Prada On-the-line

©Collage / Oriane Baud

Endlich ist die Ready-to-Wear Kollektion von Prada online erhältlich: Mytheresa und Net-A-Porter sind die glücklichen Shops

Eine stille Revolution an sich ist die bloße Tatsache, dass Prada nun auch online erhältlich ist. Schuhe, Taschen und Schmuck inklusive der heißbegehrten Accessoires von den Runway Shows gab es ja schon seit einiger Zeit im hauseigenen E-Store. Online Retailer durften bis dato nur die lizensierten Sonnenbrillen zum Verkauf anbieten.

Umso mehr freue ich mich, dass die beiden Luxusshopping Portale Net-A-Porter und Mytheresa letzte Woche die im Februar in Mailand gezeigte Herbst/Winter Ready-to-Wear Kollektion launchten. Wenig überraschend ist, dass das “The Kiss” Shirt von Christophe Chemin für Prada bei Mytheresa sofort ausverkauft war. Und der Fakt, dass ein Pelzmantel aus Opossums und Murmeltieren ebenfalls direkt vergriffen ist, erklärt auf einfachste Weise, wie sehnsüchtig Fans von Prada weltweit darauf gewartet haben, endlich unkomplizierten Zugriff auf ganz besondere Key Pieces zu haben.

Auch ich habe quasi alles – von den Brokatshirts über die Cahier Bag bis zu den Samtsandalen – in meine Wishlist geaddet. Julia schickte mir Freitag, frühmorgens, einen Link zu dem wahrscheinlich schönsten schwarzen Mantel ever. So sind wir alle glücklich. Und ganz besonders, weil es eine der besten Kollektionen von Prada seit Langem ist. Dass der Retailer Mytheresa mit Sitz in München zudem die Weitsicht hatte, die fantastische Alexa Chung in den opulenten It-Pieces abzulichten und damit auf Instagram die Message zu pushen, das heißt: Hier wurde wirklich verstanden, dass auch die letzte Instanz einer bisher unantastbaren Modehoheit mit der (neuen) Zeit gehen möchte. Woher der Wechsel kommen mag, hat Imran Amed kürzlich sehr treffend erklärt. Wir sind gespannt, wo es hingeht. Und ich, ich denke lieber ein bisschen schneller darüber nach, ob die Denimkorsage ein Investment für mein persönliches Archiv sein wird!

Geboren und aufgewachsen in München begann Veronikas modische Laufbahn mit Modeljobs, bald wechselte sie auf die andere Seite der Kamera und wurde von der Modeassistentin zur Redakteurin, dann wieder ein Richtungswechsel ins Online-Luxury-Retailing, um bis vor Kurzem zurück beim Burda Verlag als Style Editor der deutschen Harpers Bazaar zu arbeiten. Im Moment lebt sie in Berlin, startete Anfang 2015 eine eigene Firma zusammen mit Julia Knolle, ihres Zeichens Ex-Editor-at-Large von Vogue Digital. Ach ja, ihre Leidenschaft sind Möpse.