Rückblick: Louis Vuitton Cruise 2018

©Collage / Oriane Baud

Louis Vuitton präsentiert die Cruise Collection 2018 in Japan: Ghesquières ikonisches futuristisches Gefühl trifft auf das traditionelle Japan

Mein erster exotischer Trip zu einer einzelnen Cruise Collection Show war grandios organisiert: dreieinhalb Tage in Kyoto waren Begeisterung pur und eine Woche voller Vergnügen. Wenn es möglich wäre, dann würde ich meinen nächsten Urlaub liebend gerne mit dem Reiseberater von #lvcruise buchen.

Ankunft

Ich bin in den frühen Morgenstunden, zusammen mit einer Handvoll sorgsam ausgewählter Redakteure, am Flughafen von Osaka gelandet. Wir wurden von schönen schwarzen Taxis abgeholt, die mit dem Logo von Louis Vuitton versehen waren und von Fahrern mit weißen Handschuhen gefahren wurden – ich entschuldige mich übrigens, falls ich irgendjemanden während der Fahrt mit meinen vielen Instagram Stories genervt habe, aber ich war einfach so glücklich, Full-Speed-WiFi gehabt zu haben. Manchmal machen die kleinen Dinge viel aus.

Mein erster Tempel-Besuch

Nach einem leichten Mittagessen begann unsere Tour mit einer Meditation am Shunkoin-Tempel, gefolgt von einer traditionellen Teezeremonie. Abgesehen von der ruhigen Schönheit und der Gelassenheit des Ortes, fand ich die Tatsache, dass jeder seine Schuhe ausziehen musste, besonders toll – wodurch man automatisch seine Sockenwahl preisgab. Natürlich hatte uns der Reiseberater von Louis Vuitton zuvor ausgestattet.

Dinner

Am Abend vor der Show wurde im bezaubernden Tofukuji-Tempel ein Willkommensdinner veranstaltet. Der Tempel wurde 1236 erbaut und verkörpert den mittelalterlichen architektonischen Stil. Ich habe versucht dem Anlass mit etwas ernstem Glam gerecht zu werden, aber im Vorfeld nicht realisiert, dass das wieder „Zeit für Socken“ bedeuten würde.

Let the Show Begin

Das Miho-Museum, das von I. M. Pei designt und 1997 eröffnet wurde, liegt in der japanischen Provinz inmitten der Shigaraki Mountains. Nach unserer Ankunft folgten wir einem Weg durch einen wunderschönen Tunnel, aus dem später – selbstverständlich – die Models heraustraten. Ein Setting und eine Szenerie, die wahrhaftig surreal waren.

Ehrengäste

Es war so spannend Kansai Yamamoto als Ehrengast der Show zu sehen. Nicht nur ist er für seine vielen Kostüm-Kreationen für David Bowie bekannt, auch hat er den Weg für eine ganze Generation japanischer Designer geebnet, indem er Schauen in Paris veranstaltet hat. Sein Tribut zur Cruise Collection von Louis Vuitton kam in Form der vielen tollen Icons, Symbole und Zeichen, die er für die Taschen und Accessoires designt hat.

Meine Lieblings-Looks

Zu dem Sound von The Blaze (Territory war mein Favorit) trotteten Models mit zerzausten Mähnen auf eine Art und Weise aus dem Tunnel heraus, die nur Nicolas Ghesquière so cool machen kann: Sein ikonisches futuristisches Gefühl trifft auf das traditionelle Japan – aber anstatt der gewöhnlichen Geisha-Interpretation, entschied er sich für die Samurai-Interpretation. Und um noch einen draufzusetzen, eröffneten und beendeten Nicolas Ghesquières asiatische Lieblingsschauspielerinnen Rila Fukushima und Doona Bae die Show.

Details und Finale

Das Make-up von Pat McGrath war teils 70er Glam-Rock, teils Manga-Krieger und stand in perfekter Harmonie zu den Cowboy-Boots und den neuen Taschenformen. Die gibt es nämlich jetzt in Form von einer Mini-Bucket, einer kleinen Hutschachtel-Tasche und einer Pochette mit einem Augenmotiv, die von Yamamoto designt wurde.

After-Show Glow

Die Rede von Nicolas Ghesquière im Anschluss an die Show, unmittelbar vor dem Sonnenuntergang, war schwer zu überbieten – nicht mal von der erstaunlichen Möglichkeit, die Schau ganz privat besuchen zu dürfen.

Dinner

Die feierlichen Dinner wurden in 16 verschiedenen kleinen Restaurants im Stadtteil Gion veranstaltet, dem historischen Herz von Kyoto, das für Reisende erbaut wurde, die den Yasaka-Schrein entdecken wollten. Auch ist es der exklusivste und am besten bekannte Geisha-Bezirk in ganz Japan.

Nach zig Trinkspielen mit den Geishas sind wir in einen nahe gelegenen Club namens Surf Disco gegangen, in dem jeder, der nach all den vielen bezaubernden Impressionen und Leckereien noch in der Lage war sich zu bewegen, inmitten der Models von der Show tanzen konnte, die allesamt umwerfend in den Teilen der aktuellen Kollektion aussahen.

Ich bin so glücklich und fühle mich geehrt, dass ich in den Genuss kommen durfte, nicht nur eine wunderbare Show miterleben zu können, sondern auch das wohl durchdachte, einmalige, „unkaputtbare“ (wie praktisch aber auch, dass Indestructible von Robyn der letzte Song auf dem Soundtrack zur Cruise Collection war) kreative Genie namens Nicolas Ghesquière inklusive seinem Team von Louis Vuitton.

Übersetzung: Lisa Strube

Geboren und aufgewachsen in München begann Veronikas modische Laufbahn mit Modeljobs, bald wechselte sie auf die andere Seite der Kamera und wurde von der Modeassistentin zur Redakteurin, dann wieder ein Richtungswechsel ins Online-Luxury-Retailing, um bis vor Kurzem zurück beim Burda Verlag als Style Editor der deutschen Harpers Bazaar zu arbeiten. Im Moment lebt sie in Berlin, startete Anfang 2015 eine eigene Firma zusammen mit Julia Knolle, ihres Zeichens Ex-Editor-at-Large von Vogue Digital. Ach ja, ihre Leidenschaft sind Möpse.