ist ein Shampoo wie für mich gemacht.

4. SAFEAS Cupuaçu Derma Control Shampoo

Safeas

Haarshampoo, € 32 via Safeas

Als eine E-Mail von meiner lieben Kollegin Julia Knolle mit dem Betreff “Das ist was für Dich” in meinen Posteingang flatterte, musste ich natürlich direkt einen Blick darauf werfen und gleich nachforschen. Tatsächlich kannte ich die Marke Safeas schon von der Wascherde, die ich als Ersatz für Anwendungen mit echtem Lagunenschlamm nach meinem Yucatán-Urlaub gesucht und gefunden hatte.

Julia hatte aber diesmal die Haarpflege gemeint, die ich dann sofort ausprobieren musste. Da der Name süß und gleichzeitig vielversprechend klingt, habe ich mich für das Cupuaçu Derma Control Shampoo entschieden.

Das Wascherlebnis mit dem Shampoo ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Es fehlt eben vieles, was sonst für Komfort beim Einshampoonieren schön ist, aber nicht unbedingt für gesunde Haare sorgt. Die Formel mit Cupuaçu Butter, Brokkolisamenöl, Aloe Vera und Extrakten aus Ringelblume, Hamamelis und Kamillenblüten beruhigt und pflegt gereizte Kopfhaut und reinigt die Haare sanft und gründlich mit natürlichen Waschsubstanzen.

Das duftneutrale Bio-Shampoo hinterlässt die Haare wunderbar sauber und ist perfekt für empfindliche Kopfhaut. Ich nutze es, wenn ich meiner Kopfhaut eine Pause gönnen und sie reinigen möchte, ohne sie gleich wieder mit Pflege voll zu kleistern.

Safeas

Arganöl, € 20 via Safeas

Wenn ich nach der Wäsche noch das Bedürfnis nach einer Extraportion Pflege habe, gebe ich einen Sprüh-Conditioner in die Haarlängen und lasse die Kopfhaut weiter atmen. Als Pflege nach dem Waschen empfiehlt es sich sonst auch, das Arganöl Bio in die Haare zu geben – nur für meine dünnen Haare ist das eben leider nichts.

5. MALIN+GOETZ Peppermint Shampoo

Malin+Goetz

Shampoo, € 40 via MDC Cosmetics

Die Liste meiner Favoritenshampoos wäre nicht komplett ohne das Peppermint Shampoo von Malin+Goetz. Ich habe es entdeckt, als ich neulich nach einem 16-Stunden Flug mit Jetlag im Bett des wunderschönen Zimmers des Rose Hotel in Venice lag und mich von einer Seite zur anderen drehte, bevor ich irgendwann entschied, das zu lassen – um mitten in der Nacht aufzustehen.

Kaum unter der Dusche, habe ich auch schon die Auswahl an Malin+Goetz Kosmetik bewundert, die dort fein aufgereiht bereitstand. Unter anderem auch das Shampoo, in das ich mich sogleich schockverliebte. Pfefferminze, dachte ich mir, klingt doch erfrischend – genau das, was ich jetzt für einen klaren Kopf brauche. Gesagt, getan, shampoonierte ich meine Haare damit ein. Die Minzaromen haben tatsächlich dafür gesorgt, dass ich mich schon unter der Dusche zunehmend wacher und munterer gefühlt habe.

Gleichzeitig war das Shampoo mit der cremigen und reichhaltigen Konsistenz so einfach und schön anzuwenden, dass ich aus dem Einshampoonieren gleich eine ganze Kopfmassage machte. Meine Haare brauchten nicht mal mehr Conditioner, waren danach sauber, gepflegt und vor allem: in einen wunderbaren Duft gehüllt.

Nach der Dusche habe ich mir Schlabberhose und Sweatshirt übergezogen und ein Auto gerufen, das mich zum Mulholland Drive und zurück fahren sollte. Für die nächtliche Stadtrundfahrt, den Sonnenaufgang über LA und die Entdeckung des ultimativen Wachmacher-Shampoos hat sich das nächtliche Aufstehen auf jeden Fall gelohnt. Und über das Minzaroma, das ich, oder besser meine Haare, mit ins Auto gebracht haben, hat sich sogar der Fahrer gefreut.

Ich habe das Shampoo nach der Reise in Berlin bei MDC Cosmetic entdeckt und seitdem eine große Flache in der Dusche stehen. Oft muss ich mich beherrschen, dass ich das leicht süchtig machende Produkt nicht zu oft verwende. Denn dann kann das Ganze schnell mal zuviel werden und eher irritierend wirken. Wenn ich aber morgens müde und verschlafen ins Bad torkele und es mal wieder Zeit für eine frische, die Sinne weckende Haarwäsche ist, freue ich mich umsomehr.

Julia Alfert

2010 zog die gebürtige Hamburgerin Julia Alfert von Paris nach Berlin. Ein Kunstgeschichtsstudium und viele Jobs später führte ihr Weg sie zu Harper’s Bazaar, wo sie bis Mitte 2015 als Mode- und Beautyassistentin arbeitete. Ihre Lust am Schreiben ist eine neue Entdeckung; der Faible für Beautyprodukte aller Art nicht. Wenn Julia nicht gerade cremt, ölt und sprüht, schreibt und stylt sie für verschiedene Magazine und Websites.