Ausblick: Art Basel 2017

©Art Basel

Art Basel 2017: Julia Knolle über die wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst in der Schweiz

Der Kunstkalender ist dieses Jahr so voll gespickt wie selten: Erst die Zweiteilung der documenta 14 auf Athen (Eröffnung fand schon vor Wochen statt) und Kassel, dann die  Skulptur Projekte Münster sowie der Clash der Art Cologne mit dem Gallery Weekend – und im September kommen dann alle erneut zusammen: zur frisch fusionierten “Happy End-Lösung” der ArtBerlin.

Nun geht es aber erstmal in Basel ein paar Tage rund: Vom 15. bis zum 18. Juni steht das beschauliche Epizentrum in der Schweiz Kopf. Die Messe Basel ist Gastgeber der offiziellen Veranstaltung, die seit 1970 Sammler begeistert und im letzten Jahr stolze 95.000 Besucher verzeichnen konnte.

 

Von Stillstand keine Spur, in Anbetracht dessen, dass sich der Sektor Unlimited, mit Fokus auf exorbitant große und messestand-übergreifende Kunstwerke, immer größter Beliebtheit erfreut. Er wird traditionsgemäß am Vortag der offiziellen Eröffnung eröffnet und wird zum sechsten Mal in Folge von Gianni Jetzer (Hirshhorn Museum, Sculpture Garden Washington DC) kuratiert. Dieses Jahr sind hier Werke von Doug Aitken, Carl Andre, John Baldessari, Julian Charrière und Julius von Bismarck zu sehen.

Von Mittwoch bis Sonntag fährt das Programm Conversations Großes auf und streamt (ich vermute erstmalig) live via Youtube. Zu den (politischen) Diskussionspunkten gehören u.a.: “Do Artists Need to Leave Africa to be Successful?” mit der Künstlerin Candice Breitz oder “Russian Conceptualism: Silent Resistance” mit Ekaterina Inozemtseva, der leitenden Kuratorin des Garage Museum of Contemporary Art.

Was die 291 Galerien betrifft, lesen sich aus den Pre-Mailings folgende Highlights: Sprüth Magers setzt u.a. auf Andreas Gursky und Louise Lawler, David Zwirner auf Sigmar Polke und Neo Rauch, die Kewenig Galerie auf Imi Knoebel und Pedro Cabrita Reis, Hauser & Wirth auf Mark Bradford und Philip Guston und die Galerie Neu aus Berlin auf Kai Althoff und Cosima von Bonin und die KÖNIG GALERIE auf Camille Henrot und Katharina Grosse.

Die prominent auf dem Messeplatz platzierte Installation NOW I WON, die dieses Jahr von Claudia Comte kommt und aus zwei Teilen besteht, sorgt ebenso für großes Aufsehen – sie realisiert einen interaktiven Jahrmarkt, bei dem das vorbeilaufende Publikum aktiv eingebunden wird. Das Aufzeigen des Spieltriebs als Gegengewicht zur kritischen Weltlage – ein Ansatz, dem sich die Kunst hier und da (zuweilen erfolgreich) bedienen kann. Vor dieser Installation stehend, lohnt ein Blick nach hinten links: Die Design Miami dockt sich zum 12. Mal an den praktischen Zeitslot an und zeigt, globaler aufgestellt denn je, 50 Galerien aus elf Ländern. Zentral engagiert ist Swarovski – am 14. Juni wird zum Talk geladen um die drei Designer of the Future vorzustellen: Jimenez Lai, Marjan van Aubel und Takt Project. BMW wird die Künstlerin Astha Butail als die diesjährige Gewinnerin der Art Journey vorstellen.

Ein weiterer Blick auf Nebenveranstaltungen lohnt sich: Die Fondation Beyeler widmet Fotograf Wolfgang Tillmans eine Einzelausstellung. Das Vitra Design Museum zeigt Together! Die Neue Architektur der Gemeinschaft kuratiert von Ilka und Andreas Ruby sowie EM2N. Ferner werden die Swiss Art & Design Awards 2017 verliehen. Dem anregenden Austausch und guten Verkäufen steht also nichts mehr im Wege – hier wird gewiss auch das euphorisch doppelt belegte abendliche Dinner- und Partyprogramm Abhilfe schaffen. Auf eine gute Woche!

Die diesjährige Art Basel findet vom 15. – 18. Juni 2017 statt. Weitere Updates während dieser Zeit gibt es auf der eigenen Webseite hier, via dem eigenen Instagram Account (@artbasel) hier oder auf Unserem Instagram Account (@heywomancom) hier.

Julia hat 2007 einen der ersten Modeblogs in Deutschland mitgegründet und als Consultant für Digitale Strategien gearbeitet, nachdem 2010 ihr erstes Buch erschienen ist. Nach vier ereignisreichen Jahren bei Condé Nast, in denen sie hauptsächlich für den digitalen Bereich der deutschen Vogue verantwortlich war, entschloss sie sich, ihr eigenes Online Magazin zu gründen, gemeinsam mit der Partnerin ihrer Träume – mit Veronika Heilbrunner. Julia lebt und arbeitet in Berlin und liest gerne Bücher.