Women We Love: Laura Jackson

Von Fernsehen und Charity-Galas bis zu ihrem brandneuen Kochbuch Round to Ours, Laura Jacksons britischer Humor und Stil machen sie zu einer Woman We LOVE

Ich werde nie den Moment vergessen, in dem ich diese “Woman (we LOVE)”  zum allerersten Mal sah. Es war letzten Sommer, direkt im Anschluss an die Schau von GanniIch war gerade auf Snapchat aktiv und meine wunderbare Freundin Naomi Smart von der britischen Vogue hatte sie mit im Schlepptau. Wie Clint Eastwood in seinen wildesten Western-Tagen, habe ich keine Zeit verloren mich ihr vorzustellen und meine Linse auf dieses wunderschöne Wesen zu richten, die das wohl ansteckendste Lachen überhaupt besaß (aka die Inkarnation des britischen Humors). Beide Frauen sind zu spät in ihrem Hotel angekommen, wollten aber unter keinen Umständen die Schau verpassen. Anstatt sich also Zeit für die Entscheidung zu nehmen, welches Outfit wohl besser aussehen würde, hat sie einfach zwei Röcke übereinander getragen. Die Rede ist von Laura Jackson.

Als Julia (aka meine hey woman! Co-Gründerin und Kollegin) und ich realisiert hatten, dass wir gleichermaßen in diese Frau verliebt waren, haben wir den allerersten Flieger nach London genommen und fuhren weit in Richtung Osten, um Laura in ihrem Zuhause zu besuchen, in das sie erst kürzlich mit ihrem Mann und Hund eingezogen ist. Es wäre ein Understatement dieses Erlebnis als charmant zu bezeichnen. Ich wäre also nicht überrascht, wenn Tim Walker sie asap anrufen wird.

Nun ist es an der Zeit sich den Clip anzuschauen, mehr über ihre Projekte zu erfahren und ihren einmaligen Stil zu erkunden.

Abgesehen davon, dass wir uns offensichtlich in mehrfachen Lachern verfangen haben, habe ich alles über ihre Erfolgsgeschichte zurück in ihrer Zeit als Fernsehmoderatorin gelernt und erfahren, dass sie gemeinsam mit ihrer Freundin Alice (Levine) ein Food- und Lifestyle-Business namens Jackson&Levine gegründet hat, das sie zusammen führen.

Laura Jackson:  Es ist rund vier Jahre her, dass ich Alice bei einem Wohltätigkeitsbasar getroffen habe, was in etwa einem Charity-Hinterhofflohmarkt gleicht. Wir hatten alle eine Reihe an Tischen aufgestellt, die voll mit Dingen waren, die wir verkauften. Sie hatte einen Stand gegenüber von mir. Wir hatten uns noch nie zuvor getroffen, aber ich denke, dass wir durch die TV-Welt schon irgendwie wussten, wer der jeweils andere war.

An dem Tag plauderten wir, freundeten uns an und tauschten Mailadressen aus. Dann erzählte sie mir: „Ich liebe Essen sehr. Meine Mutter hat einen Gemüsegarten und von Kindheit an war alles bei uns selbst angebaut.“ Und ich sagte: „Meine war echt unterhaltsam – wir hatten immer Gäste zu Hause.“ Wir fingen also an, uns zum Lunch zu treffen und begannen über das Essen zu reden.

Ich denke, da im Fernsehen alles von jemand anderem kontrolliert wird, hatten wir das große Bedürfnis, selbst über etwas die kreative Kontrolle erlangen zu können und irgendwie fühlte es sich einfach so an, als müsse sich das Projekt ums Essen drehen. Wir fingen also an uns gegenseitig zu Hause zu bekochen und sagten: „Oh, das ist eine großartige Idee. Warum dehnen wir unsere Idee nicht aus und machen aus dem Kochen für den jeweils anderen nicht einfach Kochen für andere Leute? Warum starten wir nicht einfach einen Supper-Club?“ Wir wussten bis dato nicht, was sich dahinter genau verbirgt, aber wir hatten ein wenig recherchiert und einige Menschen gefunden, die welche organisierten.

Wir hatten gerade angefangen und noch absolut keine Ahnung, aber wir dachten: „Ok, lass uns 20 Personen einladen, die zum Dinner vorbeikommen – Freunde und Freunde von Freunden. Wir werden von jedem £25 nehmen, ihnen drei Gänge anbieten und uns einen antrinken.

Als wir den ersten Supper-Club veranstaltet hatten, haben wir Freunde und Freunde von Freunden eingeladen – und in einigen wenigen Schritten hatten wir Leute dabei, die bei Magazinen arbeiteten und die ihren Freunden von uns erzählten und so weiter. Auf diese Weise ist es zu diesem großen Supper-Club-Ding geworden.

Wir bekamen eine Kolumne im Company Magazine, in der wir über das Essen sprachen. Es hat sich so angefühlt, als würden die Projekte ganz angenehm Hand in Hand miteinander laufen: Mit dem Veranstalten von Supper-Clubs und dem Kochen hatten wir Dinge, worüber wir schreiben konnten. In der Kolumne ging es um Lifestyle und Restaurantberichte. Dann begannen wir für die Elle zu schreiben und jetzt, wo wir tatsächlich Editorinnen sind, schreiben wir eine Seite pro Monat für das Magazin.

All das führte vor rund eineinhalb Jahren zu einem Kochbuch-Deal. Das Kochbuch beinhaltet alles von Informationen darüber, wie man einen Tisch deckt, bis zu Menüs, die man für gesellige Runden zaubern kann, und nicht nur einzelne Rezepte. Wir versuchen ein Event zu vereinfachen – z.B. wenn die Eltern zu Besuch kommen.

Genau dieses Buch wird vom 18. Mai an erhältlich sein. Es überrascht nicht, dass ich meins bereits vorbestellt habe.

Dieses selbsternannte Jumper-Mädchen managt mit solch einer Leichtigkeit alles von der Geldbeschaffung auf Charity-Galas bis hin zum Designen von Capsule Collections für Habitat. Darum brachte mich ihre Antwort auf meine letzte Frage so sehr zum Lachen, dass ich fast in die Kamera gefallen bin – was auch der Grund dafür ist, dass wir das nicht filmisch haben. Aber die Antwort möchte ich dennoch unbedingt teilen:

Veronika Heilbrunner: Wovon träumst du?

Laura Jackson: Weltmacht! (Lachend.) Irgendwie möchte ich eine große TV-Show – Ich liebe das Fernsehen. Das Buch war ein Traum, aber ich denke, dass ich diesen bereits verwirklicht habe. Mir ist es sehr wichtig eine Familie zu haben und glücklich zu sein, so glücklich, dass ich Lust habe in den Urlaub zu fahren oder mir das Kleid von Topshop zu kaufen. Das sind gewissermaßen meine Ziele. Es hört sich vielleicht ziemlich kitschig an, aber es ist die Wahrheit.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass all das ziemlich bald passieren wird, liebe Laura. Viel Glück, Liebes!

Das Jackson & Levine Kochbuch kann hier vorbestellt werden:

Laura Jackson & Alice Levine

Round to Ours: Setting the Mood and Cooking the Food: Menus for Every Gathering (Englisch), € 23,99 via Amazon

Weitere Eindrücke von Laura Jackson gibt es auf ihrem Instagram Account (@iamlaurajackson) hier.
Weitere Informationen und Inspirationen zu den Supper Clubs gibt es auf dem Jackson&Levine Instagram Account (@jacksonandlevine) hier  oder auf der Webseite hier.

FOTOGRafie & VIDEO: KATINKA OMIR
MUSIk/VIDEO: SIESTA BY JAHZZAR
Übersetzung: Lisa Strube

Geboren und aufgewachsen in München begann Veronikas modische Laufbahn mit Modeljobs, bald wechselte sie auf die andere Seite der Kamera und wurde von der Modeassistentin zur Redakteurin, dann wieder ein Richtungswechsel ins Online-Luxury-Retailing, um bis vor Kurzem zurück beim Burda Verlag als Style Editor der deutschen Harpers Bazaar zu arbeiten. Im Moment lebt sie in Berlin, startete Anfang 2015 eine eigene Firma zusammen mit Julia Knolle, ihres Zeichens Ex-Editor-at-Large von Vogue Digital. Ach ja, ihre Leidenschaft sind Möpse.