Playlist: Gillian Sagansky

Gillian Sagansky ist DJ, schreibt für das W Magazine und reist gerne. Für uns hat sie als erste Frau eine Playlist zusammengestellt

Stillstand ist keine Option! Gillian ist der aktivste Mensch den ich kenne, sie liebt es zu Reisen, am allerliebsten an Orte, die vormals gefährlich aussehen oder abgelegen sind. Gillian ist zudem eine Freundin von Freunden, lebte bis vor kurzem in New York und schrieb mir eines Nachts die Nachricht: „Ich ziehe nach Berlin, ich will dich sehen“. Immer wieder beeindruckt von ihrem Mut, Tatendrang und ihrer Einzigartigkeit, bleibt noch zu erwähnen, dass sie neben ihrem lebhaften Globetrotter-Dasein für das W Magazine schreibt und ein richtig guter DJ ist. Das ist auch der Grund, weshalb wir hier unsere Playlist-Kategorie erstmalig für eine Frau räumen und sie ein bisschen über sich erzählen lassen:

Julia Knolle

Ich habe Kritische Deutsche Theorie an der New Yorker Universität studiert und sogar ein Auslandssemester in Berlin verbracht. Ganz viel Heidegger, Nietzsche, Adorno und Benjamin. In meinem Abschlussjahr habe ich einige Storys für das Purple,

Art in America und Oyster geschrieben. Zu der Zeit habe ich realisiert, dass ich eine Journalistin sein könnte und, im Grunde genommen, beruflich Artikel schreiben könnte. Das war ein Traum für mich, denn ich hatte nie vorgehabt graduieren zu wollen. Weil ich jedoch kein Deutsch sprach, konnte ich für keine deutsche Publikation arbeiten. Nach dem Abschluss wurde ich von der amerikanischen Vogue eingestellt, also entschied ich einfach auf der Welle zu schwimmen. Zwei Jahre später führte es mich zum W Magazine und dann nach Berlin – der Stadt, in der ich schon immer sein wollte!

Mein Interesse für Musik fing an, als ich mit 12 Jahren für ein Semester in die Schweiz aufs Internat gegangen bin und ich mit den italienischen Jungs rumhängen wollte, aus deren Gruppenzimmern italienischer Techno dröhnte. Für ein 12-jähriges amerikanisches Mädchen, wie ich es war, war das erstaunlich cool und exotisch. Von daher ist das meine erste musikalische Erinnerung.

Vor sechs Jahren habe ich, während meiner Zeit am College, angefangen als DJ zu arbeiten, nachdem ich einen Ex-Freund angebettelt hatte, es mir beizubringen. Einen Monat später habe ich meinen ersten Gig in einer Kneipe im East Village gebucht, wo ich 50 Dollar unter der Hand bekommen habe. Es gab zu der Zeit noch immer sehr wenige weibliche DJs und ich wollte genauso gut sein wie meine männlichen Kollegen. Also ging ich in ein DJ-Studio, habe pausenlos geprobt und fing tatsächlich an gebucht zu werden!

Ich lege überwiegend auf Mode-Events und Runway-Shows auf. Die magischste Location bei der ich DJ war, war eine Party von Peter Dundas – zu Zeiten als er noch bei Roberto Cavalli war. Die Party wurde während der Art Basel in Miami Beach in dieser exquisiten Kunst-Foundation veranstaltet. Und erst kürzlich war ich DJ bei dem Launch der Kollaboration von Jeff Koons mit Louis Vuitton und es war ein Spaß ohne Ende – ich habe viel Nu-Disco gespielt und den tanzbaren Vibe aufrechterhalten. Das größte Missverständnis? Die Annahme, dass man zurückhaltende Musik auf Cocktail-Events spielen muss. Selbst um 18 Uhr wollen die Leute tanzen!

Mein Traum ist es im Bassiani, einem Techno-Club in Tbilisi, als DJ zu spielen. Der Club befindet sich im Untergeschoss, das früher ein sowjetischer Swimmingpool war. Es ist ehrlich ein anderes Level. Noch habe ich nichts Vergleichbares gesehen, nicht mal in Berlin.

Meine Playlist weiter unten ist eine Mischung aus allem!! Anstatt mich auf ein spezifisches Genre zu fokussieren, wollte ich euch die zehn Songs präsentieren, die bei mir derzeit im Wechsel laufen. Von Songs, die ich höre, wenn ich die Straße hinunter laufe bis hin zu Songs, die ich ich aufdrehe, kurz bevor ich raus in die Nacht gehe! Ein Gesamtkunstwerk, wenn ihr so wollt.

Folgt Gillian hier auf Instagram, lest hier ihre Artikel – und wenn ihr einen guten DJ für euer nächstes Event suchen solltet, bucht unbedingt Gillian!

Julia hat 2007 einen der ersten Modeblogs in Deutschland mitgegründet und als Consultant für Digitale Strategien gearbeitet, nachdem 2010 ihr erstes Buch erschienen ist. Nach vier ereignisreichen Jahren bei Condé Nast, in denen sie hauptsächlich für den digitalen Bereich der deutschen Vogue verantwortlich war, entschloss sie sich, ihr eigenes Online Magazin zu gründen, gemeinsam mit der Partnerin ihrer Träume – mit Veronika Heilbrunner. Julia lebt und arbeitet in Berlin und liest gerne Bücher.