Beauty: Julia Alferts morgendliche Routine

© Julia Zierer

Editor Julia Alfert erzählt von ihrer morgendlichen Beauty Routine inklusive 10 Minuten Yoga, Kaffee “to go” und heißem Wasser mit Zitrone

Die Zeit morgens, bevor ich aus dem Haus gehe, ist mir heilig. Ich stehe zwar früh auf, so gegen halb sieben. Aber nicht etwa, um dann um acht im Büro zu sitzen, sondern um gute zwei Stunden zuhause zu haben, Zeit, die ich nur mit mir und ganz in Ruhe verbringe, bevor ich in den Arbeitsalltag starte.

Während mein Freund praktisch aus dem Bett springt und zehn Minuten später auf der Straße ist, brauche ich diese Zeit allein, um mich noch einmal umzudrehen, das Wetter zu inspizieren und die warme Decke zurückzulassen.

Und dann geht alles seinen gewohnten Gang. Dieses Morgenritual, das ich mit einigen wenigen Ausnahmen mal mehr, mal weniger stringent einhalte, ermöglicht mir einen sanften Start in den Tag und ist die beste Gelegenheit, alles ins richtige Licht und Gleichgewicht zu rücken.

Wach werden

Aus dem Bett geht es als erstes in die Küche – dort mache ich mir ein Glas heißes Wasser mit ein paar Spritzern Zitrone. Das leitet Schadstoffe aus dem Körper, kurbelt die Verdauung an und wärmt von innen – eine kleine Entschädigung dafür, dass ich meine warme Bettdecke zurücklassen musste. Mit dem Wasser in der Hand mache ich oft ein Duftlämpchen an. Meistens kommen ein paar Tropfen Zitrusfrucht-Duftöl (Bergamotte, Mandarine oder Orange) ins Wasser.

Und gerade mische ich noch Make A Wish Come True von Saint Charles Naturals dazu. Mandarine und Weihrauch hüllen den Raum dann in winterliche Geborgenheit. Leider gibt es das vor einiger Zeit eigens für MDC hergestellte Öl nicht mehr so zu kaufen. Jede Menge Alternativen findet man aber bei Primavera oder Maienfelser.

Dann steht Ölziehen auf dem Programm. Eine Zeit lang habe ich Kokosöl dafür genutzt, gerade kommt aber Sesamöl zur Verwendung, da mir eine Freundin den Tipp gegeben hat, dass das zu kalten Jahreszeit und für mich als jemanden, dem immer kalt ist und der einen niedrigen Blutdruck hat, das beste Öl sei.

Ein Teelöffel voll davon wird dann für ca. zehn Minuten im Mund behalten, hin und her gespült und durch die Zähne gezogen. Diese Heilanwendung hat ihren Ursprung in Indien und Russland. Sie sorgt für die Gesundheit des Zahnfleischs und wirkt entgiftend. Wenig sexy – aber ich bin ja ohnehin allein zuhause.

Unter der Dusche

Bevor es unter die Dusche geht, bürste ich meinen Körper mit einer Trockenbürste ab. Dazu streiche ich die Japanese Spa Sisal Detox Brush von Hydréa London von den Füßen über die Oberschenkel zum Bauch und von den Händen über die Oberarme zur Brust – in kreisenden Bewegungen, die immer in Richtung Herz führen. Die Inspiration dazu habe ich bei der Susanne Kaufmann Körperbehandlung im Hotel „Das Stue“ in Berlin bekommen.

Und auch sonst habe ich schon von so manchem von den Vorteilen des regelmäßigen Körperbürstens gehört. Die Anregung der Blutzirkulation und Glättung der Haut sind nur einige davon. Unter der Dusche geht es meistens schnell: Haare waschen, Conditioner auftragen und einige Minuten einziehen lassen. Einseifen mit vornehmlich nach Kräutern, Rosen oder Zitrus duftender Seife und ganz zum Schluss kalt abduschen. Nur wenn ich sehr motiviert bin, gibt es Wechseldusche, also warm und kalt im Wechsel. Auf jeden Fall höre ich immer mit kaltem Wasser auf. Dann bin ich erstens richtig wach und zweitens ist mir – einmal raus aus der Dusche – ganz warm.

Sprühen und Cremen

Ein paar Spritzer Gesichtstonikum kommen direkt auf die noch nasse Haut. Gerade nutze ich das erfrischende Mist Olive von der koreanischen biozertifizierten Kosmetikmarke Whamisa. Das Spray Serum mit Extrakten aus Olivenblättern, Bergamotte und Aloe Vera benetzt die Haut mit Feuchtigkeit und bereitet sie auf die anschließende Pflege vor.

Die nächsten fünf Minuten widme ich einem meiner liebsten Beauty Rituale: dem Einölen und Eincremen. Ich benutze meist mehrere verschiedene Öle und Cremes. Gerade kann ich aber nicht genug von dem Sweet Vanilla Dry Oil von The Organic Pharmacy bekommen. Es duftet so schön und ganz natürlich nach Vanille – dieser Duft ist mir eigentlich oft zu süß, aber in diesem Öl genau richtig dosiert und in Kombination mit anderen Pflanzendüften einfach nur gut. Außerdem zieht es schnell ein und hinterlässt die Haut leicht schimmernd und samtig weich.

Ruhe

Im Bademantel oder Pullover geht es dann für einen Moment auf die Yogamatte oder aufs Sofa. Manchmal mache ich das 10-Minuten Yoga mit der virtuellen Michaela. Die mag ich aber sogar noch lieber in live bei den von mir besuchten Yogastunden. Und außerdem sind diese Minuten der Stille morgens meistens noch computerfreie Zeit. Gut verbracht ist die auch einfach mit einer Tasse Tee an einem gemütlichen Platz. Die Gedanken, die dann aufkommen, versuche ich vorbeiziehen zu lassen, um ganz zur Ruhe zu kommen. So wappne ich mich am besten für die anstehenden Aufgaben und den Trubel des Tages.

Letzter Schliff

Wieder zurück im Bad putze ich mir die Zähne und widme mich der Gesichtspflege. Dann ist es auch vorbei mit der Stille und ich höre meistens laut Musik (die Playlist von Benedict Wells läuft morgens gerade bei mir rauf und runter).

Als erstes trage ich ein Gesichtsöl oder Serum auf – momentan das Glowskin Active Vitamin C Oil von Dr. Duve, das wunderbar duftet und der optimale Wachmacher für die Haut ist, die nach der Anwendung frisch und prall wirkt.

Im nächsten Schritt massiere ich eine Feuchtigkeitscreme (manchmal mit einer leichten schimmernden Lotion oder mit Primer gemischt) ein und tupfe eine Augencreme auf die Augenpartie. Die Wrinkle Repair Eye Cream von Sensai ist reichhaltig ohne zu beschweren – gerade jetzt, da es so kalt ist, die perfekte Augenpflege wie ich finde. Großzügig aufgetragen wirkt sie den Tag über wie eine Maske, die nach und nach einzieht, pflegt und die Augenpartie mit Feuchtigkeit versorgt.

Neben einer Wimpernzange, Concealer, Rouge und einem Highlighter – mein Favorit bleibt der von RMS – benutze ich auch immer etwas, um die Augenbrauen in Form zu bringen. Die Kombination aus der Couture Brow Palette von Yves Saint Laurent in dunkel und dem Light Brunette Eyebrow Mousse von Blinc funktioniert bestens.

Zum Schluss runde ich alles mit einem glänzenden Balsam ab.

Die Pommade Divine wollte ich allein des Namens wegen ausprobieren und bin von der Konsistenz begeistert: Nicht zu schwer, nicht zu klebrig, nicht zu duftintensiv, macht sie Augenlider und Wangen leicht glänzend, bring störrische Augenbrauenhärchen in Form und bessert trockene Stellen, auf denen vielleicht ein wenig zu viel Concealer gelandet ist, aus. Auch auf den Lippen und Händen macht sich der Balsam gut.

Das Flash Defence Anti-Pollution Mist von Ren Skincare sprühe ich zum Schluss ins Gesicht. Es schützt den Tag über vor Umwelteinflüssen und freien Radikalen, die unnötigen Stress für die Haut bedeuten. Ein Glanzspray ins Haar, ein paar Spritzer Lieblingsparfum – fertig!

Ausgeruht und eingecremt verlasse ich das Haus und steuere geradewegs auf den ersten Kaffee des Tages zu. Der darf bei all der Ruhe am Morgen dann auch gern mal zum Mitnehmen sein und auf dem Weg ins Büro getrunken werden. Ich habe mit meiner Morgenroutine ja praktisch schon auf Vorrat entschleunigt.

Julia Alfert

2010 zog die gebürtige Hamburgerin Julia Alfert von Paris nach Berlin. Ein Kunstgeschichtsstudium und viele Jobs später führte ihr Weg sie zu Harper’s Bazaar, wo sie bis Mitte 2015 als Mode- und Beautyassistentin arbeitete. Ihre Lust am Schreiben ist eine neue Entdeckung; der Faible für Beautyprodukte aller Art nicht. Wenn Julia nicht gerade cremt, ölt und sprüht, schreibt und stylt sie für verschiedene Magazine und Websites.