Closet Diaries: Claire Beermann

Claire Beermann schreibt fleißig für das Zeit Magazin und ist von Streetstyle Bildern bekannt: Ein exklusiver Blick in ihren privaten Kleiderschrank

Claire Beermann hat für mich zwei Persönlichkeiten: Einmal die internationale, wenn sie von Streetstyle Fotografen abgelichtet wird, wenn Garance Doré sie nach ihrer Beautyroutine und Manrepeller nach ihren DIY-Fertigkeiten für die beste Rüschenbluse fragen. Und dann die nationale, die Seite der Autorin, wenn sie für Zeit Magazin (was so in etwa das deutsche Pendant zu T Magazine der New York Times ist oder dem M Magazine von Le Monde entspricht) wunderbare Texte kreiert und Interviews führt, zuletzt unter anderem mit Demna Gvasalia  von Vetements oder dem russischen Designer Gosha Rubchinskiy.

Wir kennen uns seit Jahren und ich weiß noch zu gut, wie sie mit zarten 18 Jahren bereits zu überqualifiziert für ein Praktikum in meiner damaligen Redaktion war. Ihr liebevoller Sturkopf macht sie für mich so sympathisch und es macht mir großen Spaß, die Entwicklung ihrer einzigartigen Sicht auf die Dinge (auch auf Instagram) und auf ihre ganz persönliche Garderobe zu beobachten.

Es bedurfte daher keines langen Entscheidungsprozesses, als wir eine zweite Kandidatin für unsere Closet Diaries suchten. Et voilà, willkommen in der Welt der wunderbaren Claire Beermann!

Was ist das älteste Stück in Deinem Kleiderschrank?

Eine Lederjacke von Acne Studios, die ich mir in der 11. Klasse gekauft habe – sie war 50% reduziert – und immer noch wahnsinnig teuer für eine 17-Jährige. Aber ich wusste, dass ich sie für immer behalten würde.

Was ist Dein allerliebstes Lieblingsstück und wieso?

Das kostbarste Stück, das ich besitze, ist eine für mich angefertigte Goldkette mit meinem Namen darauf auf Arabisch. Meine Eltern haben sie für mich in Beirut anfertigen lassen. Ich nehme sie niemals ab. Sie ist meine tägliche Verbindung zu meiner zweiten Heimat, die ich schrecklich vermisse.

Mit welchem Outfit gehst Du auf Nummer sicher?

Mein asymmetrisches Fringe Top von Marques’Almeida kombiniert mit einer navyblauen Tuxedo Hose von Acne Studios. Die Hosen sind klassisch und das Top ist so seltsam, dass ich nichts hinzufügen muss, um interessant auszusehen.

Beeinflusst die Stadt, in der Du lebst, Deine Kleidung?

Überhaupt gar nicht. Ich lebe in Berlin, wo die meisten Leute scheinbar so schäbig wie möglich aussehen wollen. Ich liebe High Heels (trotz dem omnipräsenten Klopfsteinpflaster in Berlin). Ich liebe es, Farben zu tragen und alles Leuchtende und Exzentrische. Wenn mir danach ist, mich fürs Dinner zurechtzumachen, mache ich mich zurecht – egal, was andere Leute anhaben.

Wie packst Du Deinen Koffer, wenn Du in den Urlaub fährst?

Ich neige dazu, die Hälfte zu vergessen, deshalb zwingt mich meine Urlaubsgarderobe zu seltsamen Kombinationen – ein Cocktail Dress mit einer Strandtasche, ein großer Seidenschal als Top getragen. Ich liebe das! Nichts bringt mich mehr dazu, mich eine Millionen Meilen von meinem Alltag zuhause entfernt zu fühlen.

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VIDEO & FOTOS: JULIA ZIERER
Übersetzung: Nella Beljan

 

—IN ZUSAMMENARBEIT MIT THE OUTNET—

Julia hat 2007 einen der ersten Modeblogs in Deutschland mitgegründet und als Consultant für Digitale Strategien gearbeitet, nachdem 2010 ihr erstes Buch erschienen ist. Nach vier ereignisreichen Jahren bei Condé Nast, in denen sie hauptsächlich für den digitalen Bereich der deutschen Vogue verantwortlich war, entschloss sie sich, ihr eigenes Online Magazin zu gründen, gemeinsam mit der Partnerin ihrer Träume – mit Veronika Heilbrunner. Julia lebt und arbeitet in Berlin und liest gerne Bücher.

Updates über ihre beruflichen nächsten Schritte gibt es via https://www.linkedin.com/in/juliaknolle/