Editor’s Pick: Levi’s Customized Jeansjacke

© Julia Zierer

Im Levi’s Tailorshop in Berlin hat sich Veronika ihre lässige Jeansjacke bemalen lassen

Eins meiner Lieblingsbilder aus dem Fotoalbum meiner Eltern ist das meines Papas in einer Jeansjacke. Genauso wie sie sein muss, gerade geschnitten, mittelkurz, im richtigen verwaschenen Mittelblau-Ton. Nur sieht Papa aus, als könnte er seine Arme nicht heben. Atmen auch nicht. Aber laut Mama trug man das eben damals so. Und ich finde, es sieht cool und glaubwürdig aus. Vor allem, wenn er so lässig neben seinem selbstgebauten Mofa lehnt. Seit ich denken kann, verliebe ich mich in Jeansjacken dieser Machart. Und als Kind hatte ich genau die eine, die perfekte Jeansjacke. Nach und nach habe ich sie mit immer mehr Patches, Buttons und Broschen versehen. Bis heute wünsche ich mir, ich wäre noch im Besitz dieser „Kutte“.

So ist es natürlich kein Zufall, dass mir beim Einzug in unsere Wohnung in Berlin und dem Einräumen aller Kleidungsstücke die klassische Jeansjacke von meinem Freund (natürlich Levis´s) ins Auge sprang. Ich trug sie im Sommer über Abendkleid oder als Denimtuxedo zu Jeans (sie passt immer!) und im Winter mit Lederjacke oder Mantel. Und ich werde ihrer einfach nicht leid. Im Gegenteil. Sie passt immer in meinen Koffer und ist so universell einsetzbar wie kein anderes Kleidungsstück.

Als ich im Januar vom Levi´s Service hörte, machte ich mich sofort auf den Weg, um herauszufinden, was für schöne Dinge Paula im hiesigen Levi´s Tailorshop in Berlin am Ku’damm so im Angebot hat. Immer noch ganz high von Heidi Slimane´s „Surf Sounds Collection“ für Saint Laurent, träumte ich auf alle Fälle von Palmen und Wellen. Bei einem Besuch in der Fondation Yves Saint Laurent in Paris entdeckte ich die wunderbaren Weihnachtskarten, die Yves jedes Jahr selbst entwirft: LOVE 1992! Leider nicht mein Geburtsjahr aber definitiv meine Farben. Schwarze felsigen Inseln im blauen Meer vor türkisfarbenen Himmel. Außerdem noch diese gotische Palme, die schon immer in meiner Hitlist war.

Das Ergebnis könnt ihr nicht nur hier und jetzt auf hey woman! sehen, sondern mich sicherlich sehr viele Male darin durch Berlin radeln, Flugzeuge besteigen und Feste feiern sehen – nur das Zusammenbauen eines Mofas, das muss noch warten.

Geboren und aufgewachsen in München begann Veronikas modische Laufbahn mit Modeljobs, bald wechselte sie auf die andere Seite der Kamera und wurde von der Modeassistentin zur Redakteurin, dann wieder ein Richtungswechsel ins Online-Luxury-Retailing, um bis vor Kurzem zurück beim Burda Verlag als Style Editor der deutschen Harpers Bazaar zu arbeiten. Im Moment lebt sie in Berlin, startete Anfang 2015 eine eigene Firma zusammen mit Julia Knolle, ihres Zeichens Ex-Editor-at-Large von Vogue Digital. Ach ja, ihre Leidenschaft sind Möpse.