Review: Salone del Milano 2017

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©Franziska Steinle

Der 56. Salone del Mobile fand vergangene Woche in Mailand statt. Mit dabei waren unter anderem: Hermès, Cartier und Marni

Es schien fast so, als wäre Mailand während des 56. Salone del Mobile die Metamorphose in ein nahtlos funktionierendes Uhrwerk gelungen. Obwohl noch am Wochenende vor Beginn der Messe Bauarbeiten an gefühlt jeder Ecke der Stadt stattfanden, um die zahllosen Pop-up Boutiquen und Installationen fertigzustellen und den Showrooms den letzten Schliff zu verpassen, war das Werk auf die Minute genau am Dienstagmorgen vollendet und Mailand strahlte in vollem Glanze. Nicht nur dank des Wetters, welches es ausgesprochen gut meinte, sondern auch aufgrund der Mannigfaltigkeit an Optionen für Möbel- und Modeliebhaber vibrierte die Stadt förmlich.

Die 300.000 Besucher hatten bei über tausend Veranstaltungen, die sich über die gesamte Stadt erstreckten und somit Anlass boten, die schmalen Gassen von Brera oder das hippe Lambrate zu Fuß zu erkunden, die Qual der Wahl.

Und so entdeckte man auf einem der Spaziergänge im Design-District Hausfassaden von kleinen Eisdielen und Bars, die über Nacht ihr Gesicht veränderten und ganz und gar in die Tapeten des Turiner Künstlers Gianpaolo Pagni für Hermès gehüllt waren.

Ikea überraschte auf andere Weise: Das Unternehmen lud nicht nur zum eigenen Festival ein um kommende Kollaborationen (u.a. mit Hay) zu feiern, sondern offenbarte auch das Resultat der neuesten Allianz mit Tom Dixon, der ein Tagesbett für die Schweden entwarf.

Das französische Schmucklabel Cartier lud anlässlich der neuen Juste un Clou und Écrou de Cartier Kollektion in die Garage Sanremo, inmitten der historischen Altstadt Mailands, wo der puertorikanische Visual Artist Desi Santiago unter dem Motto “When the Ordinary becomes Precious” einen Dialog zwischen Automechanismen und Schmuck, und deren Fertigungsprozessen im pompösen gold-glänzenden Pop-up Space herstellte.

In außergewöhnlich schöner Location präsentierte Fendi die Zusammenarbeit mit Toan Nguyen. Der neue Showroom, dezidiert dem Interior gewidmet, befindet sich auf der Via Montenapoleone im 400qm großen Palazzo Carcassola-Grandi, einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert mit atemberaubenden handbemalten Decken.

Marni feierte ein Heimspiel und nahm das Wort “Spiel” wörtlich der Store im Bezirk Calvairate wurde zum riesigen Marni-Playground umgewandelt und die Besucher dazu eingeladen, die eingebrannten Regeln und Strukturen zu durchbrechen und sich dem bunten Durcheinander hinzugeben. Hergestellt wurden die Stücke von einer Gruppe von Frauen aus Kolumbien, die traditionelle Techniken in die Moderne übersetzen.

Auch bei COS x Studio Swine war Interaktivität gefragt: Das Designer-Duo aus London kreierte, inspiriert von den japanischen Kirschblüten, einen Baum aus Metall aus deren Ästen große Seifenblasen tropften. Ausgestattet mit speziellen Handschuhen, konnten die Besucher diese jonglieren bis sie zerplatzten und sich in wohlduftende Rauchschwaden auflösten. Begeisterung pur!

Nach der Pflicht rief selbstverständlich die Kür, die sich dieses Mal auf Kooperationen fokussierte: Das ZEIT Magazin lud zusammen mit dem französischen Äquivalent “Le Monde” ein und die Kollegen von Apartamento freuten sich über ein eigens von Loewe designtes Cover aus Leder, das im Rahmen ihrer #LoeweProjects entwickelt wurde.

Highlights gab es auch abseits des Trubels: Vorbei an der überlebensgroßen Statue von Napoleon Bonaparte im Innenhof der “Accademia di belle arti di Brera” und durch die Gänge der Universität hindurch, gelangt man in den botanischen Garten. Die grüne Oase diente bereits Goethe als Quelle seiner Inspiration und eignet sich fantastisch, einige Minuten innezuhalten und neue Energie zu tanken.

Grazie mille, Milano. Arrivederci a presto!

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