Berliner Modesalon: Backstage bei Vanessa Schindler

Beauty Editor Anna Bok hat sich backstage bei der Berlin Fashion Week das Haarstyling sowie die neuen Trends von Wella Professionals angesehen

Donnerstag, sieben Uhr morgens. Während andere vermutlich gerade noch mal die Snooze-Taste des Weckers drücken, befinde ich mich bereits backstage beim Berliner Mode Salon. Zugegeben, keine glamouröse Uhrzeit, aber die nehme ich gerne in Kauf, denn was beauty-technisch hinter den Kulissen geschieht, finde ich mindestens genauso spannend wie die Shows an sich. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, den besten Stylisten über die Schulter schauen und neue Trends aus erster Hand erfahren zu dürfen?

Erster Eindruck vor der Show von Vanessa Schindler (den Namen sollte man unbedingt auf dem Schirm haben – spätestens seit die Schweizer Designerin dieses Jahr den renommierten Modepreis von Hyères gewonnen hat): Die Stimmung ist erstaunlich ruhig. Obwohl das Team von Wella Professionals, das für mehr als zehn Haarstylings bei der Berlin Fashion Week verantwortlich ist, an diesem Morgen noch mal umdisponiert hat: Ursprünglich war ein Look mit offenem, gelocktem Haar geplant. Beim ersten Fitting stellte sich dann aber heraus, dass die Models gigantische Ohrringe auf dem Runway tragen werden. Beides zusammen funktioniert alles andere als optimal.

Stattdessen haben die Haarstylisten nun einen modernen Chignon-Look kreiert. Und der ist nicht nur so wunderschön, dass bei der ersten Vorführung am Model gleich ein begeistertes Raunen durch den Backstage-Bereich geht – nein, er passt auch hervorragend zu der Mode von Vanessa Schindler: Der streng eingedrehte, glänzende Dutt am Hinterkopf spiegelt die glatten Oberflächen perfekt wider. Die locker herausgezupften Strähnchen am Oberkopf und an den Seiten harmonieren wiederum gut mit den lässigeren Teilen der Kollektion.

Dieses “Easy Done”-Styling mit ultrafeinen, nonchalant abstehenden Babyhaaren sei ein großes Trendthema, erzählt Wella Professionals Trendcoach Janina Ehrenberg im Interview. Bezüglich Farben arbeite man jetzt mit mehr Höhen und Tiefen im Haar: „Wichtig ist, dass der Farbverlauf sehr natürlich und weich ist. Der Ansatz bleibt oftmals etwas dunkler, die Längen werden heller. Sehr angesagt sind außerdem NudeBlondtöne und ein pudriger Kupferton.“

Was bleibt sind Pastellfarben, allerdings als softere Variante und nicht mehr so plakativ wie in der vergangenen Saison (dafür bei Google am besten nach den Stichwörtern “Unicorn Hair” und “Rainbow Hair” suchen). In Sachen Trends wird es übrigens noch ein weiteres Revival geben: individuelle, ausdrucksstarke Looks und Schnitte kommen zurück – zum Beispiel der Vokuhila! Aber auch hier reduzierter und natürlicher, zum Beispiel als Pony.

Und die perfekte Sommerfrisur? Da empfiehlt Janina Ehrenberg den locker zurückgesteckten Chignon, den das Team für die Show von Vanessa Schindler kreiert hat. „Fürs Büro würde ich die Frisur am Oberkopf etwas cleaner stylen. Abends für die Gartenparty kann man die Konturen dann ruhig etwas rougher zurechtzupfen.“ Wird definitiv ausprobiert!

Der Step-by-Step-Guide von Wella Professionals:

  1. Das Haar kreisförmig am Hinterkopf abteilen und zu einem hohen Zopf binden. Die Stirn- und Seitenpartien werden dabei ausgelassen. Etwas Glanz-Creme Just Brilliant auf den Zopf geben, damit der Chignon schön glatt und glänzend wird.
  2. Auf die Stirn- und Seitenpartien das Trockenshampoo Dry Me sprühen, mit einem Kamm toupieren und leicht auflockern. So bekommt das Haar mehr Griffigkeit und die Strähnchen lassen sich am Ende besser herauszupfen.
  3. Die Außenpartien in einzelne Strähnen abteilen, nacheinander um den Zopf drehen und mit Haarnadeln feststecken. Mehr Halt gibt das Glanzspray Glam Mist.
  4. Den Zopf eng um den Chignon wickeln und mit Haarnadeln am oberen Hinterkopf feststecken. Zum Schluss feine Strähnchen an der Vorder- und Seitenpartie herauszupfen.
Bilder: Silvia Conde

 

– IN FREUNDLICHER ZUSAMMENARBEIT MIT WELLA –

Anna Bok ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Nach weiteren Stationen in Freiburg und Florenz verschlug es sie 2007 zum Journalistik- und Kunstgeschichtsstudium nach Hamburg, wo sie anschließend als freie Journalistin für verschiedene Magazine, Zeitungen und Onlinemagazine wie Harper's Bazaar, Süddeutsche Zeitung und Blonde gearbeitet hat. Nach knapp zehn Jahren in der Hansestadt ist sie jetzt wieder nach Berlin zurückgekehrt. Wenn Anna nicht gerade neue Beauty-, Mode- oder Reise-Geschichten textet, findet man sie häufig auf ihrer Yogamatte (Empfehlungen für Studios in Berlin are welcome!).