Women We Love: Gisa Golpira

©7daysisaweekend

Gisa Golpira fertigt einzigartige Schmuckstücke aus Goldnuggets, die sie auf umweltfreundliche Weise aus dem Regenwald Südamerikas bezieht  

Im Januar 2015 lernte ich Gisa Golpira zum ersten Mal kennen. Sie war damals eine der Nachwuchsdesigner im Bereich Accessoires des Vogue Salon. Im Hotel de Rome in Berlin präsentierte sie ihre Schmuckstücke, die in Kombination mit ihrer Person und Geschichte so wertvoll wirken, dass wir alle sofort etwas von Golpira besitzen wollten.

Gisas Schmuckstücke sind Goldnuggets – Fundstücke aus Papua-Neuguinea. Seit 2014 kreiert die heute 33-Jährige stetig neue Preziosen für das nachhaltige Schmucklabel, das sie gemeinsam mit ihren Eltern führt. Die Nuggets zieren Ketten und Ohrhänger, Ringe wie Armbänder. Bei jedem Stück handelt es sich um ein Unikat, genauso besonders und individuell wie der Weg, auf dem es in Gisas Atelier und schließlich zu seiner Trägerin gefunden hat.

Als kleines Mädchen wächst sie im Regenwald von Südamerika auf, die Eltern arbeiten als Goldgräber und ihr bester Freund ist ein kleiner Affe. Das hört sich nicht nur schön an, es ist auch wahr. Von klein auf versteht Gisa, was Natur bedeutet. „Sie und die Erde sind die größten Reichtümer, die wir Menschen haben“, sagt sie. Und so sind der Respekt und die Liebe für die Umwelt die Säulen des Labels. „No dirty Gold“ ist ihr Mantra – und das stimmt.

Heute lebt und arbeitet Gisa Golpira in Düsseldorf. Wir haben ihr einige Fragen gestellt, zu ihrer Beziehung zu Schmuck, zu Routinen und Zielen und warum sie ungern Post öffnet.

“Seit meiner Kindheit trage ich einen Goldnugget-Anhänger an einer Kette. Meine Mutter schenkte ihn mir damals, als sie zurück in den Urwald ging und ich in Deutschland blieb. Seitdem verstehe ich, wie man sich emotional an ein Schmuckstück binden kann. Schmuck hat meist einen vielfachen Wert für den Träger und oft ist der materielle Wert zweitrangig. Der Anhänger, den ich damals bekommen habe, sollte später meine Inspiration sein, Golpira zu gründen. Als Tochter von Goldgräbern bin ich schon sehr früh mit den kostbaren Goldnuggets in Berührung gekommen. Ich begleitete meine Eltern auf Expeditionen in den Urwald nach Peru. Wir lebten für einige Monate in Zelten tief im Urwald, um uns herum war nichts als Wald, Tiere und Indianer. Diese Zeit hat mich als Kind sehr geprägt und ich habe bereits in jungen Jahren gelernt, die Natur zu respektieren und zu lieben.

Als Teenager startete ich meine modische Laufbahn mit Modeljobs. Später habe ich Modemanagement studiert und daraufhin in einem bekannten Modehaus als Einkaufsassistentin gearbeitet. Ich vermute, es ist die Summe meiner Erfahrungen und die Leidenschaft für Schmuck, die mich beeinflusst haben, Golpira zu gründen. Am meisten liebe ich den kreativen Prozess an meinem Beruf. Briefe öffnen hingegen nicht so sehr – da sind immer nur Rechnungen drin! Für mich spielt Instagram eine große Rolle, wenn es darum geht, mein Label zu positionieren, den Kunden News zu berichten oder wenn ich einfach auf der Suche nach Inspirationen bin.”

Golpiras DNA wird durch zeitloses Design, höchste Qualität und kompromisslose Nachhaltigkeit definiert. Goldnuggets sind das Herzstück der ausschließlich in Deutschland gefertigten Schmuckkollektionen.

“Wir bearbeiten die natürlich geformten 23k Goldnuggets nicht, sondern lassen sie in ihrem Urzustand, so wie die Goldgräber sie im Dschungel gefunden haben. Jeder Nugget sieht anders aus, ob kantig und matt, länglich und rau oder rund und glänzend, keines gleicht dem anderen und darin liegt auch ihre Schönheit. Jedes hat seine eigene Struktur, Form und besonders seine eigene Energie. So ist jedes Fundstück ein von der Natur geformtes Unikat, ohne den Einsatz giftiger Chemikalien. Unsere Kunden schätzen das. Sie suchen außergewöhnlichen, nachhaltigen und zeitlosen Schmuck, verbunden mit einer besonderen Geschichte. Die Idee ist simpel, und doch hat es vorher noch nie jemand so gemacht. 

Wie viele andere in der Branche habe auch ich keine feste Routine. Es herrscht vielmehr ein organisiertes Chaos. Deshalb ist es mir wichtig, einen strukturierten Morgen zu haben. Fast jeder Morgen fängt damit an, dass ich mindestens 30 Minuten länger im Bett bleibe als mein Wecker mich eigentlich lassen möchte (notorische Langschläferin). Gegen 10 Uhr sitze ich für gewöhnlich im Homeoffice, wenn nicht gerade ein Shooting geplant oder Fashion Week ist. Meistens lese ich zuerst meine E-Mails und arbeite diese dann ab. Zurzeit sitze ich an neuen Styles und arbeite an deren Entwürfen und parallel am Moodboard. Ein konstanter Austausch mit meinem Atelier ist mir besonders wichtig und deshalb bin ich vor dem Mittagessen vor Ort. Gegen Mittag lege ich mir am liebsten die geschäftlichen Meetings oder treffe mich mit meinem Dad oder Freunden zum Lunch. Mein heutiger Nachmittag war verplant mit dem Thema Social Media für den kommenden Monat. Anschließend habe ich mir Gedanken gemacht, wie das nächste Lookbook-Shooting von Golpira aussehen könnte. Eigentlich spielt es keine Rolle, von wo aus ich arbeite. Aber es ist praktisch, in der Nähe des Ateliers zu sein, um Arbeitsprozesse besser koordinieren zu können. Meine Strategie verfolgt den Plan, sich auf nachhaltigen Goldnugget-Schmuck zu konzentrieren und in diesem Bereich erfolgreich zu sein, ohne die Authentizität zu verlieren. Ich werde immer wieder neue Designs entwerfen, aber sie werden immer limitiert erhältlich sein und/oder exklusiv in ausgewählten Concept Stores. Bislang haben wir uns sehr auf den deutschen Markt fokussiert, aber das soll sich bald ändern. Und in fünf Jahren wäre es toll, auch international mit Golpira eine Nische zu füllen.”

Weitere Informationen über Gisa Golpira und ihr Label gibt es auf der Webseite hier sowie auf Instagram (@golpira_nodirtygold), (@gisagolpira).