Selfmade Experts: Tonya Papanikolov über die Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung

©Portrait: Mackenzie Duncan

Tonya Papanikolov ist die Frau hinter The Well Woman. Einer Plattform, die sich tiefgründig mit pflanzenbasierter Ernährung beschäftigt

Vor einer Weile entdeckte ich “The Well Woman”. Ich war sehr angetan, von der beeindruckenden Bildsprache und der informativen Berichterstattung zum Thema pflanzenbasierte Ernährung. Also kontaktierte ich Tonya und sie antwortete nach einem eingehenden 30-minütigen Einblick in unsere Website erlangt hatte. Ich bewundere ihren entschleunigten, in die Tiefe gehenden Ansatz so sehr und freue mich darüber, dass sie zugestimmt hat ihr Wissen über die Vorteile einer gemüsereichen Ernährungsweise hier und heute mit uns zu teilen. Mit ihren sechs einfachen Tricks, fällt ein Umdenken in punkto Nahrung gleich viel leichter!

Wenn es um Essen geht, war ich schon immer pro-Gemüse eingestellt. Es gab Zeiten in meinem Leben, da nannte ich mich “Vegetarierin” oder “Veganerin”, doch heute versuche ich persönlich auf derartige Labels zu verzichten. Jeder findet ständig Schubladen in die er oder sie sich selbst stecken kann: Ich bin nicht besonders gut mit Schubladen. Aber wer ist das schon? Sie sind immer zu klein, zu eng. Stattdessen befürworte ich eine Ernährungsweise die es ermöglicht mit den Bedürfnissen unseres Körpers in Einklang zu sein. Wenn wir eine Fähigkeit entwickeln auf unseren Körper zu hören und ihn zu verstehen, können wir wirklich das Beste aus unserem Essen herausholen und blühen innerlich auf.

Pflanzen versorgen mich mit Klarheit im Kopf und stärken meinen sensiblen Körper. Ich hatte schon immer viele Allergien, Intoleranzen und Empfindlichkeiten. Ich denke, wenn wir alle auf diese Weise äßen, wäre die Welt ein besserer Ort. Nicht nur unsere Gesundheit würde sich verbessern, sondern auch unsere Umwelt. Ganz egal welche Ernährungsweise man verfolgt, Pflanzen sollten immer der Fokus sein. Ich persönlich habe mich dazu entschlossen kein Fleisch und keine Milchprodukte zu essen, und zwar aus Gründen, die um gesundheitliche und umweltliche Faktoren kreisen. Dennoch habe ich zu einer Zeit, in der ich meinen Darm ausheilen ließ, regelmäßig Knochenbrühe gegessen – denn verschiedene Lebensabschnitte bedürfen einer gewissen Flexibilität. Ich halte es nicht für richtig, zu streng mit sich selbst zu sein.

Die größten Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung:

– Im Hinblick auf Gesundheit und Nährwert versorgen uns Pflanzen mit einer Vielzahl von Vitaminen und Mineralien, beides erhebliche Grundbausteine des Lebens. Diese Ernährungsweise beugt ebenfalls Krebs vor und reduziert das Risiko für zahlreiche schwerwiegende Erkrankungen.

– Diese Ernährungsweise ist frei von all den Allergenen die unseren Körper ins Ungleichgewicht bringen: Milch, Fleisch und GVO Lebensmittel.

– Sie ist nachhaltig für die Umwelt, da für die Nahrungsmittelproduktion weniger Ressourcen benötigt werden.

– Sie stärkt die Verbindung zur Natur.

– Sie versorgt uns mit reiner und positiver Energie; vor allem bei wärmeren Temperaturen, wenn man umso mehr Rohkost konsumiert (Warnung: Eine auf Rohkost basierte Ernährung kann ein regelrechtes High auslösen und macht wirklich Spaß).

Von einem medizinischen Standpunkt aus:

– Studien haben darauf verwiesen, dass eine Ernährung reich an Nüssen und Vollkornprodukten, bei Verzicht auf Milch und Fleisch das Herzkreislaufsystem verbessert und das Risiko einer Typ-2-Diabetes Erkrankung reduziert.

Durch die reichliche Aufnahme an Kalium, wird nachweislich der Blutdruck gesenkt.

Der hohe gehalt an Ballaststoffen, den man zu sich nimmt, stabilisiert zudem die Blutzuckerwerte, da Ballaststoffe die Aufnahme von Zucker in den Blutkreislauf verlangsamen

Da tierische Produkte zu Krebserkrankungen führen können, wirkt es wie eine natürliche Vorsorgemaßnahme. Eine pflanzenbasierte Ernährung ist demnach einer der besten Wege dieses Risiko zu verringern.

Falls nun jemand seine Ernährung in eine pflanzenbasierte umstellen möchte, hier einige Tricks für die, die Umstellung erleichtern:

– Wenn möglich, am besten auf Naturkost-Märkten oder in regionalen Geschäften einkaufen. Dort findet man qualitativ hochwertiges Gemüse, Früchte und saisonale Lebensmittel und viele davon werden organisch angebaut (einfach nachfragen). Sprich mit den Bauern, die dein Essen anbauen, lass dich von den vorhandenen Gemüsesorten inspirieren und erkundige dich bei ihnen über die verschiedenen Möglichkeiten diese zuzubereiten.

– Wähle ganzheitliche Nahrung. Vermeide abgepackte und weiterverarbeitete Lebensmittel. Junk Food ist auch unter veganen und glutenfreien Produkten vermehrt zu finden.

– Lege dir einen gut ausgestatteten, pflanzenbasierten Vorrat an Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten, Körnern und Meeresgemüse an. Das wird das Kochen einfacher und angenehmer gestalten. Zu diesem Thema biete ich auch Workshops an.

– Gehe nach draußen in die Natur. Mich verbindet das immer mit Pflanzen, ihrer unglaublichen Vielseitigkeit, Nahrhaftigkeit und der Tatsache, dass wir seit Menschengedenken mit ihrer Hilfe überleben können.

– Lies Bücher, bilde dich weiter und finde deine eigenen Gründe dafür, weshalb eine pflanzenbasierte Ernährung das Richtige für dich ist.

– Große Portionen im Voraus kochen und Gerichte planen ist sehr hilfreich – insbesondere für Familien.

Als ich meine Website “The Well Woman” startete, ging ich noch in die Uni. Ich studierte holistische Ernährung in Toronto und begann über die vielen Wege nachzudenken,wie ich mein Wissen am Besten vermitteln könnte: die Informationen, die ich selbst lernte, genau wie meine Vision. Es war im Dezember 2015, ich erinnere mich daran wie ich damals auf der Arbeit war und ununterbrochen über die Webseite sprach, obwohl ich noch nicht wusste, wie ich sie nennen wollte. Tägliche Meditation gehörte damals zu meinen Ritualen und der Name kam mir während einer Sitzung ganz plötzlich in den Sinn. Von da an war die Entscheidung getroffen. Es passiert nicht oft, dass Dinge so unmissverständlich klar werden, doch wenn es dann passiert muss man seinem Gefühl trauen.

The Well Woman macht Themen stark, die tief in meinem Bewusstsein verankert sind: pflanzenbasierte Ernährung, holistische Heilung und weibliche Gesundheit. Mittlerweile gehört Beratung und von mir gehostete Dinner zu den wesentlichen Teilen meines beruflichen Alltags. Ich liebe es neue Leute kennenzulernen und mich mit gleichdenkenden Menschen zu vernetzen, weshalb ich niemals davor zurückscheue neue Kontakte zu knüpfen. Ich mache diese Arbeit aus Liebe zur Sache und ich denke, wenn man diesen Ansatz verfolgt verleiht das der Tätigkeit einen Sinn, ganz egal was man tut.

Zu guter Letzt, meine drei Lieblingsrezepte:

Am Morgen gerne Smoothies mit hausgemachter Nussmilch, Pflanzenprotein-Pulver, Ashwagandha, Maca, Grünkohl, Bananen oder Beeren, Mandelbutter, Meersalz, Pollen und Kokosnussöl. Ich mag Veränderung. Moschus-Kürbis Pancakes und eine tolle Galette sind natürlich auch super. Ab und an.

Folgt Tonya auf ihrem Instagram Account @thewellwoman_, um weitere Inspirationen und Tipps zu erhalten oder besucht ihre Webseite hier.

 

Julia hat 2007 einen der ersten Modeblogs in Deutschland mitgegründet und als Consultant für Digitale Strategien gearbeitet, nachdem 2010 ihr erstes Buch erschienen ist. Nach vier ereignisreichen Jahren bei Condé Nast, in denen sie hauptsächlich für den digitalen Bereich der deutschen Vogue verantwortlich war, entschloss sie sich, ihr eigenes Online Magazin zu gründen, gemeinsam mit der Partnerin ihrer Träume – mit Veronika Heilbrunner. Julia lebt und arbeitet in Berlin und liest gerne Bücher.

Updates über ihre beruflichen nächsten Schritte gibt es via https://www.linkedin.com/in/juliaknolle/