Beauty Reisetagebuch: Aja Malibu

©Collage / Oriane Baud

Beauty Editor Julia Alfert besuchte das Aja Malibu Resort in Kalifornien für luxuriöse Wellness Behandlungen. Eine Zeit der vollkommenen Regeneration und natürlichen Energie

Eine Woche Auszeit, sagt man, ist viel zu kurz, um sich zu erholen. Dass das nicht immer stimmt, sondern es vielmehr darauf ankommt, wo und wie man diese Auszeit verbringt, hat mir meine Reise nach Los Angeles gezeigt. Ende letzten Jahres habe ich dort – genauer gesagt: in Malibu, und ganz genau gesagt: im Aja Malibu Resort in den Santa Monica Mountains – sieben Tage verbracht.

Auf dem Grundstück, auf dem einst Präsident Franklin D. Roosevelt sein Haus hatte, hat die australische Künstlerin Inannya Magick innerhalb von sieben Jahren das ganzheitliche Retreat aufgebaut, das im Sommer 2016 eröffnet hat. Abgelegen, hoch oben in den Bergen, mit Blick auf den Pazifik ist dieser Ort etwas ganz Besonderes. Was sich hinter der fast unscheinbaren Toreinfahrt verbirgt, neben der als in einem Mosaik der Name Aja mitsamt eines kleines Herzens verewigt ist, ahne ich, obwohl ich vorher Bilder gesehen habe, nicht.

Exteriors ©Aja Malibu

In dem Haus, das gleichzeitig geräumig und wie anheimelnd ist, fühle ich mich auf Anhieb wohl. Vom Eingangsbereich geht es in ein großes Zimmer, dessen Mittelpunkt ein alter Steinkamin ist. Davor liegt ein gewebter Teppich und riesige bunte Kelimkissen verteilt auf dem Boden und auf einem großen Sofa. An den Wänden erstrecken sich Bücherregale, in denen die hauseigene Bibliothek Platz hat. Von Ayurveda und Yoga über Buddhismus und Pflanzenkunde bis hin zu Koch– und Kunstbüchern, gibt es hier alles.

Von dem Wohnzimmer aus gelangt man auf einen kleinen Innenhof, der wiederum zum etwas tiefer gelegenen Spabereich führt. Über einen langen Flur geht es in die große, offene Küche und weiter in die Kräuter-Apotheke. Die Gästezimmer (es sind sieben verschieden große Suiten) befinden sich verteilt auf mehreren Ebenen.

Und von überall geht es nach draußen in den Garten. Wobei Garten eine Untertreibung ist. Paradies würde es eher treffen. Verbunden durch kleine Treppen oder kurvige Wege erstreckt sich auf verschiedenen Ebenen die üppige Natur. Zitronenmelisse wächst neben Kamille, weißer Salbei neben Basilikum. Feigen, Pfirsich- und Aprikosenbäume, Ginko, Palmen, Oliven, Blumen und Pflanzen in allen erdenklichen Formen und Farben.

Zwischendrin fließt ein kleiner Bach, laden Sofas, Liegen, Schaukeln und Hängematten zum Verweilen ein. Skulpturen, Lampen und Kunst aus aller Welt sind mittendrin so selbstverständlich in der Natur platziert, als wären sie dort gewachsen. In friedlicher und stiller Harmonie wirkt das Ganze fast traumhaft. Die Natur ist hörbar, spürbar – alles scheint im Einklang.

Meine Suite besteht aus einem großen Zimmer, in dessen Mitte ein riesiges Bett steht. An jeder Seite spenden marokkanische Lampen warmes Licht – die Schatten werfen verspielte Muster an die Wand. Vom Bett aus blicke ich auf ein großes Badezimmer mit einer Badewanne, die komplett von einem Fenster umsäumt ist. Das gibt den Blick auf einen bewachsenen Hang frei – alles grünt und blüht, ab und an sehe ich den Strohhut einer der Gärtner zwischen den Kräuterbüscheln, dem Ginko und dem Hong Kong Lotus Baum aufblitzen. Seine Blätter sehen wie Flügel aus – sobald sie vom Baum abfallen, falten sie sich zusammen, um im Wind davon zu fliegen.

Am ersten Morgen, als ich in diesem Zimmer aufwache, fühle ich mich schon wie neugeboren. Der Jetlag ist komplett vergessen. Ich folge dem Duft, der sich im Zimmer ausbreitet – vor der Badezimmertür auf einer kleinen Steinterrasse steht ein Tablett mit einem Räucherstäbchen, einer Kanne energiespendender Yerba Mate Tee. Jeden Morgen um sieben wird dieses Ritual den Start in den Tag bedeuten. Gefolgt von einer Stunde, in der ich mich draußen auf eine Bank setze, lese, meinen Tee trinke und die Stille genieße.

Anschließend gehe ich duschen. Aber nicht, bevor ich mit der japanischen Körperbürste, die ich vom Aja bekommen habe, in kreisenden Bewegungen zum Herzen hin meinen Körper bürste. Ich dusche mit dem hauseigenen, rein pflanzlichen Duschgel und Shampoo.

Manchmal nehme ich auch schon morgens ein Bad mit einer Mischung aus Epsom-Salz, besteht, das unter anderem für die Ausleitung von Giftstoffen aus dem Körper sorgt und aus einer belebenden minzig-zitronig frischen Kräutermischung aus dem Aja-Garten (abends bade ich stattdessen in einer beruhigenden Kräutermischung aus Lavendel und Salbei).

In bequemer Kleidung und barfuß oder auf Strümpfen geht es anschließend zu einer morgendlichen Zeremonie. In einer kleinen Gruppe (im Aja gibt es sieben Zimmer und dementsprechend nie viel mehr als sieben Menschen, die dort für das einwöchige Programm dort sind) wird meditiert, Tee getrunken und über das Chakra des Tages gesprochen. Jeder Tag während dieses “Magick Process”, so heißt das Programm, ist einem der sieben Hauptchakren gewidmet.

Chakren werden im tantrischen Hinduismus, im tantrisch-buddhistischen Vajrayana, im Yoga und in einigen anderen esoterischen Lehren als die sieben Hauptenergie-Zentren des Körpers verstanden, die, solange sie im Gleichgewicht sind, für körperliche und seelische Gesundheit und Wohlbefinden eines jeden Menschen sorgen. Jedem Chakra wird eine Farbe und unter anderem verschiedene Kräuter zugeordnet. Am Herz-Chakra Tag gibt es zum Beispiel einen Tee mit Kumquat, Rosenblättern, Rosmarin und Tulsi, der auch heiliger Basilikum genannt wird und für seine heilende Wirkung in vielen Bereichen bekannt ist.

Nach der Zeremonie im “Om-Raum” gibt es ein Frühstück aus Chiapudding, Früchten, Samen und Kernen – vieles davon aus dem Aja Garten. Die rein pflanzlich basierte Diät ist nicht im herkömmlichen Sinne (als Abnehmprozedur) zu verstehen, sondern als besondere Ernährungsweise. Denn Hunger habe ich während der Woche nie und die Gemüsegerichte, Salate und andere vegane Kreationen und Dips aus Nüssen, Gewürzen und Milch (z.B. aus Hanfsamen) könnte ich einfach immer essen. Am frühen Abend gibt es nochmal eine wärmende Suppe, zum Beispiel aus Brokkoli oder Kürbis und danach Tee soviel das Herz begehrt.

In der Kräuterküche probiere ich aus den Kräutern, die ich zum Teil selbst gesammelt und getrocknet habe, verschiedenste Teemischungen aus. Grüner Hafer, Pfirsich- und Himbeerblätter, Damiana und Tulsi sind nur einige Kräuter, die ich im Aja für mich entdecke und seitdem als Tee trinke. In der Glasflasche, mit integriertem Teesieb, die wir am Anfang bekommen haben, gieße ich verschieden Tees auf oder gebe frische Kräuter in kaltes Wasser, das ich über den Tag verteilt literweise trinke.

Zwischendrin sorgen Snacks aus fermentiertem Gemüse, Obst, rohem Kakao und Säfte dafür, dass der Körper mit allem versorgt ist, was er braucht.

woche

Shop die „Aja Magick“:

Diese Dinge haben mir außerdem geholfen, etwas von der Magie im Aja in den Alltag  mit nach Hause zu nehmen:

  • Algen zur unterstützenden Entgiftung: Govinda Spirulina und Chlorella Tabs
  • Ayurvedisches Ölziehen als Zwei-Wochen-Kur: Keeko Morning Mint 
  • Unter der Dusche: Intelligent Nutrients Harmonic Body Wash
  • Duftet nach Ruhe und Entspannung: Lotus Wei Inner Peace Energy Mist
  • Für ein entspannendes und pflegendes Bad, Epsom Salz mit Kräutern (am besten selbst gepflückt und getrocknet) mischen: Dr. Teal’s Pure Epsom Salt
  • Meine Lektüre bei der morgendlichen Tasse Tee im Garten: No Mud No Lotus von Thich Nhat Hanh
  • Herzenstee: Tusli Rosa Beere von Lebensbaum
  • Tee für unterwegs: Grosche Marino Tea Infuser

Aja Malibu

1821 Latigo Canyon Rd
Malibu, CA 90265
USA
+1 310-457-7024

Webseite: ajamalibu.com


Julia Alfert

2010 zog die gebürtige Hamburgerin Julia Alfert von Paris nach Berlin. Ein Kunstgeschichtsstudium und viele Jobs später führte ihr Weg sie zu Harper’s Bazaar, wo sie bis Mitte 2015 als Mode- und Beautyassistentin arbeitete. Ihre Lust am Schreiben ist eine neue Entdeckung; der Faible für Beautyprodukte aller Art nicht. Wenn Julia nicht gerade cremt, ölt und sprüht, schreibt und stylt sie für verschiedene Magazine und Websites.