Top 5 Kinofilme Frühjahr/Sommer 2016

©Collage / Oriane Baud

Es gehört zu meinen kleinen heimlichen Freuden des Wochenendes, sonntags tagsüber – am liebsten, wenn die Sonne scheint und die Stadt so friedlich ist – alleine ins Kino zu gehen. Am allerliebsten in zwei Häuser, die ich hier nicht nennen kann, in denen man aber nie jemanden trifft. Ungeschminkt und in Leggings und Lieblingspulli vergesse ich da mit ausgeschaltetem (!) Handy so gerne die Zeit – und verlasse den Saal immer ganz selig und mit viel neuer Energie für die kommende Woche. Am letzten Sonntag klappte es allerdings nicht, weil wirklich kein angebotener Film nur annähernd meinen Geschmack traf und eigentlich setze ich gerne auf Arthouse oder Nische. Dann fiel mir auf, dass scheinbar der ganze Filmbranchenkalender auf den 5. Mai als VÖ Datum setzt, weshalb ich euch hier heute meine nächsten Filme aufliste, die ich mir bis zum Sommer nicht entgehen lassen möchte und auf die ich mich schon jetzt sehr freue.

1. A Bigger Splash

Filme, in denen ein Pool vorkommt, liebe ich. Das gleichnamige Werk von David Hockney liebe ich. Da wird also schon nicht soviel schiefgehen. Die Geschichte des Films ist nicht neu: Urlaubsidylle wird gestört durch Gäste. So funktionierte auch schon Swimming Pool und La Piscine. Jetzt wurden noch High Roller wie Tilda Swinton, Dakota Johnson und Ralph Fiennes dazugebucht und die Regie übernahm Luca Guadagnino, der einst schon mit seiner Bildsprache in I Am Love begeisterte.

2. First Monday in May

Selbstinszenierung ist die Mutter der Porzellankiste – oder so ähnlich. Anna Wintour ist und bleibt trotz aller digitaler Zukunftsbestrebungen, die wir hier täglich am Schreibtisch hegen, die unangefochtene Präsidentin dieser Branche. So perfekt positioniert, so akribisch taktiert ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit – mir bleibt vor Begeisterung oft der Atem stehen. Ein großes Talent besteht auch in ihrer Fähigkeit, Gelder für einen guten Zweck einzusammeln, dafür hat AW die Met Gala ins Leben gerufen. Weil das alles so imposant ist, gibt es nun dazu einen Film, der am 5. Mai 2016 zumindest in den USA zu sehen sein wird.

3. Peggy Guggenheim

Das Buch über ihr Leben, Mistress of Modernism: The Life of Peggy Guggenheim (auf deutsch: Ich bereue nichts. Das außergewöhnliche Leben der Peggy Guggenheim) von Mary V. Dearborn habe ich verschlungen – und war ganz inspiriert von soviel Eigensinn. Nun gibt es finalmente einen Film darüber, und zwar von Lisa Immordino Vreeland. Und wir haben es uns darüberhinaus nicht nehmen lassen, noch ein separates Feature über die Ausnahmefrau zu machen, das hier bald folgt.

4. Demolition mit Jake Gyllenhall

“Must Watch” war der Betreff der E-Mail meiner Freundin, die ohne weitere Zusätze einen Link zu dem Filmtrailer schickte. Nicht nur, weil Jake Gyllenhaall ein großartiger Schauspieler ist (Wink!) sondern auch, weil das Thema allgegenwärtig ist: Achtsamkeit im Alltag, die man oft erst lernt, wenn es für manches scheinbar zu spät ist. Kinostart in Deutschland, allerdings erst am 16. Juni 2016.

5. Was kommt

Mia Hansen-Løve hat im Februar den Silbernen Bären in der Kategorie Beste Regie für ihr Werk L’Avenir (Dt.: Was kommt) entgegen nehmen dürfen. Schon in der vorausgehenden Pressekonferenz war sie mir positiv aufgefallen und ich machte zurück am iPad meine Hausaufgaben, um mir ein Bild über ihre vorherigen Projekte zu verschaffen. Der Film über die Band Daft Punk, Eden, war nicht so meins, aber dafür bewegte mich Der Vater meiner Kinder (ein Familienvater begeht Selbstmord) noch Tage danach. Nun widmete sie sich dem Thema des Neustarts im mittleren Alter und konnte dafür keine Geringere als Isabelle Huppert gewinnen.

Julia hat 2007 einen der ersten Modeblogs in Deutschland mitgegründet und als Consultant für Digitale Strategien gearbeitet, nachdem 2010 ihr erstes Buch erschienen ist. Nach vier ereignisreichen Jahren bei Condé Nast, in denen sie hauptsächlich für den digitalen Bereich der deutschen Vogue verantwortlich war, entschloss sie sich, ihr eigenes Online Magazin zu gründen, gemeinsam mit der Partnerin ihrer Träume – mit Veronika Heilbrunner. Julia lebt und arbeitet in Berlin und liest gerne Bücher.

Updates über ihre beruflichen nächsten Schritte gibt es via https://www.linkedin.com/in/juliaknolle/