Women We Love: Stella von Senger

Stella von Senger ist Make-up Artist, junge Mutter und eine gute Freundin. Wir trafen sie in ihrer schönen Wohnung in Berlin.

Auf Instagram (@stella_vonsenger) war mir Stella schon vor langer Zeit aufgefallen. Glücklicherweise trafen wir uns auch eines Tages im echten Leben und haben uns ad hoc ineinander verliebt. Ein gemeinsames Dinner, bei dem sie auch Freund und Baby im Schlepptau hatte, war der Beginn einer besonderen Freundschaft, die mir seitdem schon das ein oder andere Highlight bereitet hat.

Stella kommt eigentlich aus Berlin und ist eine begnadete Make-up Künstlerin. Zuvor war sie eine Weile in Los Angeles, widmete sich dort vorrangig den Special Effects und zauberte Platzwunden und Zyklopen-Augen in die Gesichter der Schauspieler. Schließlich wurde sie schwanger und beschloss mit ihrer Mini-Familie in die deutsche Hauptstadt zu ziehen. Um beide neuen Leben zu vereinen, setzte sie bei der Jobauswahl auf Herzensprojekte. So arbeitet sie derzeit mit der Fotografin und langjährigen Freundin Elizaveta Prorodina zusammen; im Idealfall in Kombination mit dem Model Lou Schoof.

Wir haben diese neue „Lieblingsausnahmefrau“ zu Hause besucht und ihr ein paar Fragen gestellt.

Wie bist Du zu dem Job als Make-up Artist gekommen?

Nach meinem IB bin ich nach Paris und New York gezogen, um mich von den Städten, die ich sonst nur aus Filmen kannte und anbetete, selbst zu überzeugen. Es war ein grandioses Jahr, in dem mir gefühlt die ganze Welt offen stand – ohne Sorgen oder jegliche Verantwortung. Nach einem Praktikum bei den Bayreuther Festspielen habe ich mich für ein Maskenbild Studium in München entschieden; dort lernte ich meine Freundin und großartige Fotografin Elizaveta Porodina kennen. Durch sie habe ich verstanden, dass Make-up auch bei High Fashion Shootings richtig Spaß machen kann.

Mit kurzem Zwischenstopp in Berlin ging es schnurstracks nach L.A., wo ich einen Master in Special Effects gemacht habe. Bis zu dem Moment, als ich schwanger wurde, war das  meine absolute Traumstadt. Ich liebe es, wie Natur dort auf Urbanität trifft. Als das Kind da war, hat mir aber Europa auf Anhieb gefehlt. Einfach mal drauf los spazieren – das ist in L.A. nicht drin. Berlin war schon immer meine Heimat, hier sind meine Familie und Freunde.

Was macht Dir an Deiner Arbeit am meisten Spaß?

Ich liebe es, immer neue Konzepte zu entwickeln und mit meinen Händen zu arbeiten. Ich mag es, mich auf wechselnde Teams einzulassen und ständig neue Orte und Menschen kennenzulernen. Die Hierarchie als Make-up Artist gefällt mir jedoch nicht so gut. Oft werde ich noch nicht einmal auf der ersten Seite des Editorials genannt!

Ich liebe Farben, Formen, Mode aber auch Interior und Objekte. Vielleicht sollte ich mich mehr in Richtung Art Direktion orientieren. Meine Reise ist noch lange nicht beendet. Aber das Ankommen ist sowieso nicht mein Ziel; Ich möchte eher den Weg genießen. Es wäre doch schade, irgendwann einfach stehen zu bleiben.

Was hat sich als Mutter für Dich verändert?

Ich genieße Ruhe und Natur viel mehr. Ich schätze kleine Momente nur für mich und meine Familie. Es gibt für alles weniger Zeit – aber dafür macht auch alles mehr Sinn! Ich bin so froh, jung Mutter geworden zu sein! Ich habe noch die Kraft, alles gleichzeitig machen und schaffen zu wollen. Und ich sehe vieles nicht so eng. Wir schleppen unser Kind überall mit. Lieber integrieren wir Antonino in unser Leben als uns komplett umzukrempeln.

Wie sieht ein normaler Tag in Deinem Leben aus?

Ich werde von meinem Sohn Antonino zwischen sechs und sieben Uhr morgens geweckt. Als erstes wird Kaffee gemacht – davor geht bei mir gar nichts. Mein Freund und ich teilen uns ein Office. Da wir beide selbstständig sind, war das eine super Entscheidung. An Tagen, an denen wir keine Shootings haben, teilen wir die Tage in „Office und Stay at Home Parent“ auf. Zu Hause ist es schwierig, sich zu konzentrieren und sogar eine einfache Email kann zur Herausforderung werden. Das heißt im Klartext: Entweder ich sitze gegen neun Uhr im Büro oder ich spaziere mit Antonino durch den Gleisdreieck Park, der direkt bei uns vor der Tür liegt. Im Grunde ist jeder Tag ein Akt des Multi-Taskings.

Welche Rolle spielen Beauty Produkte in deinem persönlichen Leben?

Ich liebe Beauty Produkte. Mich fasziniert schon das Packaging, die Konsistenz und schlussendlich natürlich die Qualität des Produkts. Privat kann ich gar nicht genug Cremes, Öle oder Shampoos testen und besitzen. Beruflich spielt natürlich jede Form von Make-up eine wichtige Rolle.

Was sind Deine derzeitgen Lieblingsprodukte und warum?

Ganz klar: Cream Blush in Precious von Kjaer Weis. Ich finde es unglaublich natürlich und sehr gut zu verteilen. Die Marke ist so verzaubernd. Allein der Name und das Packaging reichen mir schon. Aber die Produkte sind auch einfach sehr gut. Seit einer Weile bin ich dem Hype um die Marke Glossier verfallen. Der Haloscope Highlighter ist super, er ist eine Kombination aus Pflege und Make-up und ist im Vergleich zu dem von mir beruflich sehr geschätzten Highlighter von rms Beauty extrem alltagstauglich. Er gibt der Haut einen gesunden Glow, der nicht glitzert sondern strahlt. Außerdem kommt er in einem sehr handlichem Stick. Man kann ihn überall und ohne Finger oder Spiegel einfach auftragen. Prtty Peaushun darf nicht fehlen. Die Bodylotion überzeugt dadurch, dass man sie wahlweise mit leichter abwaschbarer Tönung kaufen kann. Ich bin ein hoffnungsloser weißer Käse und werde einfach nicht braun. Sprich: Ich habe schon etliche Male Selbstbräuner ausprobiert. Irgendwie werden wir aber keine Freunde. Ich mag den Geruch nicht, oft ist meine Bettwäsche am nächsten Morgen braun gefleckt und es ist einfach nicht mein Ding, stundenlang nackt durch die Wohnung laufen in der Hoffnung, dass der Bräuner nicht fleckig wird. Zu guter Letzt möchte ich nie wieder auf meinen Konjac Sponge verzichten. Diesen feinporigen Schwamm benutze ich jeden Abend und Morgen und fühle mich auf Anhieb gereinigt.

Welches Beautyprodukt benutzt zu am längsten?

Meine Produkte wechseln sehr oft, weil ich viel zu neugierig bin. Coco Mademoiselle von Chanel ist ein treuer Begleiter sowie Duschgels von Weleda und die Waschlotion von Dr. Hauschka.

Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Auf dem Land wohnend, ein weiteres Kind, ein eigenes Business. Mit sehr vielen Reisegeschichten im Gepäck und sehr guten Freunden an meiner Seite.

Was sind deine Top Drei Lieblingsaccounts auf Instagram?

Ich liebe Accounts wie Chiara Nonino (@chiaranonino), Love.watts (@love.watts), Mansur Gavriel (@mansurgavriel) in den Händen der Posternak Schwestern und Leandra Medine (@leandramedine) von Manrepeller. Bei übermäßig viel Werbung steige ich aus. Ich verstehe, dass Kooperationen ein Teil der Instagram-Realität sind, aber es muss halbwegs angenehm umgesetzt sein.

Glücklicherweise konnten wir Stella dafür gewinnen, eine kleine Mini-Serie für unsere Beauty Rubrik zu schreiben. Dieser Steckbrief ist also gleichzeitig die Vorstellung unseres neuen Contributing Editors – Welcome on board, Stella!

 

 

alle bilder wurden von JESSICA BARTHEL gemacht.

 

Julia hat 2007 einen der ersten Modeblogs in Deutschland mitgegründet und als Consultant für Digitale Strategien gearbeitet, nachdem 2010 ihr erstes Buch erschienen ist. Nach vier ereignisreichen Jahren bei Condé Nast, in denen sie hauptsächlich für den digitalen Bereich der deutschen Vogue verantwortlich war, entschloss sie sich, ihr eigenes Online Magazin zu gründen, gemeinsam mit der Partnerin ihrer Träume – mit Veronika Heilbrunner. Julia lebt und arbeitet in Berlin und liest gerne Bücher.