Shopping: Schlossgespenster

©Collage / Oriane Baud

Veronika Heilbrunner liebt Gespenster – und Schlosshochzeiten! Hier verrät sie, was man auf solchen Festen am besten trägt

Besteht ein Zusammenhang zwischen meiner Schloss Obsession (König Ludwig Schlösser, Downton Abbey und so weiter…) und meinem liebsten Emoji, dem Partygeist? Ich f ü r c h t e JA:

Alles begann mit Das kleine Gespenst von Otfried Preussler. Es war eines meiner ersten Lieblingsbücher und ich habe es als Kind sicherlich mehrere Male verschlungen. Keine Frage, ich hätte zu gerne selbst auf Burg Eulenstein gehaust. Und die hübsche Zeichnung auf dem Buchcover erst. Wie eine federleichte und ein bisschen verrückt-gefährliche, schneeweiße Erscheinung leuchtet das kleine Gespenst gegen den rabenschwarz romantischen Nachthimmel an.

Wenn ich mir nun die Auswahl meiner liebsten Kleider ansehe, dann komme ich nicht umhin zuzugeben, dass da definitv eine Verbindung besteht. Für jeden, der auf sommerliche Hochzeiten in geschichtsträchtigen Schlössern (Landhäuser zählen auch) geladen ist, dem empfehle ich wolkengleiche, pastellfarbene Prinzessinenkleider. Denn genau das ist der Ort, wohin diese hingehören.

Ehrlich gesagt, in all meinen vielen Wishlists und Warenkörben diverser von mir frequentierter Online Shops häufen sich Kleider genau dieser Sorte an. Die für Feste auf Schlössern warten darauf, mich in ein Partygespenst der schicksten Kategorie zu verwandeln. Wallende Seide, die wie ein Windhauch über historische Teppiche fliegt – idealerweise trage ich darunter verborgen Dr. Marten’s, weil sich damit nicht nur gut tanzen, sondern auch gut über eine mit Morgentau getränkte Wiese nach einer langen Nacht laufen lässt.

Wie es der Zufall so will, hatte ich erst vor kurzem das Glück bei der sicherlich schönsten Hochzeit des Jahres, wenn nicht des Jahrzehnts, dabei sein zu dürfen. Emma Elwick-Bates hat die Fakten über die Hochzeit auf dem irischen Lismore Castle wunderbar für die amerikanische Vogue zusammengefasst.

Fantastisch und chick zugleich fand ich Anthony Kendals Wunsch an seine sieben Brautjungfern: schwarze Ballgowns! Denn dies ist das ewige Problem für Hochzeitsgäste, für die jene oben aufgezählten pastelligen Wolkenträume nicht das richtige sind. Jetzt wird der Spieß umgedreht – ist die Farbe Schwarz für Hochzeiten eigentlich verpönt, hat diese Hochzeit der ganz besonderen Art bewiesen, dass es die Steigerung von CHIC ist. Auch hier zählt natürlich wieder: je mehr fließender Stoff und Volants desto besser. Nur Samt ist die ultimative Steigerung, allerdings in Kombination mit nackten Armen oder Beinen, damit man a) nicht umkommt vor Hitze und b) nicht mit den eleganten Sitzmöbeln verwechselt wird.

Für alle, die keine Schlossaktivitäten geplant haben: Luftschlösser zählen genauso!

Geboren und aufgewachsen in München begann Veronikas modische Laufbahn mit Modeljobs, bald wechselte sie auf die andere Seite der Kamera und wurde von der Modeassistentin zur Redakteurin, dann wieder ein Richtungswechsel ins Online-Luxury-Retailing, um bis vor Kurzem zurück beim Burda Verlag als Style Editor der deutschen Harpers Bazaar zu arbeiten. Im Moment lebt sie in Berlin, startete Anfang 2015 eine eigene Firma zusammen mit Julia Knolle, ihres Zeichens Ex-Editor-at-Large von Vogue Digital. Ach ja, ihre Leidenschaft sind Möpse.