Selfmade Experts: Emma Allen über Everyday Oil

Portrait was taken in the apartment of Ana Kraš ©Tory Rust

Emma Allen ist die New Yorker Frau hinter unserem meistgeliebten Beauty Produkt: Everyday Oil. Hier ihre Geschichte

Ein Lunch Date mit mir selber hat uns schon unser Magazin Review zu(m) Female Gaze eingebracht. Mit dem Dimes, meinem Food-Mekka, wenn ich in New York bin, lege ich auch immer noch einen Zwischenstopp im vom Restaurant gegenüberliegenden, hauseigenen Supermarkt ein, in dem ich auf die braune Glasflasche von Everday Oil stoße. Trage es auf und gehe zum Essen. Komme zurück und kaufe es, weil der Geruch mich nicht mehr loslässt. Und schaue ein paar Tage später erneut vorbei, um es meiner damals noch hochschwangeren Freundin Sara mitzubringen.

Mittlerweile haben wir im hey woman! Büro eine Großbestellung aufgegeben und so ist es wirklich an der Zeit, die Frau hinter Everyday Oil, Emma Allen, von ihrer beeindruckenden Geschichte erzählen zu lassen. Voilà.

Our office armada of Everyday Oil ©Julia Zierer

Ich erinnere mich, wie ich immer, wenn ich eines meiner Gesichts- oder Körperprodukte aufgebraucht hatte, im Gang des Whole Foods Markets (einer amerikanischen Bio-Supermarktkette, Anm. d. Red.) herumstand – völlig verwirrt, welches Produkt sich zu kaufen lohnen würde, etwa was Preis und Inhaltsstoffe anging, und ich war mir auch unsicher, was denn wirklich für meine Haut geeignet wäre.

Immer schon habe ich mir gewünscht, eine natürliche Produktlinie zu finden, die ich wirklich liebe, die ich einfach und bedenkenlos kaufen kann. Ich bin ein großer Fan von Produkten und Ritualen, die einen das ganze Leben über begleiten – ich liebe Dinge, die man für immer benutzen kann.

Als ich damit anfangen wollte, Öl für mein Gesicht zu benutzen, und mir die Produkte, die auf dem Markt erhältlich waren und deren Inhaltsstoffe anschaute, führte dies ehrlich gesagt dazu, dass ich dachte, dass es dieses Produkt, das ich gern haben wollte, noch gar nicht gibt. Ursprünglich war Everyday Oil nur für mein Gesicht gedacht. Und als ich es überall auftrug, fühlte sich das an wie der pure Luxus. Aber einmal gemacht, begriff ich, wie fantastisch ich es fand, nur EIN Produkt für alles zu haben. Das war der Traum.

Nach und nach fertigte ich unterschiedliche Versionen von Everyday Oil an, verfeinerte es mit der Zeit und experimentierte ein wenig herum. Meine Mama probierte mein Öl aus und war sofort sehr begeistert, sodass ich es auch für sie herstellte. Sie hatte immer schon Probleme mit Rosacea und als sie keine Seife mehr für ihr Gesicht benutzte und stattdessen Everyday Oil verwendete, klärte das ihre Haut. Das war ganz erstaunlich und ziemlich fantastisch.

Ich stellte es dann auch für Freunde her und als deren Everyday Oil verbraucht war, nervten mich alle damit, dass ich noch mehr machen solle. Ich wurde oft gefragt, was für einen Duft ich trug und wo man ihn kaufen könne. Ich glaube, irgendwann dachte ich einfach, ‘Wow, das sollte wirklich ein Produkt sein, das die Leute kaufen können.’

Die größte Hürde in diesen frühen Tagen bestand darin, dass ich ziemlich viele Projekte betreute und deshalb gar keine Zeit hatte, Everyday Oil richtig ins Leben zu rufen. Aber das war auch gut, weil es mir die Zeit gab, richtig über das Branding nachzudenken und wie ich damit herüberkommen wollte. Die Resonanz war so positiv und das überzeugte mich, am Ball zu bleiben.

Ich bekomme E-Mails von Leuten, die mir schreiben, wie sehr Everyday Oil ihre Haut verändert hat und das freut mich riesig. Man weiß halt nie, wie die Menschen auf ein Produkt reagieren, wenn es erst einmal da draußen auf dem Markt ist, das ist eine ganz eigene Welt. Es ist wirklich toll, dass die Menschen mein Produkt verstehen, auch wenn ich nicht daneben stehe, sozusagen.  

Der Name sollte genau so klar und geradlinig sein wie mein Produkt selbst. Ich wollte auf keinen Fall, dass es gegendert ist und ich hatte die Idee, dass es wie ein Generikum herüberkommt, wie das beste Generikum überhaupt. Ich wollte, dass Everyday Oil in dieser großen Flasche verkauft wird, die im Bad steht und die man für alles benutzt – die die ganze Familie benutzt.

Lotionen und Cremes sind voller Füllstoffe und Weichmacherim Grunde genommen Schrottund unsere Haut absorbiert so viel von dem, was wir auf sie auftragen. Ich glaube, dass dies der Haut überhaupt nicht guttut und die Anzahl der hochwertigen Inhaltsstoffe, die man wirklich bekommt, ist ziemlich gering. Denken wir an eine teure Gesichtslotion, zum Beispiel – da mag zwar daraufstehen, dass sie ‘Grünen Tee’ oder ‘Algen’ oder ‘Vitamin C’ enthält, aber die Menge dieser Inhaltsstoffe, die wirklich darin enthalten sind, ist minimal. Das meiste von dem, was man kauft, besteht aus Wasser und Weichmachern.

Everday Oil hingegen besteht zu 100% aus pflanzlichen Inhaltsstoffen, es gibt keine Auffüller, alles ist echt: Man bekommt eine Mischung aus sechs kaltgepressten Bio-Pflanzenölen – Arganöl, Kokosöl, Rizinusöl, Jojobaöl, Olivenöl und Sheaöl, mit einem Mischung aus ätherischen Ölen von Palo Santo, Muskatellersalbei, Lavendel und Geranium.

Die ätherischen Öle beinhalten auch eine emotionale Komponente, etwa gibt es Studien, die darauf hinweisen, dass Lavendel die Alphawellen im Gehirn anregt und das fördert die Entspannung; Palo-Santo-Öl wird seit Jahrhunderten in Südamerika für spirituelle Heilungszeremonien verwendet, um schlechte Energien zu vertreiben und den Geist zu reinigen. Geranium enthält dieses wirklich wunderschöne, aufhellende Element wie auch magnetische Kräfte und gilt als Aphrodisiakum.

Everyday Oil enthält über die Hautpflege-Dimension hinaus auch dieses spirituelle Element, das sich vielleicht verrückt anhört, aber ich glaube, es ist etwas ziemlich Wahres dran. Ich denke, etwas, was mich an diesen Ölen immer wieder begeistert, das ist, wie viele Menschen es an mir riechen und so emotional darauf reagieren.

Ich wollte wirklich, dass alles stimmt – inklusive eines fantastischen Dufts, der dabei ganz subtil ist. Mein Produkt sollte auch eine Textur besitzen, die wirklich gut einzieht und sich nicht als hartnäckiger Film auf die Haut legt.

Ich habe ziemlich viel darüber recherchiert und Unmengen über die Eigenschaften der unterschiedlichen Öle gelesen und habe ein bisschen herumexperimentiert, nach Ölen mit Eigenschaften gesucht, welche die Haut reinigen, beruhigen und Irritationen und andere Schwierigkeiten mit der lindern sowie die Haut schützen.

Wenn man mit pflanzlichen Produkten arbeitet, ist es so ähnlich wie mit Nahrungsmitteln – man findet ziemlich viele Unterschiede in Qualität und Verarbeitung. Ich arbeite nur mit Zulieferern, die schriftlich dokumentieren können, wo ihre Produkte herkommen und wie sie gewonnen werden, und die jede Ladung auf ihre Authentizität hin überprüfen. Ich hoffe, dass ich eines Tages direkter mit den Bauern zusammenarbeiten kann.

Manche der Ölessenzen enthalten natürliche Konservierungsstoffe und wirken extrem anti-mikrobiell. Viele der Öle, die als Trägeröle dienen (wie Kokos- oder Arganöl), werden über die Zeit ranzig. Das ist auch mir persönlich mit anderen natürlichen Produkten in der Vergangenheit passiert. Glücklicherweise wirkt die Mischung der ätherischen Öle in unserem Everyday Oil konservierend – also kann man es bedenkenlos für zwei Jahre aufbewahren und benutzen, und das ohne die Zugabe von jedweden synthetischen Konservierungsmitteln.

Das alles wurde in Springs, New York (einem Stadtteil von East Hampton an der Südküste von Long Island, wo ich lebe) auf die Beine gestellt. Das, was ich am allerbesten an meinem Projekt finde, ist, dass es mir ermöglicht, an der Schnittstelle von Unternehmertum und der Liebe zur Welt zu arbeiten.

Für mehr Inspiration, besuch den Instagram Account von Everyday Oil hierUm an dieses fantastische Öl zu gelangen, bitte Leute aus Deinem Freundeskreis, die in die USA reisen, es Dir mitzubringen. In jedem Falle besuch die offizielle Website here.

Julia hat 2007 einen der ersten Modeblogs in Deutschland mitgegründet und als Consultant für Digitale Strategien gearbeitet, nachdem 2010 ihr erstes Buch erschienen ist. Nach vier ereignisreichen Jahren bei Condé Nast, in denen sie hauptsächlich für den digitalen Bereich der deutschen Vogue verantwortlich war, entschloss sie sich, ihr eigenes Online Magazin zu gründen, gemeinsam mit der Partnerin ihrer Träume – mit Veronika Heilbrunner. Julia lebt und arbeitet in Berlin und liest gerne Bücher.