Babyhaar

©Collage / Oriane Baud

Stella von Senger zeigt, wie man Babyhaare am besten stylt: ein bisschen Haaröl oder Haargel und schon entsteht ein glamouröser Look

Als ich bemerkte, dass Prada ernsthaft den “Baby Hair Look” bei der Frühjahr/Sommer 2016 Show durchzog und Valentino bei der Kollektion für Herbst/Winter 2016 folgte, konnte ich mir nicht anders helfen als mich zu fragen: Warum nennen wir das im Englischen eigentlich Babyhaare? Ich überlegte. War ich dem Trend nicht zwei Jahre voraus, als ich in LA war: schwanger werden, ein Baby bekommen, stillen und dann wächst alles Haar wieder nach, gerade richtig, um mit dem Look in der Front Row aufzutauchen. Wenn Ihr wisst, was ich meine…

 

Babyhaar Inspirationen von Valentino

Aber ernsthaft, wer hat diese kleinen süßen Löckchen nicht, die wir “Babyhaare” nennen? Und eine Menge Menschen scheinen ein Problem damit zu haben – als Haarstylistin wurde ich oft darum gebeten, sie “verschwinden zu lassen”. Leute, es ist 2016 und wir sollten das, was wir haben, mit Freude annehmen und stolz darauf sein.

Ich gebe zu, von Zeit zu Zeit stehe ich auch vorm Spiegel und kann nicht glauben, dass dieser Vokuhila wirklich meiner sein soll. Ich sehe aus wie meine Barbiepuppen von einst, als mein sechsjähriges Ich beschloss, ihnen einen Haarschnitt zu verpassen und es eine super Idee fand, dafür die Gartenschere zu benutzen. All das, damit sie schön aussehen. Taten sie nicht! Überlassen wir es Prada, etwas, das wir ärgerlich finden, auf die eleganteste Art in etwas Wunderschönes zu transformieren.

Also für alle Frauen, die diesen Look ausprobieren wollen, so geht’s:

Beginne hiermit

  1. Haaröl
  2. Haargel
  3. Haarwachs
  4. Haaspray
  5. Glanzspray.

(Wähle eines der Produkte aus oder benutzt gleich alle zusammen.)

Einen Kamm und ein Haarband wirst Du sicher ebenfalls gut gebrauchen können.

Das könnte auch ein Look für einen “Bad Hair Day” sein. Wenn Du keine Zeit hattest, Dir die Haare zu waschen und gerade auch kein Shampoo zur Hand hast (was eigentlich immer der Fall sein sollte, wie ich finde), dann gib einfach etwas Öl auf den Haaransatz. Sobald Dein Haar es völlig eingesogen hat, kämm das Babyhaar aus und drapiere es elegant um Dein Gesicht.

(Du wirst ein paar Strähnen abschneiden müssen, um den Look von Prada zu kopieren, was uns zurückführt zu der ganzen Tragödie mit meinen Barbies und der Gartenschere…)

Falls Dein Haar frisch gewaschen ist und Du diesen Look trotzdem tragen möchtest, kannst Du auch Haarwax oder Gel anstatt des Öls benutzen.

Der perfekte Kamm

Der Kamm von June Ainscough ist ein Haaraccessoire, das ich selbst nicht besitze, aber ich träume davon, wenn ich mich abends hinlege. Der klassische Schildpattlook ist einfach einer, der nie aus der Mode kommt. Jeder Kamm tut es tatsächlich, aber ich bevorzuge Alltagsobjekte in ihrer schönstmöglichen Form und Ausführung.

June Ainscough

Kamm, 20,00 € via Departmentstore Quartier 206

Das Haarband

Wenn es um Haarbänder geht, muss ich noch überzeugt werden. Aber der Invisibobble ist mein Retter für jeden Tag – und es ist mit Abstand auch die praktischste Lösung – und steht außer Konkurrenz in Sachen Schönheit. Zählt mir eine modische Frau auf, die nicht auf diesen Zug aufgesprungen wäre… in Berlin, zumindest.

In Sachen “Baby Hair Look” würde ich persönlich zu etwas Glamouröserem neigen. Dem Haarclip von Céline, zum Beispiel.

Haarwachs

Hier kann man zum Cremewachs von Rahua greifen. Die zu 100% natürlichen Haar- und Körperpflegeprodukte von Rahua sehen und riechen nicht nur fantastisch, sondern geben Deinem Haar auch die Spannkraft zurück, die ihm bei Deiner letzten Färbeaktion verloren gegangen sein mag. Das Wunderbare an Wachs ist, dass Du damit Dein Haar in den Griff bekommst, aber auch korrigierend eingreifen und herumprobieren kannst. Es bleibt im Vergleich zu Gel flexibel, das wiederum meist recht hart im Haar wird.

Rahua

Haarwachs, 32,00 € via Niche Beauty

Haaröl

Ich bevorzuge Öl für alles. Ich mache es auf meine Haare, mein Gesicht und meinen Salat. Die Möglichkeiten sind endlos, und soweit ich weiß, ist Rodin der Spitzenreiter.

Als ich das erste Mal auf Rodin stieß, während ich in LA lebte, weiß ich nicht, ob das im Himmel oder auf der Erde war. Linda Rodin, die Stylistin und frühere Fashion Redakteurin der amerikanischen Harper’s Bazaar, hat dieses magische Öl hergestellt, indem sie elf essentielle Öls miteinander kombiniert hat. Ehrlich wahr, dieses Öl als Haarstylingprodukt zu benutzen, ist ziemlich dekadent und glamourös. Aber hey, das braucht man als Frau doch ab und zu. Der Geruch ist so außergewöhnlich, er trägt Dich augenblicklich zurück in Deine unvergesslich schönen Toskanaferien.

Rodin

Haaröl, 74,00€ via Niche Beauty

Haarspray

Wenn Du sichergehen möchtest, dass Dein Haarstyling den ganzen Tag hält, dann solltest Du Haarspray benutzen. Und zwar Feed Your Hold von Yarok. Haarspray bringt mich oft zur Verzweiflung. Erinnerst Du Dich an den furchtbaren Geruch von Drogeriehaarspray? Nun, ich kann mich ziemlich gut daran erinnern und ich möchte das nie wieder riechen müssen. Aber dies hier erinnert mich einfach nur an eine Hängematte auf einem Boot, mit dem ich durch Brasilien reise. Es ist tatsächlich so gut, dass ich es auch als Raumspray benutzen würde.

Yarok

Haarspray, 33,00 € via Niche Beauty

Glanzspray

Und für alle, die kein Öl benutzen mögen, die sollten zu Glanzspray greifen. Das von  Mermaid Hair sieht auch noch so wundervoll aus, dass ich es sogar kaufen würde, um es nur anzugucken. Aber darüber hinaus sorgt es für superglänzendes, gesundes Meerjungfrauenhaar – klar, dass ich es so schnell wie möglich haben wollte. Insbesondere an grauen Berliner Wintertagen erinnern mich diese Haarprodukte an den Sommer, der so weit weg zu sein scheint, aber so bald kommen soll. Und in dem Moment, in dem Du aus der Dusche steigst, mit nassen Haaren Deine Zähne putzt… befindest Du Dich schon am Pool in Südfrankreich und nippst an einem Glas Aperol Spritz.

Mermaid Perfume

Glanzspray, 35,00 € via Niche Spray

übersetzung: nella beljan

Stella von Senger und Etterlin ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Sie hat 2013 ihren Studiengang Maskenbild für Theater und Film an der Theaterakademie August Everding in München mit einem Bachelor of Arts abgeschlossen. Nachdem sie in Paris und New York gelebt hat, ist sie um die Welt gereist und hat dann ihren Master of Special Effects SFX in Los Angeles gemacht. Darüber hinaus war sie verantwortlich für Haare und Make-up bei Magazineditorials für Vogue, L’Officiel, Qvest, Stern Mode, Condé Nast Traveller und viele mehr. Stella ist mit ihrer Familie gerade wieder nach Berlin zurückgezogen.