Letting Go! – Yoga mit Michaela Aue

“Letting go”, das Loslassen, scheint den meisten Menschen am schwersten zu fallen. Wir neigen einfach dazu, uns in bestimmten Mustern zu bewegen und unsere speziellen Angewohnheiten zu hegen und zu pflegen. Und diese Angewohnheiten wiederholen wir immerzu (und immerzu und immerzu) in unserem Leben. Aber – das magst Du Dich jetzt fragen – warum nur? Weil es bequem ist. Bequem hat die Bedeutung von: nicht beängstigend, nicht angsteinflößend, eben die selben Sachen, die wir immer wieder machen; das, was dabei herumkommt, ist vorhersehbar, nichts, vor dem man sich fürchten müsste – sogar, wenn wir das Ganze vielleicht gar nicht genießen. Wir etablieren unsere sogenannte Komfortzone, in der wir leben, welche Dir, in den meiste Fällen, eine Art Sicherheit bietet. Aber tut sie das wirklich?

Klar, ich habe auch für ziemlich lange Zeit in meiner Komfortzone gelebt und ich kann auch wirklich gar nicht so genau sagen, was es an einem bestimmten Punkt plötzlich war, dass mich dazu bewegt hat – jedenfalls wurde letztes Jahr auf einmal das Bedürfnis zu reisen so dringend, meine Komfortzone des eigenen Zuhauses und die Stadt, in der ich lebe, die meisten meiner Freunde und meine Familie zu verlassen, dieses Verlangen wurde so stark, dass ich es nicht mehr länger abstreiten konnte. Um es noch unbequemer zu gestalten, beschloss ich, nur eine kleine Reisetasche mitzunehmen, all die fancy Kleidung in meinem Schrank hängen zu lassen und mich wirklich nur auf einige wenige Essentials zu fokussieren. Ich plante eine zweimonatige Reise, ganz für mich alleine – ich bewegte mich ZIEMLICH aus meiner Komfortzone heraus, aber ratet mal, was dann geschah?

Nachdem ich in der ersten Woche fast wieder zurückgekehrt wäre, bekam ich es dann aber hin, meine Ängste zu handeln: allein zu sein, mich nicht sicher zu fühlen, keine Unterstützung zu haben – was auch immer ich aber an Befürchtungen hatte, diese Ängste verschwanden. Sicherlich, das Leben unter Palmen, die Sonne in meinem Gesicht und der Ozean ganz nahe, das hilft natürlich immer. Aber sogar als ich ins graue alte Berlin heimkehrte (eins ist klar, egal, wo Du hingehst, komme niemals im Februar zurück), gelang es mir irgendwie, noch immer außerhalb meiner Komfortzone zu bleiben.

Ich hieß Dinge in meinem Leben willkommen wie diesen neuen Spaße, den wir Your Space genannt haben. Vor vier Monaten hätte ich niemals gedacht, dass ich so etwas wie ein Studio eröffnen würde. Ja, ich weiß, sag niemals nie.

Die Gelegenheit hat sich magischerweise selbst feilgeboten, ich besuchte einen Freund in seinem Kunst Space, verliebte mich (in den Space, nicht in den Freund), rief meine Freundin Sophie an und vier Wochen später, tadaaa! Your Space – ein Ort für Achtsamkeit und Kreativität mit einem Schuss mexikanischer Vibes, daneben unsere Liebe zu Kakteen und Chucho, unser Tag des Toten Hundes (bitte fragt Sophie nach ihm). Auch hier bewegen wir uns beide weit außerhalb unserer Komfortzone, diesen Ort zu betreiben, all diese fantastischen Lehrer und Hüter der Weisheit zu finden, sicherzugehen, dass die Leute herkommen und und eine gute Zeit haben, eben all das. Jeden Morgen treffen wir uns auf unseren Matten, um Yoga zu machen und zu meditieren, zeigen Dankbarkeit für unsere unglaublich wunderbare Reise und tanken positive Energie, um das Ganze vital und am Laufen zu halten. Heute werden wir Dich virtuell zu unserem Your Space führen und Dir eine anspruchsvolle Yoga Abfolge zeigen für jene Zeiten, in denen Du das Gefühl hast, etwas gehen lassen zu müssen – was auch immer das sein mag.

Diese Abfolge enthält stehende und sitzende Vorwärtsbeugen, die Deine hintere Oberschenkelmuskulatur beanspruchen. Atme sanft durch sie, halt Dich nicht an Vorstellungen fest, an Schmerz oder irgendeine Art von Gedanken, die Dir vielleicht gerade in den Sinn kommen mögen. Atme einfach nur, und, insbesondere bei den sitzenden Vorwärtsbeugen, finde einen Moment der Hingabe, das heißt, egal, wie sehr Du möchtest, dass Deine Stirn Deine Kniee berührt, lass los, hör auf, an Deinen Beinen zu ziehen, lass Deine Hände ruhig neben Deinen Beinen und atme. Mach auf jeden Fall vorab ein paar Sonnengrüße, um es Deiner hinteren Oberschenkelmuskulatur zu erleichtern. Lass los und öffne Dich, mach Dich frei für den Zauber, der sich dadurch für Dich entfalten und fließen wird.

YOUR SPACE

PRENZLAUER ALLEE 26

2. Hinterhof, 3. Stock

10405 BERLIN

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Michaela Aue

Michaela praktiziert Yoga seitdem sie ein Teenager ist. Nachdem sie viele Stile ausprobiert und von zahlreichen Yogis hat Lernen können, fokussiert sie sich bei ihren Trainings vor allem auf das Kreieren des Raumes durch Bewegung. Seit 2014 unterrichtet sie in Berlin und wenn sie nicht auf der Matte ist, arbeitet sie als PR und Kommunikationsberaterin.