Top 5: Schmuck Labels to Watch Vol. I

Schmuck-Labels stehen im Mittelpunkt der neuen hey woman!-Serie. Dieses Mal dabei: Anissa Kermiche, Sophie Bille Brahe, Alighieri, Charlotte Chesnais und Sophie Buhai

Schmuck ist für mich ein faszinierender Kosmos. Ob Gold oder Silber, klein oder groß, dezent oder funkelnd – er kann einem Outfit eine ganz neue Aussage geben, ein Statement sein, Mode perfekt ergänzen. Gerne entdecke ich neue Labels, beobachte etablierte Häuser und Schmuckdesigner und bewundere ihr Handwerk. Von Minimalismus und Avantgarde bis hin zu Opulenz, die vielseitigen Facetten, die die jeweiligen Kreativen ihrer Arbeit verleihen, sind der Grund für diese Serie.Teil eins ist den Designerinnen Anissa Kermiche, Sophie Bille Brahe, Sophie Buhai, Charlotte Chesnais und Rosh Mahtani gewidmet.

Anissa Kermiche

Anissa Kermiche | ©PR

Es fing alles mit Glückskeksen an. Als die in London lebende Französin Anissa Kermiche diese bei einem Dinner liegen sah, kam ihr die Inspiration für die Paniers Dorés. Dieses Paar Ohrringe sollte später von einflussreichen Damen in der Modewelt wie Leandra Medine oder Camille Charrière getragen werden und ihr zum Durchbruch verhelfen. Rasch wurde man auf ihr im Jahr 2016 gegründetes Label aufmerksam. Es folgten Berichte in Vogue, Sunday Times Style und The Telegraph. Ursprünglich studierte die Französin mit algerischen Wurzeln Informatik, doch bald wurde es ihr zu langweilig. Am Central Saint Martins College ließ sie sich zur Schmuckdesignerin ausbilden. Geblieben ist Kermiches Faible für Technik: Ihren Schmuck entwirft sie am Computer. Als konstante Inspirationsquelle dienen Arbeiten von Künstlern wie François Morellet, Alexander Calder oder Constantin Brâncuși. Für ihre klaren und femininen Kreationen mit einer Portion Humor wird sie geliebt, nicht nur von uns.

Favoriten: Tatouage Choker, Diagonale Ring, Rubies Boobies Pendant

Instagram: @anissakermiche | Webseite: www.anissakermiche.com

Sophie Bille Brahe

Sophie Bille Brahe | ©Simon Bocker Morch

“Sie würde dafür sorgen, dass in jedem Raum Blumenbouquets wären, die ihre Stimmung widerspiegeln. Das ist der Anstoß zur Idee für diese Kollektion gewesen; man kann mit Blumen ein Gefühl ausdrücken”, erklärt die Schmuckdesignerin Sophie Bille Brahe. Für ihre Frühjahr/Sommer 2018 Kollektion ließ sich die Dänin von der Schriftstellerin Karen Blixen inspirieren und erweiterte ihr Range, die sehr geprägt ist von reduzierten Formen, um das Motiv der Blume. Ihr Ohrring Croissant de Lune (18 Karat Gelbgold mit kleinen Diamanten) ist das bisher erfolgreichste Modell und wurde vielfach imitiert. Bille Brahe gründete ihr Label 2011, nachdem sie ihr Studium am Royal College of Art in London absolviert hatte. Der minimalistische und dezente wie intellektuelle Ansatz wird von ihren Kunden geschätzt, die bei ihr Luxus in ihrer unaufdringlichsten Form finden. Reflexionen von Gold und Steinen (gerne verwendet sie Diamanten und Saphire), inspirieren die Schmuckdesignerin, doch auch findet sie Assoziationen in der Poesie und im skandinavischem Design.

Favoriten: Kelly Pavé Earring, Imagine Earring, Double Spiral Ring

Instagram: @sophiebillebraheltd Webseite: www.sophiebillebrahe.com

Sophie Buhai

Sophie Buhai | ©PR

Weniger wie Schmuckstücke, sondern vielmehr wie tragbare Skulpturen wirken Sophie Buhais Entwürfe. Kaum verwunderlich, dass ihre Modelle daher auch in Museumsshops wie dem im Cooper Hewitt in New York oder in Santa Fe im Georgia O’Keeffe erhältlich sind. Seit der Gründung 2015 sind vor allem ihre Stücke aus Sterlingsilber sowie die klaren Silhouetten charakteristisch für das Label. Aus Gründen der Nachhaltigkeit produziert die in Los Angeles lebende Designerin alle Stücke aus recycelten Metallen. Bevor sie die Schmucklinie gründete, arbeitete sie zehn Jahre als Kreativdirektorin bei dem von ihr mitbegründeten Modelabel Vena Cava (ausgezeichnet als “runner-up” bei der Verleihung des CFDA/Vogue Fashion Fund Prize 2008). Buhai kreiert einen künstlerischen sowie intellektuellen Kosmos rund um ihre Arbeiten, zu denen auch Objekte wie Möbel oder Geschirr gehören sowie ihr Portfolio als Interior Designerin. Diese Herbst/Winter Saison entwickelte sie gemeinsam mit der Designerin und ihrer langjährigen Freundin Maryam Nassir Zadeh eine Capsule Kollektion bestehend aus Schmuck und Accessories.

Favoriten: Joan Bangle, Paloma Earrings, Wilke Cuff

Instagram: @sophiebuhai | Webseite: www.sophiebuhai.com

Charlotte Chesnais

Charlotte Chesnais | ©Saskia Lawaks

Neun Jahre arbeitete Charlotte Chesnais unter Nicolas Ghesquière für Balenciaga. In dieser Zeit wirkte sie bei der Ready-to-wear-Linie mit und begleitete den Launch der Schmucklinie. Dies sollte eine wichtige Erfahrung sein, die sie später im Jahr 2015 für die Lancierung ihres eigenen Labels nutzen konnte. Organische Silhouetten, Formen, die miteinander verschmelzen – sie verleiht geometrischen Fantasiewerken ihre ganz eigene Handschrift. Ihre Ideen übersetzt Charlotte Chesnais mithilfe von Gold und Vermeil (von einer feinen Goldschicht überzogenes Silber) und verwendet gerne Steine wie Saphire oder Amethysten. Um die Designs der Französin, die einst am Studio Berçot in Paris studierte, hat sich im Laufe der Jahre ein Kult entwickelt. In über 60 Boutiquen weltweit finden sich mittlerweile ihre Schmuckstücke. In beratender Funktion arbeitete sie für diverse Labels, unter anderem Kenzo, Maiyet und Maison Kitsuné. Zudem entwickelt sie Accessoires und Schmuck mit dem französischen Haus Paco Rabanne und ist Consultant bei A.P.C.

Favorits: Saturn Earrings, Hook Earring, Clover Earring

Instagram: @charlottechesnais | Webseite: www.charlottechesnais.fr

Alighieri

Rosh Mahtani | ©PR

Rosh Mahtani will mit ihrem Label Alighieri Geschichten erzählen. Inspiriert von der Göttlichen Komödie des italienischen Dichters und Philosophen Dante Alighieri, hat sie einen Schmuck-Kosmos kreiert, der zum Träumen anregt. Und so finden wir uns in Mahtanis Welt wieder, die von zerrissenen Liebesgeschichten, Wirbelwind-Abenteuern und fernen Orten handelt. Jedes Stück in ihren Kollektionen entspricht einem der 100 Gedichten des Dichters. Die in London ansässige Designerin studierte an der Oxford University Französisch und Italienisch und arbeitete vor der Gründung als Stylistin und im E-Commerce. Doch Alighieris Geschichten ließen sie nicht los und sie übersetze ihre Fantasien in Schmuck, der zu ihrer Leidenschaft wurde. Ohne eine formelle Ausbildung zur Schmuckdesignerin gründete sie schließlich 2014 ihr Label. Ihre filigranen Werke wirken wie moderne Erbstücke, die von vielen Abenteuern erzählen können. Wie zufällig gegossenen erscheinen ihre Silhouetten und Formen, die Imperfektion ist ihre Perfektion. Die Designerin arbeitet bevorzugt mit Bronze, welches oft mit Gold überzogen wird.

Favoriten: The Infernal Storm Earrings, The False Promise Ring, The Dreamer’s Reality Earrings

Instagram: @alighieri_jewellery | Webseite: www.alighieri.co.uk

Madeleine ist Modejournalistin. Für Mode begeistert sie sich, seit sie denken kann – besonders für Kaschmirpullover und Schmuck. Nach fünf Jahren im Moderessort der deutschen Vogue in München beschloss sie, eine neue Herausforderung anzunehmen und nach Berlin zu ziehen. Als Fashion Editor bei hey woman! kann sie ihre Leidenschaften für Styling, Creative Direction und das Schreiben vereinen. Madeleine imitiert gerne Schweizer Akzente und versucht sich als Köchin.

©Phillip Schlegel