Women We Love: Kate Foley

© Collage / Julia Zierer

Kate Foley ist Creative Consultant und Stylistin mit Standort in New York. Ihre Karriere begann sie jedoch in London, wo sie unter anderem der Stylistin Charlotte Stockdale assistierte und dabei für Luxusbrands und internationale Zeitschriften arbeitete. Nach einem Zwischenstopp im Condé Nast New Markets Office in London, um an dem Launch der türkischen Vogue mitzuwirken, ging sie ihrem wachsenden Interesse an der Retail Seite der Industrie nach, zog in den Big Apple und startete ihre Arbeit als Teil des Buying Teams für das Kultlabel Opening Ceremony. Ein paar Jahre später und um viele Erfahrungen reicher entschied sie sich, ihre feste Stelle aufzugeben und zu freelancen. Derzeit ist Kate Consultant für diverse Fashion Brands und der Consulting Fashion Director von Vestiaire Collective, der erfolgreichen Plattform für Luxusmode aus zweiter Hand. Man kann Kate auch während der internationalen Fashion Weeks in den coolsten Looks der angesagtesten Designer sehen – alles wohldokumentiert auf den verschiedensten Street Style Blogs.

„Love Your Style“ mit Kate Foley

Beschreibe bitte Deinen derzeitigen Job.

Seitdem ich meine volle Stelle bei Opening Ceremony aufgab, habe ich als Consultant für Brands und Retailer gearbeitet. Ich mache auch Editorial Stylings, wenn es passt. Das Consulting reicht von jungen Marken zu den großen wie Vestiare Collective, wo ich der Consulting Fashion Director bin. Was ich genau mache, hängt vom Anspruch des jeweiligen Kunden ab. Manchmal arbeite ich an der Inspiration für die Kollektion, an Sketches, im Grunde den ganzen Weg vom Anfang bis hin zur Runway Show, inklusive Konzept und Styling für das Lookbook Fotoshooting. Jeder Tag hält etwas anderes für mich bereit.

Wie bist Du dort hingekommen, wo Du jetzt stehst in Deinem Leben?

Damals in London begann ich mit Editorial Stylings. Am Anfang arbeitete ich für ein paar Stylisten, die liebste unter ihnen war mir Charlotte Stockdale. Ich war ziemlich jung und das war eine Erfahrung, die mir die Augen geöffnet hat. Ich arbeitete mit den tollsten Brands, von Chanel und Fendi bis Karl Lagerfeld, für Vogue UK, V Magazine und Vogue Japan. Ich tauchte ganz in dieser Welt ein und ich lernte dabei unglaublich viel.

Danach arbeitete ich für das Condé Nast New Markets Office in London und konzentrierte mich auf den Launch der türkischen Vogue, was ziemlich interessant war. Der nächste Schritt war New York als Buyer für Opening Ceremony. OC war einer der Läden, die mich umgehauen haben, jedes Mal wieder, wenn ich einen der Läden betrat, war es ein Ort der Entdeckungen und von unglaublicher Energie.

Welcher Schritt in Deiner Karriere hat Dich am meisten geprägt?

Opening Ceremony war super interessant und ziemlich inspirierend für mich. Das war weit mehr als nur zu lernen, wie man seinen Job als Buyer macht. Ich lernte von Carol und Humberto, dass man Dinge so machen kann, wie man es möchte und dass man dabei nicht konservativ sein muss.

Was liebst Du am meisten an Deinem Job?

Ich liebe es, dass ich Leuten dabei helfen kann, etwas aus dem Nichts heraus aufzubauen und dass ich zur gleichen Zeit so viel vom Kunden lernen kann. Ich bekomme jeden Tag großartige neue Sachen zu Gesicht.

Was ist die Schattenseite eines solchen Lebens?

Das Härteste ist, alles unter einen Hut zu bekommen. Ich habe vermutlich um die 15 Kunden und das ist schwierig zu managen, weil ich immer sichergehen möchte, dass ich ihnen 100% meiner Zeit gebe. Das ist die größte Herausforderung. Andererseits genieße ich das aber auch.

Wo hast Du Dich selbst, sagen wir, vor zehn Jahren gesehen?

Ich hatte niemals eine Art Endziel vor Augen, ich habe mir stattdessen erlaubt, mich sozusagen unterwegs oder auf dem Weg dorthin inspirieren zu lassen.

Beschreibe bitte Deine Arbeit – bist Du ein Teamplayer?

Ich arbeite sehr eng mit meiner Assistentin zusammen. Sie arbeitet unglaublich hart und ist ein sehr inspirierender Mensch, wir haben eine sehr gute Beziehung zueinander. Einer Sache bin ich mir ziemlich bewusst: dass ich ohne sie nicht das machen könnte, was ich mache. Für mich ist es das Wichtigste, dass das Team happy ist und jeder von seiner Arbeit begeistert und erfüllt ist.

Wie sieht es mit Deiner Work/Life-Balance aus?

Es gibt so Zeiten, an denen ich mich nicht konzentrieren kann und dann plötzlich an einem Sonntagnachmittag ist es soweit, ich habe etwas entdeckt und bin total aufgeregt und kann mich auf einmal richtig konzentrieren, ich denke, ich kämpfe immer damit, die Arbeit einmal ruhen zu lassen. Aber mir macht das nicht besonders viel aus, weil sich das, was ich mache, nicht wirklich wie Arbeit anfühlt.

Ich reise viel und obwohl das fantastisch ist, macht es das Leben auch ganz schön anstrengend. Du fühlst Dich nie geerdet und versuchst immer, Deine Termine während der Reisen zu jonglieren und die anderen Projekte zu managen, während man weg ist. Meine Art damit umzugehen, ist ab und zu aus der Stadt zu fliehen. Ich habe das Glück ein Haus auf Long Island zu haben und ich fahre jedes Wochenende dorthin, wenn ich in New York bin. Es ist einfach solch eine andere Umgebung und so entspannend. Es gibt dem Kopf den Freiraum, den er braucht. Ich gehe auch laufen, das ist die einzige Zeit des Tages, zu der ich wirklich zur Ruhe komme.

Was liebst Du an New York und wie beeinflusst die Stadt Deine Arbeit?

New York hat diese besondere Etwas – es ist wirklich eine Stadt, in der Du mit viel Arbeit tatsächlich das verwirklichen kannst, was Du möchtest. Sie hat eine unglaubliche Energie. Sie ist inspirierend, dort passieren so viele Dinge, Du bist umgeben von Galerien und Restaurants, manchmal muss man sich selbst auch mal in den Arm kneifen, um zu begreifen, wieviel Glück man hat, in dieser Stadt zu leben, in New York.

Was steht bei Dir in 2016 an? Welches zukünftige Projekt möchtest Du gern in die Tat umsetzen?

Ich möchte weniger Kunden annehmen, aber gleichzeitig bin ich unfassbar glücklich über einige meiner neuen Kunden, mit denen ich bald zusammenarbeite. Ich freue mich auch über meine Kooperation mit Vestiaire Collective, die sich weiter gut entwickelt. Die Firma wächst in den USA wirklich sehr und es sind viele kreative Events für nächstes Jahr geplant. Meine Einstellung zu meiner Arbeit ist, sie einfach zu genießen und zu sehen, was als nächstes kommt und offen dafür zu bleiben. Ich liebe meinen Job und ich weiß, dass noch Fantastisches vor mir liegt.

Instagram Impressionen @real_kate_foley

Edit & Übersetzung: Nella Beljan

Nach dem Modedesign-Studium in ihrer Heimatstadt Berlin zog Lilli Heinemann nach London, wo sie für die zweimal jährlich erscheinende Mode- und Kunstzeitschrift Pop arbeitete, den Kult Retailer LN-CC sowie als PR Consultant für Labels wie Loewe, J.W.Anderson, Marques’Almeida und A.P.C. verantwortlich war. 2015 kehrte sie wieder nach Berlin und zu ihren Schreiberwurzeln zurück, daneben widmet sie sich auch weiterhin ihrer Arbeit als Consultant für Magazine und Brands.