Editorial: Winona Forever mit der B Bag von Liebeskind Berlin

Unser exklusives Liebeskind Berlin Editorial von Veronika Heilbrunner gestylt und fotografiert von Miriam Marlene Waldner

Auf meinen Reisen in andere Länder stelle ich immer wieder fest, wie meine Sympathiewerte raketenartig ins scheinbar Unermessliche schießen, wenn ich meinen Wohnort verrate: Berlin! Das führt zu völlig absurden Situationen: wenn das entspannteste Künstlercouple aus LA oder eine dänische Erfolgsdesignerin und mehrfache Mama u-n-b-e-d-i-n-g-t auch hier leben wollen. Spontan denke ich, dass eigentlich ich diejenige bin, die sofort mit ihnen tauschen würde.

Dann wird mir aber wieder bewusst, wie gut wir es hier haben. In dieser mit positiver Energie geladenen, stetig wachsenden und immer jünger werdenden Hauptstadt, die trotzdem wirkt wie ein altmodisches Dorf. So schön verschroben, uncool, schmutzig, unperfekt. Und natürlich gibt es auch noch ganz andere Ecken. Aber wir können bereits erste Schritte verzeichnen, eine DER Weltmetropolen zu werden. Und trotzdem ist bis dahin, glücklicherweise, noch ein weiter Weg.

Das Gefühl dieser Stadt, in der alles möglich zu sein scheint, einfangen zu wollen, scheint ebenso allgegenwärtig zu sein wie ihre riesige Beliebtheit. Auch dem neuen Creative Director Morgan Diguerher von Liebeskind Berlin scheint es so zu gehen, nannte er seinen ersten Streich für das in Berlin sitzende Label: B Bag. Das B steht selbstverständlich für Berlin.

Als Kind der 90er wuchs ich genau mit dieser Art von Beuteltasche auf. Lässig über den Rücken geworfen, nannten wir das damals „Matchbeutel“. Und dabei muss ich sofort an Winona Ryder, Johnny Depp, Drew Barrymore und River Phoenix denken: diese unangepassten Talente, die in ihrem schluderig-glamourösen Look mit ungebremster Wucht ins nächtliche Blitzlichtgewitter der Paparazzi gerieten.

Am liebsten stellte ich mir Hollywoods Nachwuchs unterwegs in New York vor, auf Partys und Vernissagen. Und jedes Bild, das ich in Zeitungen und Magazinen finden konnte, schnibbelte ich aus, um es uns an die Wand zu kleben. Damals persönliche Vorbilder, sind sie heute längst zu klassischen Ikonen avanciert. Und die Stadt, in die man wollte, von der man träumte – das war New York. So wie es heute eben, aus vielerlei und komplett unterschiedlichen Gründen, Berlin ist.

Um genau dieses Gefühl festzuhalten, dafür kam nur Miriam Marlene Waldner in Frage. Sie fotografiert immer analog und ihr Instagram ist ungefähr so wie es sich anfühlt, wenn man alte Hefte der i-D aus den 90ern wiederfindet. Als ich ihr von meiner Idee erzählte – nämlich die Winona 2.0 durch laue Sommernächte zu begleiten – sprudelten die Ideen nur so aus ihr heraus. Auf unsere Protagonistin einigten wir uns in gefühlten vier Sekunden: Die rehäugige Schönheit der folgenden Bilderstrecke heißt Marie Berger. Sie kam vor vier Jahren nach Berlin, hat Sinologie studiert und assistiert seit einem Jahr als Studio Manager bei 032c. Im Moment packt sie allerdings ihren Koffer, denn im Oktober geht es wieder nach Shanghai.

Minimal, pragmatisch, praktisch und dadurch chic, könnte die B Bag auch eine Metapher auf die Stadt, die ihr den Namen gibt, sein. Denn für mich übersetzt Berlin Coolness mit Authentizität und Diversität.

Folgende Bilder pinne ich mir heute an die „Wand“:

Fotos: Miriam Marlene Waldner
Haare & Make-up: Patrick Glatthaar
Model: Marie Berger
Styling: Veronika Heilbrunner
Assistenz: Catarina Marques Teles

 

– In Zusammenarbeit mit Liebeskind Berlin –

Geboren und aufgewachsen in München begann Veronikas modische Laufbahn mit Modeljobs, bald wechselte sie auf die andere Seite der Kamera und wurde von der Modeassistentin zur Redakteurin, dann wieder ein Richtungswechsel ins Online-Luxury-Retailing, um bis vor Kurzem zurück beim Burda Verlag als Style Editor der deutschen Harpers Bazaar zu arbeiten. Im Moment lebt sie in Berlin, startete Anfang 2015 eine eigene Firma zusammen mit Julia Knolle, ihres Zeichens Ex-Editor-at-Large von Vogue Digital. Ach ja, ihre Leidenschaft sind Möpse.