Meine Welt: Lauren Kennedy Malpas

©Collage / Oriane Baud

Lauren Kennedy Malpas ist eine in Paris lebende Stylistin und Art Direktorin, die bereits mit Marken wie Chanel, Cartier und Shiseido zusammengearbeitet hat

Manchmal „trifft“ man online auf Menschen, von denen man glaubt, dass sie einen im echten Leben genauso beeindrucken würden. Lauren Kennedy Malpas ist so eine Person. Der Instagram Account der Art Direktorin/Stylistin war mir schon vor einer Weile aufgefallen, mixte sie dort visuell meines Erachtens Elemente der französischen und japanischen Kultur so chic und ansprechend, dass ich ihr irgendwann eine Interviewanfrage schickte. „Wie bist du wohl auf mich gekommen?“, fragte sie bescheiden. Die darauf folgenden Emails bereiteten mir wöchentliche Freude. Wie sie bis hierher gekommen sei, wollte ich noch wissen: „Ein Freund und ich organisierten so ziemlich aus heiterem Himmel eine Fundraising Party für Japan, eine verträumte pink blossom party, woraufhin das Telefon nicht mehr still stand und ich unzählige Anfragen für Modekooperationen erhielt. Und hier bin ich, sieben Jahre später…. !“ Ich bin mir sicher, dass ihr humorvolles Wesen auch beim ersten Treffen im echten Leben so charmant sein wird, wie es ihre digitale Person verspricht.

Beschreibe Deinen Stil in drei Worten…

Halb “old school”, halb modern.

Früheste modische Erinnerung?

Als ich mit sechs Jahren unbedingt diese mit silbernen Nieten besetzten, schwarzen Lederclogs von Target haben musste. Ich erinnere mich, dass ich meinen Vater zu überzeugen versuchte, dafür auf jeden Fall sein Geld auszugeben. Sie waren zu groß, aber ich tat so, als wären sie perfekt. Beim Verlassen des Geschäfts habe ich sie sofort angezogen. Der lange Weg nach Hause war allerdings soooo schmerzhaft, wie ich umher trampelnd versucht habe diese verdammten, viel zu großen Clogs an den Füßen zu halten!

Dein perfektes Frühstück?

Findet man in jedem renommierten Café in Australien. Australier verstehen etwas von Frühstück, so als hätten sie es erfunden: Granola-Mix mit Obst und Joghurt, pochierte Eier, Avocado-Toast, fabelhafter Kaffee. Aber da Australien so weit weg ist, komme ich auch bei La Fontaine de Belleville auf meine Kosten. Bester Kaffee und bestes French Toast in Paris.

Der Song, der Dich zum Tanzen bringt?

Wanna Be Startin‘ Somethin’… (Anm. d. Red.: von Michael Jackson)

Das Buch, das Du schon zigmal gelesen hast?

Ich habe nie ein Buch mehr als einmal gelesen, aber das kommt von jemandem mit Aufmerksamkeitsdefiziten und jeder Menge ansonsten nur halb gelesenen Büchern im Haus… Ich liebe Worte, arbeite dann aber doch besser mit Bildern.

Kindheitsheld?

Abgesehen von meinem super coolen, großen Bruder Simon? Michael Jackson!

Schmuck, den Du jeden Tag trägst?

Meinen kleinen Art-Deco ‚French-Flag‘ Verlobungsring. Jeff und ich haben ihn gemeinsam ausgesucht. Er war eine Sonderanfertigung für eine New Yorker Geschäftsfrau im Jahr 1941. Und meine weiße J12 Chanel Uhr, ein Geschenk von meinen Eltern zum Abschluss meines Jurastudiums vor 10 Jahren.

Ein Designer, den Du am liebsten von Kopf bis Fuß tragen würdest, wenn Du alt bist?

Auf der Suche nach meinem Hochzeits-Outfit war ich besessen von der Idee, etwas zu finden, was ich noch lieben würde, wenn ich 80 bin, in so einer Weise, dass meine Wahl versehentlich auf Proenza Schouler fiel.

Lieblingsfarbe?

Das beste an Farben ist doch, sie zu kombinieren. Ich könnte nie nur eine auswählen.

Für Dich charakteristische Schuhe?

Ha, Jeff würde sagen Slippers. Ich bin in Asien aufgewachsen, also schlurfe ich im Haus immer nur in albernen Pantoffeln umher. Ansonsten trage ich normalerweise Vintage Designer-Loafers, die mein Dad bei Ebay gefunden hat.

Dein Traumwagen?

Jaguar XJS

Lieblingstier?

Mein kleiner Griffon, Disco. Hunde sind die besten – bodenlose Brunnen der Liebe.

Lieblingsreiseziel?

Lissabon mit Jeff und Disco. Wegen der Sonne, des blauen Himmels, des Sands, der Wellen und den Pastéis de Nata.

Bestes Restaurant?

Das Hirono in Tokio – bestes Essen meines Lebens! Der Chef Hirono bereitet jedes Gericht vor den Augen der Gäste zu, frisch aus dem Meer. Wenn ich könnte, würde ich seine Kreationen gerne mit dem Thalassamou kombinieren, einem kleinen abgelegenen Strandrestaurant in Paros, Griechenland – mit Tischen im Sand, umgeben von Olivenbäumen. Dort gibt es die besten Calamari und leckeres, hausgemachtes Eis.

Lieblingsgeschäft?

Flohmärkte und Antiquitätenläden sind meine “happy places”.

Wo siehst Du Dich in zehn Jahren?

Ich habe Träume, aber sie sind nie so ganz präzise oder geplant. Die besten Entscheidungen in meinem Leben habe ich bisher impulsiv und spontan getroffen.

Letzte (kulturelle) Entdeckung, die Dich umgehauen hat?

Kürzlich in Antwerpen, wo ich die Galeristin Veerle Wenes in der Galerie Valerie Traan besuchte. Veerle lebt in einem abgelegenen Teil der Galerie mit ihrem Mann Bob. Ich war dort, um mir das von ihr vorgestellte Künstlerprojekt Muller Van Severen anzuschauen – Veerles Haus in Kombination mit der Kunst haben mich allerdings umgehauen. Veerle und ihr Lebensstil waren eine Ausstellung für sich!

Die von ihr veranstaltete blossom party ist hier zu sehen:

Shop her Look:


Weitere Eindrücke ihres Lebens und ihrer Arbeit gibt auf ihrem Instagram Account hier und ihrer Webseite hier.


Übersetzung (Q+A): Stephanie Johne

Julia hat 2007 einen der ersten Modeblogs in Deutschland mitgegründet und als Consultant für Digitale Strategien gearbeitet, nachdem 2010 ihr erstes Buch erschienen ist. Nach vier ereignisreichen Jahren bei Condé Nast, in denen sie hauptsächlich für den digitalen Bereich der deutschen Vogue verantwortlich war, entschloss sie sich, ihr eigenes Online Magazin zu gründen, gemeinsam mit der Partnerin ihrer Träume – mit Veronika Heilbrunner. Julia lebt und arbeitet in Berlin und liest gerne Bücher.