Top 5: Gesunde Kochbücher

Auf die Frage, ob ich kochen kann, habe ich bisher immer ganz ehrlich mit „Nein“ geantwortet und nicht mal der ehrgeizige Part meines Ichs fand das weiter schlimm. Ein Blick auf mein Küchenregal könnte jedoch zu einem ganz anderen Schluss verleiten: Dort türmt sich gleich ein ganzer Stapel an Kochbüchern. Aus gutem Grund sind das so viele: Wenn mein Kopf eine Pause von den vielen Tageszeitungen braucht, blättere ich voller Muße und gedankenverloren in ihnen. Das ist nur zu empfehlen! Schauen wir also etwas genauer hin – hier sind die Lieblinge unter meinen jüngsten Kochbuch-Errungenschaften.

1. „It’s All Easy“ von Gwyneth Paltrow

Der unangefochtene Favorit ist irgendwie auch keine Überraschung. Nach ihrem Erstlingswerk It’s All Good gefiel mir schon der persönliche Auftakt, dass busy Gwynnie eben nach stressigen Lebensphasen durch gesunde Kost zu sich gefunden hat. Leuchtet ein und ja – die Geschichte ist nicht neu, aber ihr höre ich am liebsten zu und mag es natürlich sehr, dass nun im aktuellen Werk auch ihre beiden Kinder Apple und Moses abgebildet sind. Feel Good Food, aber ohne den ganzen übertriebenen Gesundheitswahn, machen die 125 Rezepte aus. Die Zubereitung des Dinners nach Feierabend (schau, wie schön nahbar!) soll kein minderes Übel darstellen, sondern zur Entspannung beitragen, meint: nicht unnötig nerven. Aufgeteilt sind die Gerichte nach Anlässen, beim Konzept hat also wirklich jemand mitgedacht, was die Leser- und Anwendungsfreundlichkeit bzw. Verständlichkeit betrifft: “Summer Nights”, “Unexpected Guests” oder “On The Go”. Milchprodukte, Weizen, aber auch Zucchininudeln und Avocadotoast (mit Bacon) kommen vor. “It’s all easy”, hatte GP versprochen, und schon während man ihre Reszepte ausprobiert, denkt man: “Wie recht sie hat!”

2. „Einfach gut essen – jeden Tag“ von Hemsley & Hemsley

Nein, es ist nicht schwer, die Hemsley-Schwestern für das, was sie derzeit an Aufklärungsarbeit in Bezug auf Koch- und Essgewohnheiten leisten, gut zu finden. Stolze zehn Jahre arbeiten sie schon an ihren Ernährungsprinzipien – wie auch, damit verbunden, dem eigenen Imperium. Zuletzt wurden sie mit einer TV-Show in England und einem Pop-up Café in London für die Mühen belohnt. “Boil Your Bones” stand auf der Jutetasche, die sie mir bei der Lesung zu ihrem ersten Buch in die Hand drückten, damals in Berlin. Und seitdem sind sie dafür verantwortlich, dass ich hierzulande immer noch nach dem geeigneten Knochenbrühelieferanten suche.

Auch bei diesem Kochwerk gewinnt die ausgewogene Balance und so findet sich problemlos ein Rezept für den Quinoa-Frühstücksbrei, aber eben auch eins für Sinigang (philippinisches Rindfleischgericht). Geschmack, Nährstoffe, Nachhaltigkeit – versteht jeder und ist nicht unnötig kompliziert. Mein Lieblingsrezept: die Frühstücksschale mit Ei, Lachs und Gemüse.

3. „My New Roots“ von Sarah Britton

Als ich mich näher mit der “besseren” Ernährung auseinanderzusetzen begann, leistete mir Sarah Britton mit ihrem Blog My New Roots sehr gute Dienste. Dann wurde das Kontentangebot in dieser Richtung immer größer, sie verschwand von meinem Radar und katapultierte sich schlagartig darauf zurück, als ich bei Amazon ihr Kochbuch mit vegetarischen Gerichten only entdeckte, das denselben Namen wie ihr Blog trägt. Darin zu finden: das Rezept für mein “Life Changing” Brot. “Jaja, ein Brot backen…”, dachte ich noch beim ersten Lesen – aber eines Tages packte es mich doch: ein Instagram Post in meinem Feed, ein Sonntag ohne Pläne und der Wunsch, meiner Freundin Sarah ebenfalls eine kulinarische Freude zu bereiten (hatte sie mir doch in der Vorwoche ein selbstgemachtes Granola ins Büro gebracht) – zack, wurde ich zur passionierten Brotbäckerin. Eingefroren schwöre ich nun auf das selbstgemachte Wunderwerk, wenn immer mir nach Brot ist und ich vorbildlich auf Weizen verzichten möchte.
Wem das nicht Perspektivenwechsel genug ist, der wird fündig bei Rezepten wie Bohnen-Erbsen-Suppe mit Estragon (dieses Kraut ist wohl das Geheimrezept einer jeden Küchenfee) oder karamellisierter Fenchel mit Kräuterpolenta.

4. „A Modern Way to Eat“ von Anna Jones

Und doch, ganz manchmal lasse ich mich locken von dem Claim “vegan und glutenfrei”. Anna Jones (ein schön generischer Name) hat Jamie Oliver zu einem Zitat auf dem Buchcover überredet – und bei ihren über 200 Rezepten konnte ich wiederum nicht “Nein” sagen. Dann ist es auch noch die deutsche Version, ja, auch die Bequemlichkeit gönne ich mir zwischendurch (gedankenverlorenes Blättern und so: siehe oben).

Also lasse ich mich inspirieren, wie denn die (Hardcore) Version einer “Plant-Based Diet” so aussehen kann: Kräuter-Rührei auf Pariser Art zum Frühstück, würziges Salz-Karamell-Popcorn zwischendurch, Kitchari oder Aloo bzw. Alu (beides indische Gerichte) zum Lunch und abends noch ein wenig Knusper- oder Ofengemüse. Ihr seht: Auch wenn es überwiegend Gemüse geben soll, wird es Uns an nichts fehlen!

5. „Keep it Real“ von Calgary Avansino

Diese junge Autorin erzählt eine in Frauenmagazinkreisen nicht unbedeutende Geschichte: Sie ist als Amerikanerin von New York nach London gezogen und trifft mit ihrer Schreibe genau den Geschmack der Chefredakteurin der dort ansässigen Vogue, Alexandra Shulmann. Wer also das Magazin liest – und das tun wir, was die britische Ausgabe betrifft, sehr gerne – dem ist Calgary keine Unbekannte. Die Themen rund um gesunde Ernährung werden regelmäßig von ihr bespielt, ein eigenes Kochbuch war quasi längst überfällig.

Am Anfang gibt es viele Erklärungen, die Rezepte folgen gestaffelt am Ende. Zum Ausprobieren empfehle ich: ihre Idee, das übergebliebende Dinner zum Frühstück zu essen – grandios! Hatte ich schon oft überlegt und mich nie getraut. Und von den Rezepten: die sechs verschiedenen Dips, die vier Eis-Varianten, die Brokkoli-“Fleischbällchen” (vegetarisch!) und das Kokosmilch-Curry mit Süßkartoffeln, Kale und Kichererbsen. Genügend Gründe to keep it real!  

 

Julia hat 2007 einen der ersten Modeblogs in Deutschland mitgegründet und als Consultant für Digitale Strategien gearbeitet, nachdem 2010 ihr erstes Buch erschienen ist. Nach vier ereignisreichen Jahren bei Condé Nast, in denen sie hauptsächlich für den digitalen Bereich der deutschen Vogue verantwortlich war, entschloss sie sich, ihr eigenes Online Magazin zu gründen, gemeinsam mit der Partnerin ihrer Träume – mit Veronika Heilbrunner. Julia lebt und arbeitet in Berlin und liest gerne Bücher.