Editor’s Pick: Saddlebag aus Samt

Die Saddlebag aus Samt ist der absolute Favorit von Veronika Heilbrunner: über eine Tasche, in die alles Essentielle hineinpasst

Ein Anglizismus, der mir noch sehr gut in Erinnerung ist, weil definitiv einer der ersten, den ich in mein persönliches Modewörterbuch aufgenommen habe, ist die Saddlebag. Gleichzeitig kam mein riesiges Interesse für die vorderen Seiten in den damals noch sehr dicken Luxusschinken aka Modemagazinen. Das war quasi in der Hochzeit der Anzeigen. Ich weiß es noch wie heute: Gisele Bündchen, die sich unwirklich schön im Jeansbikini mit dazu passender Jeanstasche in gleißendem Licht und relativ schwierig aussehenden (und auch schwer nachzuahmenden) Posen.

Für alle, die nicht wissen, wovon ich spreche: von meiner liebsten John Galliano Phase bei Dior. Als in der Mode noch alles möglich war und mithilfe von bombastischen Shows Millionen von Lippenstiften und Sonnenbrillen verkauft wurden. Als Häuser wie LVMH und damals noch PPR (heute Kering) sich in Umsatzrekorden nur so überschlugen, aber auch eisern bekämpften (wie immer noch…). Und nun wieder zurück zum eigentlichen Thema, der Saddlebag. Damals war das Objekt der Begierde, wie eben schon erwähnt, von Dior. Und sicherlich mit der Baguette Bag einer der Auslöser des Taschenbooms, auch genannt: das „It-Bag-Zeitalter“.

Heute bewegt sich alles in eine andere Richtung. Die Zahlen sinken, die Anzeigen werden weniger, die Hefte dünner. Alles natürlich nicht sehr schöne Tatsachen, aber so manche kleine Depression hat auch ihre Vorteile. Zum Beispiel im Design. Die Saddlebag meiner Begierde nämlich ist kleiner, wenig Platz innen drin, aber immerhin findet alles (von Schlüssel, Portemonnaie bis Lippenpflege und Telefon) seinen Platz. Zudem lässt sie sich herrlich praktisch umhängen, ob über Kreuz oder einfach elegant an der Schulter baumelnd.

Und das Material! Samt natürlich! Auf die Gefahr mich zu wiederholen… ja, wir bei hey woman! sind Samtjunkies. Und in der Ausführung einer Tageslicht tauglichen Umhängetasche nahezu genial. Understated, chic und doch ein Begleiter, den man immer gerne dabei haben möchte, der sich gut anfühlt, den man gerne anfasst. Ich spreche immer noch von einer Tasche. Sie ist von Prada und heißt Pionnière.

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Geboren und aufgewachsen in München begann Veronikas modische Laufbahn mit Modeljobs, bald wechselte sie auf die andere Seite der Kamera und wurde von der Modeassistentin zur Redakteurin, dann wieder ein Richtungswechsel ins Online-Luxury-Retailing, um bis vor Kurzem zurück beim Burda Verlag als Style Editor der deutschen Harpers Bazaar zu arbeiten. Im Moment lebt sie in Berlin, startete Anfang 2015 eine eigene Firma zusammen mit Julia Knolle, ihres Zeichens Ex-Editor-at-Large von Vogue Digital. Ach ja, ihre Leidenschaft sind Möpse.

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