Women We Love: Babba Canales

© Tory Rust

Babba Canales arbeitete für Uber bevor sie ihren Job bei dem Koffer Start-Up Away anfing: Wir stellen Euch die interessante New Yorkerin vor

Babba Canales ist 26 Jahre alt, wohnt in New York und arbeitet seit Kurzem für Away, einer neuen Brand für Reisegepäck, die ihre Kunden mit dem Direct-to-Consumer Prinzip, also über den hauseigenen Online- und Pop-up Shop erreicht. Letzterer wurde gestern, am 1. Dezember, in der Berliner Torstraße eröffnet. Wir haben mit Canales, der frisch gebackenen Brand Marketing Chefin von Away gesprochen, die auch unsere aktuelle Women We Love ist. In ihren eigenen Worten berichtet sie vom Start ihrer Karriere, wie sie Uber verlassen hat und was sie seitdem gelernt hat:

 

Meine Karriere hat im Grunde in Berlin ihren Anfang genommen – direkt nach dem Studium habe ich angefangen, für das Brillenlabel Mykita zu arbeiten. Dann bin ich zurück nach Stockholm gezogen, um meine eigene digitale Medienagentur zu gründen, mit dem Ziel, einen datenbasierten Ansatz in Sachen Social Media und PR voranzutreiben.

Ich verbrachte einige Wochen damit, meinen Business Plan anzufertigen und mich mit Mentoren und potentiellen Kunden zu treffen, was dazu führte, das ich eines Tages eine E-Mail von einer Firma namens Uber erhielt. Uber suchte gerade jemanden, der ihnen dabei helfen würde, das Unternehmen in Schweden zu launchen und der ihre Marketingabteilung übernehmen würde, und ich wurde dafür empfohlen.

Obwohl ich eigentlich gar keinen Job suchte, dachte ich, sollte ich mich zumindest einmal mit ihnen treffen, um zu sehen, ob sie interessiert daran wären, meine Agentur zu engagieren. Ich traf mich mit dem Manager, der für den Launch zuständig war, und der aus San Francisco zu Besuch in der Stadt war, sowie mit dem gerade neu angestellten schwedischen Produktionsleiter. Ich erinnere mich noch gut daran, wie energiegeladen ich aus dem Meeting ging, überzeugt davon, dass Uber der nächste Google-mäßige Interneterfolg werden würde und dass ich sofort zu dieser Firma stoßen müsste.

Während meine digitale Medienagentur niemals Wirklichkeit wurde, hatte ich bei Uber die Zeit meines Lebens. Ich verbrachte die ersten beiden Jahre in Stockholm, in denen ich am Launch in Schweden mitgearbeitet habe. Stockholm etablierte sich schnell zu unserem am schnellsten wachsenden Markt, was mir die Möglichkeit verschaffte, andere Marketing Manager in Europa, im Mittleren Osten und in Südafrika als Mentorin zu unterstützen.

Dann versetzte Uber mich nach New York, wo ich weitere fantastische zwei Jahre verbrachte, um unsere Strategie für Mode und Lifestyle Partnerschaften aufzubauen. Ich war verantwortlich für die Kampagnen, die den größten viralen Erfolg verzeichnen konnten, inklusive der Partnerschaft mit Rag & Bone während der New York Fashion Week – das wurde die #1 Geschichte in Women’s Wear Daily, und es verhalf mir zu einem Feature in Forbes bei den „30 Under 30 2016“. Das ist ziemlich erfüllend und verleiht mir viel Energie.

Jüngst habe ich mich entschieden, Uber zu verlassen und zu Away zu wechseln, wo ich unser Marketing Team leite. Ich freue mich ziemlich, in die verrückte schnelllebige Start-up Welt zurückzukehren und etwas aufzubauen. Ich liebe die kreative Stimmung bei Away. Das Unternehmen inspiriert mich so sehr und ich kann spüren, dass alles möglich ist. Ich genieße es auch sehr, mein eigenes Team aufzubauen und zu managen, junge Talente in der Firma wachsen und gedeihen zu sehen. Ich bin Uber mein Leben lang dankbar für all die Möglichkeiten und in meinem Inneren weiß ich auch, dass ich anderen jungen Leuten dieselbe Chance zurückgeben möchte.

Mein Geheimrezept, um alles rechtzeitig fertigzustellen, liegt darin, Prioritäten zu setzen, bei der Planung und – natürlich – sich ins Zeug zu legen. Ich lege Prioritätenlisten an, noch bevor ich wirklich loslege. Der größte Fehler, den ich mal gemacht habe, war, einfach Dinge zu machen, als zuerst über sie nachzudenken.

Wie ich in meiner Position gereift bin, habe ich ein besseres Verständnis dafür entwickelt, was die Dinge ins Rollen bringt und was eben nicht. Ich bin auch realistischer geworden und weiß, wie lange etwas braucht, um wirklich ausgeführt zu werden. So etwas ist entscheidend für die Planung im Vorfeld. Das heißt, es ist auch wichtig, ein bestimmtes Niveau der Geschäftigkeit aufrecht zu erhalten, weil man eben nicht alles planen kann; die Dinge ändern sich unterwegs oder Sachen gehen schief, und das ist der Moment, in dem man ganz schön gewieft sein muss, um aus wenig etwas Magisches zu machen.  

Ich habe keinen “typischen Tag” bei der Arbeit. Mein Alltag besteht darin, entweder auf Geschäftsreisen zu sein oder in Meetings zu stecken; in internen Planungsmeetings mit meinen Teams oder auf externen mit potentiellen Kooperationspartnern. Bei Away habe ich das große Glück, mit einer meiner besten Freundinnen zusammenzuarbeiten, die auch noch eine der Gründerinnen der Firma ist – Jen Rubio. Sie ist wahrhaftig ein kreatives Genie. Ihre kreative Vision für Away motiviert mich wirklich, so gut wie möglich bei der Arbeit zu sein. Ich freue mich darauf, eine Firma von Grund auf mitaufzubauen und es könnte keine bessere Firma als Away dafür geben – gegründet und geführt von zwei der inspirierendsten Frauen, die es gibt.

Wenn ich mit jemandem für eine Woche oder einen Monat meinen Job tauschen könnte, würde ich sehr gern in einem Hundeasyl arbeiten und alles über die harte Arbeit lernen, die darin steckt, Tieren in Not zu helfen. Und ich könnte dabei helfen, ein größeres Bewusstsein für Hundeadoptionen zu schaffen. Ich würde das ziemlich erfüllend finden, glaube ich.

Erfahre mehr über Babba (und ihren inspirierenden Hashtag #doingthings) auf ihrem Instagram Account @babba.c. Über Away kannst Du noch mehr auf seinem Instagram Profil entdecken: @away.

 

Away – Pop-Up Store
Torstraße 95
10119 Berlin
Vom 1. – 21. Dezember 2016

 

Übersetzung: Nella Beljan
©Alex de Brabant

Julia hat 2007 einen der ersten Modeblogs in Deutschland mitgegründet und als Consultant für Digitale Strategien gearbeitet, nachdem 2010 ihr erstes Buch erschienen ist. Nach vier ereignisreichen Jahren bei Condé Nast, in denen sie hauptsächlich für den digitalen Bereich der deutschen Vogue verantwortlich war, entschloss sie sich, ihr eigenes Online Magazin zu gründen, gemeinsam mit der Partnerin ihrer Träume – mit Veronika Heilbrunner. Julia lebt und arbeitet in Berlin und liest gerne Bücher.