Shopping: Daunenjacken

Daunenjacken sind die wärmsten aller Winterjacken. Madeleine hat die schönsten Modelle ausgesucht – unter anderem vom angesagten Label Ienki Ienki

Als im vergangenen Winter Demna Gvasalia für Balenciaga eine rote Daunenjacke über den Laufsteg schickte, war es offiziell. Daunenjacken sind Trend. Natürlich sind sie nie weg gewesen, wie auch? Schließlich sind deutsche Winter harte Realität, kommen jedes Jahr wieder, obwohl sie nie darum gebeten werden. Ich trage oft eine Schicht zu wenig als zu viel, und Daunenjacken passen überhaupt nicht in dieses Konzept. Vor allem deshalb nicht, da sie mich wie in ein Kindergartenkind im Michelin-Männchen-Kostüm aussehen lassen, so beschrieb es ein Ex-Freund (es hat alles seine Gründe).

Ich beneidete Frauen wie Emmanuelle Alt, Chefredakteurin der französischen Vogue, die mit einer XXL-Daunenjacke durch ein verschneites New York lief und dabei fabelhaft eingepackt aussah. Letztes Jahr schlich ich um ein khakifarbenes Modell bei Uniqlo und ließ es doch zurück. Stattdessen zerrte ich aus Ratlosigkeit meine alte Jacke aus dem Fundus (rot, Carhartt, schwierig) und stellte fest, dass auch diese nicht die Lösung war. Schließlich griff ich doch wieder zu meiner Mantel-Winterrüstung, es war besser für alle Beteiligten. Im Geiste spielte eine Kassette: Darauf zu hören mein ehemaliger Kollege, dessen Geheimwaffe für alles Mäntel sind. Ich glaubte ihm. Aber eigentlich war mir wirklich kalt und die Banalität dieses Fakts unangenehm.

Neuer Winter, neue Chance. Alles soll anders werden und mir nicht kalt. Puffer Jackets stehen immer noch hoch im Kurs. Wie schön. Miu Miu hat das eindeutig lässigste Modell, aber auch Balenciaga, Stella McCartney, Tod’s und Haider Ackermann ziehen nach, egal ob mit Textil oder Leder.

Doch das Label, das an allen vorbeizieht und sich von einem Geheimtipp zum Must-have entwickelt, kommt aus der Ukraine. Ienki Ienki wurde von Dima Ievenko in Kiev gegründet. Mit seinem Faible für Outerwear und dem Input seiner Frau Asya Mkhitaryan, die den Concept Store Asthik führt, entwickelte er ein Brand für die wohl tollsten Puffer Jackets. Irgendwo zwischen Funktionalität und Fashion bewegen sich seine Modelle, die klassisch in schwarz, aber auch gerne in gelb oder rot getragen werden.Typisches Merkmal: der Taillengürtel. Dieses kleine Detail schafft es, das Michelin-Männchen (Ievenkos Inspiration) in ein Michelin-Frauchen zu verwandeln.

Der Gürtel-in-der-Taille-Trick funktioniert für viele Dinge, aber insbesondere für große Stücken Stoff, die in eine feminine Form gebracht werden müssen (abgeguckt – wieder bei Emmanuelle Alt). Nachdem die Modelle über den Jahreswechsel von Bekannten des Labels wie Julie Pelipas (Fashion Editor Vogue Ukraine), Miroslava Duma und natürlich Asya Mkhitaryan selbst getragen wurden, fiel das der Modebranche auf. Jeder, der während der Schauen bitterlich fror, blickte sich um. Vor allem via Instagram sprach sich Ienki Ienki rum. Und Kaufhäuser wie Barneys griffen früh zu, in dieser Saison ziehen glücklicherweise Onlineshops wie Mytheresa.com oder auch Anita Hass nach.

Für mich endet damit die Suche und der Komplex – noch nie wollte ich so sehr aussehen wie das Michelin-Männchen. Aber bitte in rosa.

Mehr Informationen und Impressionen zum ukrainischen Label Ienki Ienki gibt es auf der Webseite hier und auf Instagram @ienkiienki.

Runway-Bilder: Vogue.com