Miu Miu „Women’s Tales“ No.13 by Chloë Sevigny

Chloë Sevigny at the premiere of "Miu Miu: Women’s Tales No. 13 – Carmen" / ©Miu Miu

Chloë Sevignys Kurzfilm „Carmen“ für die Miu Miu Women’s Tales, prämierte am Sonntag in New York und thematisiert aktuelle Fragen der Frau

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass das hey woman! team eine Gewisse Vorliebe für die “Women’s Tales” Serie von Miuccia Prada hegt. Kaum verwunderlich, also, dass sich Vorfreude breit machte, als man kürzlich verlautete, dass Chloë Sevigny die Regie des nächsten Kurzfilms aus dem Hause Miu Miu übernehmen würde.

Nun fand am Sonntagabend die Premiere der 13. Auskopplung der Serie statt und aus gegebenem Anlass fand sich das Who is Who der Modewelt im New Yorker Roxy Hotel Cinema zusammen. Unter den Gästen: Tavi Gevinson, Mia Goth, Phoebe Collings James, Julia Restoin Roitfeld, Zosia Mamet und viele mehr. Der Dresscode: selbstverständlich Miu Miu.

 

Der 8-minütige Kurzfilm “Carmen” dreht sich um die gleichnamige Protagonistin (und Ko-Autorin des Films); eine weibliche Stand-Up-Künstlerin aus Portland, Oregon. Chloë Sevigny und Carmen Lynch, die im wahren Leben tatsächlich als Komödiantin tätig ist, schrieben das Drehbuch gemeinschaftlich. Die Witze darin umspannen die Themen Schwangerschaft, Ehe und Tod und auch die Pille-danach findet Erwähnung. Carmens Stand-Up-Gig endet mit den Worten: “Ich hoffe euch haben meine Witze gefallen, und falls nicht, mein Therapeut sagt immer, dass ich nicht für die Gefühle anderer verantwortlich bin.”

Im Film werden alltägliche Situationen zu Metaphern und verweisen auf die Allgegenwart von scheinbar heiklen Themen wie Voyeurismus und (seelischem) Exhibitionismus. In einer der ersten Szenen sehen wir Carmen in einem fliederfarbenen Mock Neck Pullover. Wie so viele Frauen jeden Tag, beäugt sie sich kritisch im Spiegel, zwirbelt ihr Haar, inspiziert den Zwilling auf der anderen Seite.   

Wir sehen wie sie bei einem nächtlichen Kioskbesuch von zwei Männern zugequatscht und beobachtet wird, später sitzt sie alleine an der Bar, einen Drink in der Linken. Zu guter Letzt aber, sind wir Zeugen ihrer Präsenz auf der Bühne: Carmen ist selbstbewusst und lustig, manchmal unfreiwillig komisch. Doch genau diese Unbeholfenheit macht sie umso sympathischer. Mit “Carmen” gelingt es Sevigny einzufangen wie Frauen heute angesehen werden, aber viel wichtiger, wie sie sich selber sehen.