Top 15: Sommerleseliste 2016

Collage der Sommerleseliste
©Collage: Oriane Baud / Image "Bike": James Johnston

Lektorin Friederike Schilbach hat für uns ihre Top 15 Lesetipps zusammengestellt

Mit Friederike habe ich damals zusammen mit Jessica Weiss mein erstes Buch geschrieben. Als Lektorin weiß ich ihre Expertise zu schätzen, bis heute (ist ja nun auch schon wahnsinnige sieben Jahre her) verfolge ich ihren Alltag als guter, smarter Kopf, der ein beeindruckendes Gespür für Bücher hat, ganz genau. Ihren Humor und ihre Herzlichkeit liebe ich sowieso.

Eines Morgens flatterte eine E-Mail in mein Postfach, ein Selfie ihrer aprikosenfarbenen Hose mit dem Kommentar: ‘Schau, von dieser sprach ich, als du dein letztes Interview mit mir gemacht hast.’ Ein Elefantengedächtnis, dabei schlau wie ein Fuchs und ausgestattet mit der Fähigkeit, mir für den Rest des Tages ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Auf Facebook teilt F., wie ich sie nenne, regelmäßig ihre Leseempfehlungen: Listen, die meiner Meinung nach einer größeren Aufmerksamkeit bedürfen. Umso mehr freue ich mich, hier ihre eigens für uns zusammengestellte Summer Edition vorstellen zu dürfen.

Nigel Nicolson, Portrait of a Marriage

Nicolson erzählt die Geschichte seiner Eltern, Vita Sackville-West und Harold Nicolson, die in Sissinghurst Castle lebten, umgeben von einem wundervollen Garten. Sie hatten viele Affären und zugleich eine wahnsinnig glückliche Ehe.

Lisa Hanawalt, Hot Dog Taste Test

Der coolste Comic ever. Jemand hat mal über die Autorin gesagt: „She is the Matisse of the buffet line, the O’Keeffe of the fish ball, and the Vermeer of the pigeon with a hot dog in its beak.“

Luca Dotti, Audrey at Home

Ein Buch von Audrey Hepburns Sohn. Mit privaten Fotos aus dem Familienalbum und Audreys Kochrezepten, unter anderem Penne alla Wodka.

French Love Poems

Stimmt, was der Verlag New Directions schreibt: The perfect gift for the one who makes your heart flutter.“

Charles Foster, Being a Beast

Ein exzentrisches Buch aus England, von einem Forscher, der in die Natur zieht, um in der freien Wildnis zu leben wie Dachse, Otter, Hirsche und Füchse. Klingt schräg, ist aber super.

Virginia Woolf, Flush

Ein Klassiker, den ich endlich lesen will, erzählt aus der Perspektive eines Cocker Spaniels.

Gavin Edwards, The Tao of Bill Murray

Ein Buch über die Lebensphilosophie von Bill Murray, in dem herrliche Sätze stehen wie „Surprise is golden. Randomness is lobster.“

Rebecca Schiff, The Bed Moved

Ich wünschte, dieses Buch hätte mehr als 139 Seiten. Die Geschichten darin heißen „My Allergies Will Charm You“, „Rate Me“ und „World Trade Date“.

Mercè Rodoreda, Der Garten über dem Meer

Ein diskretes Buch: Sechs Sommer lang beobachtet der Gärtner eines prächtigen Hauses über dem Meer das Kommen und Gehen der jungen, reichen Besitzer. Sie empfangen ihre Freunde aus Barcelona, fahren Wasserski, feiern Partys, haben Spaß. Aber natürlich kriegt der Gärtner mehr mit – er weiß alles über Liebe, Verlust, Eifersucht und Einsamkeit.

Claudia Rankine, Citizen

Das politische Buch der Stunde. Rankine schreibt Sätze wie: „Because white men can’t/ police their imagination/ black men are dying.“

Andrea Grill, Schmetterlinge

Was fühlt ein Schmetterling? Was denkt er? Träumt er womöglich? Antworten in diesem Tierportrait.

Lucia Berlin, Was ich sonst noch verpasst habe

Hier kennt sie noch kein Mensch, aber ihre Short Stories sind großartig.

Rivka Galchen, Little Labors

Ich liebe dieses kleine orangene Buch und trage es schon den ganzen Sommer mit mir herum. Es steckt voller Geschichten über Babies, Gefühle, Cheerios, Rumpelstilzchen, Literatur und eine fiese Nachbarin.

Ocean Vuong, Night Sky With Exit Wounds

Mein Lieblingsgedichtband des Jahres. Erst fand ich nur den Vornamen des Autors großartig, dann habe ich angefangen zu lesen und war subito verzaubert.

Maggie Nelson, Bluets

Ein Buch, in dem die Autorin sich auf der ersten Seite in die Farbe Blau verliebt, darf an keinem Beach fehlen.

Hier erhältst du unsere Top 15 Sommerleseliste.

Friederike Schilbach ist Lektorin bei S. Fischer und betreut unter anderem Jarett Kobeks Buch „Ich hasse dieses Internet“, das im Oktober erschienen ist.

Julia hat 2007 einen der ersten Modeblogs in Deutschland mitgegründet und als Consultant für Digitale Strategien gearbeitet, nachdem 2010 ihr erstes Buch erschienen ist. Nach vier ereignisreichen Jahren bei Condé Nast, in denen sie hauptsächlich für den digitalen Bereich der deutschen Vogue verantwortlich war, entschloss sie sich, ihr eigenes Online Magazin zu gründen, gemeinsam mit der Partnerin ihrer Träume – mit Veronika Heilbrunner. Julia lebt und arbeitet in Berlin und liest gerne Bücher.