Ausblick: Paris Internationale 2017

Flyer "Paris Internationale" (l) | @Aurelien Mole (r)

Die Paris Internationale startet am 17. Oktober. Julia hat einen Blick auf das Programm der vielversprechenden Kunstmesse geworfen

Paris scheint im Gegensatz zu Berlin nicht auf den ersten Blick der Ort, an dem eine experimentelle Kunstszene gedeihen kann. Die Macher hinter der Paris Internationale beweisen in dieser Woche das Gegenteil: Zum dritten Mal findet dieses Format nun statt und hat den Anspruch, die coole und spannende kleine Schwester der FIAC Kunstmesse zu sein, sogar noch ausgeweitet. Nach der Preview am 17. Oktober kann in der 11 Rue de Beranger am Folgetag bis Sonntag, 22. Oktober, auf mehreren Stockwerken gute Kunst angeschaut werden. 55 Galerien aus 17 Ländern und acht project spaces aus Paris machen auf sich und ihre Arbeit aufmerksam.

The Cheapest University veranstaltet Talks mit Künstlern, die sich inspiriert vom YouTube-Kanal “What´s in My Bag“ gegenseitig miteinander sowie mit aktuellen Themen auseinandersetzen. Zu den Gründern zählen fünf junge Galerien: Antoine Levi, Crèvecoeur, High Art, Sultana und Gregor Staiger. Ihr Credo folgt drei Prinzipien:

  • erschwingliche Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, um damit die Aussteller zu ermutigen, gewagte Projekte zu präsentieren
  • die interessantesten Protagonisten einer jüngeren Generation von Galerien in Paris anzusprechen
  • die traditionellen Merkmale von Kunstmessen zu dekonstruieren, indem man das Projekt in einem herausstechenden Kontext inmitten des Zentrums der Stadt verankert

Die Besucherzahlen verdoppelten sich von Jahr eins zu Jahr zwei, Erfolgstendenz also steigend (es werden 15.000 Gäste erwartet).

So schwer die Empfehlung auch fällt, hier ein paar Stopps, die man nicht verpassen sollte: Aus Berlin sind BQ, Daniel Marzona, Sandy Brown und Tanya Leighton vertreten. Jan Kaps aus Köln und Max Mayer aus Düsseldorf sind vor Ort, sowie Deborah Schamoni aus München.

Eine sympathische Anekdote hat zudem noch die spezielle Location zu bieten: In dem alten Parkhaus war einst für 30 Jahre das Headquarter der in 1973 von Jean-Paul Sartre gegründeten Zeitung Libération beheimatet, die nach den Revolten im Mai 1968 entstand. Der Grundgedanke, mit bestehenden Konventionen brechen zu wollen, bleibt also federführend für diese nennenswerte Institution. Kein Wunder, dass das Modehaus Gucci hier als Hauptunterstützer mit an Bord ist!

Die Paris Internationale findet vom 17. (am Eröffnungstag ist eine Einladung erforderlich) bis zum 22. Oktober in Paris statt. Eine Liste der Aussteller und weitere Informationen sind auf der Webseite hier zu finden, einen Eindruck von der Messe kann man sich außerdem auf Instagram (@aaaahhhparisinternationale) und Facebook hier verschaffen.

Paris Internationale 2017
11, Rue Beranger
75003 Paris

Preview: Dienstag, 17. Oktober
(nur mit Einladung)

Professional Preview: 11 bis 17 Uhr
Eröffnung: 17 bis 20 Uhr

Öffnungszeiten:
Mittwoch, 18. Oktober, bis Samstag, 21. Oktober: 12 bis 20 Uhr 
Sonntag, 22. Oktober: 12 bis 18 Uhr

Julia hat 2007 einen der ersten Modeblogs in Deutschland mitgegründet und als Consultant für Digitale Strategien gearbeitet, nachdem 2010 ihr erstes Buch erschienen ist. Nach vier ereignisreichen Jahren bei Condé Nast, in denen sie hauptsächlich für den digitalen Bereich der deutschen Vogue verantwortlich war, entschloss sie sich, ihr eigenes Online Magazin zu gründen, gemeinsam mit der Partnerin ihrer Träume – mit Veronika Heilbrunner. Julia lebt und arbeitet in Berlin und liest gerne Bücher.