Meine Welt: Frances Davison

Das Magazin “So It Goes” fiel mir das erste Mal auf, als es eine Fotostrecke mit Dylan Rieder veröffentlichte. Der kalifornische Skater war gerade in Berlin unterwegs und lief mir auf der Straße entgegen – eine gute Freundin klärte mich über sein vielseitiges Talent auf und sofort holte ich meine Recherche-Hausaufgaben über ihn nach. Die gleiche Ausgabe enthielt auch ein Editorial mit Camille Rowe, spätestens damit war es um mich geschehen: Dieses kleine Indie-Heft hat mich seitdem mit wirklich jeder Ausgabe begeistert. Und offensichtlich nicht nur mich – die Hefte sind restlos ausverkauft. Spannend auch, was James Wright, Chef des Ganzen, hier über sein Magazinkonzept zu erzählen hat. Noch cleverer ist aber vielleicht, dass er die blutjunge Frances Davison für alle Modethemen eingestellt hat. Via Instagram beeindruckt sie mich täglich mit ihrem Gespür für Details: Der pinke Cadillac, die verzierte weiße Decke, die Archivfunde aus Modezeitschriften, ja sogar die Lunch-Fotos sind auf einmal mehr als total okay. Ihre Vorliebe für Jeans und alles, was damit zu tun hat, sind nicht zu vergleichen mit dem Content der üblichen “Jean Stories” – Frances postet diese Inhalte auf so herrlich unangestrengte Weise, dass wir sie und ihre Welt unbedingt vorstellen wollen.

Frances Davinson

Wie bestreitest Du Deinen Lebensunterhalt?

Ich bin die Moderedakteurin des Magazins “So It Goes” und arbeite zugleich freiberuflich als Stylist, Fotografin und Creative Consultant an verschiedenen Projekten.

Was hast Du gemacht, bevor Du Instagram erobert hast?

Mit 15 begann ich, einen persönlichen Blog zu schreiben, den führe ich inzwischen nicht mehr. Mittlerweile nutze ich Instagram als Plattform, mit der ich mir visuelle Notizen mache – ähnlich wie beim Blog damals. Mein iPhone, das ich erst seit Januar besitze, erleichtert es mir, mehr Bilder einzufangen.

Wo bist Du zuhause?

London.

Wie alt bist Du?

22.

Dein Stil in wenigen Worten?

Denim-lastig und im Aufbau.

Deine erste modische Erinnerung?

Absolute Hingabe zum Tomboy-ismus.

Dein ideales Frühstück?

Eine lange Mahlzeit mit guten Freunden, Obst (am liebsten Nektarinen und Kirschen), etwas Herzhaftes wie Kartoffeln und dazu eine Bloody Mary.

Welcher Song bringt Dich zum Tanzen?

“Hey Ma” – Cam’ron.

Welchen Filter von Instagram magst Du am liebsten?

Entweder gar keinen oder “Ludwig”. Ich mag echte Weißtöne.

Gibt es ein Buch, das Du mehrere Male gelesen hast?

One Flew Over the Cuckoo’s Nest” von Ken Kesey sowie alles von J.D. Salinger. Mein Lieblingsbuch ist wahrscheinlich sein “Raise High the Roof Beam, Carpenters and Seymour”. Nicht gerade ungewöhnlich, meine Lieblingsbücher, dennoch zählen sie zu den amerikanischen Klassikern.

Wer ist der Held Deiner Kindheit?

Muhammad Ali, wieso weiß ich gar nicht mehr.

Gibt es Schmuck, den Du jeden Tag trägst?

Einen Ring mit Gold und Rubin. Rubin ist mein Geburtsstein und den Ring hat mir mein Freund geschenkt. Darüber hinaus eine winzige Silberkette, die sich durch mein Ohr schlängelt und die meine beste Freundin für mich gefunden hat. Außerdem trage ich täglich verschiedene Silber- und Türkisringe.

Von welchen Designern erwartest Du Großes?

Ich mag Faustine Steinmetz und Marques Almeida unheimlich gerne, obwohl das nicht unbedingt neue Designer sind. Ich liebe Jeans und finde es toll, dass der Stoff endlich die wohlverdiente Aufmerksamkeit in der High Fashion bekommt.

Mit welchem Designer willst Du Dich von oben bis unten einkleiden, wenn Du eine Omi bist?

Wenn ich meine alten Tage auf meiner Ranch verbringe, werde ich Ralph Lauren anhaben und in New York dann Céline.

Welche Tasche wirst Du diesen Sommer tragen?

Meine Hosentaschen und meinen Koffer.

Deine Lieblingsfarbe?

Orange (erst seit letzter Woche).

Dein Stil-typisches Schuhwerk?

Wenn ich ehrlich bin: Converse! Aber die sind inzwischen auch zur Ikone avanciert.

Dein Traumauto?

Ich weiß nicht viel über Autos, aber letztes Wochenende habe ich Elvis’ quietschpinken Cadillac Fleetwood gesehen und der ist traumhaft.

Dein Lieblingstier?

Idealerweise wäre meine Antwort “Hunde”, aber ich will meinen Kater nicht kränken. Er ist total freundlich, wenn auch ein bisschen dumm.

Welche Blumen magst Du am liebsten?

Sonnenblumen.

Ganz oben in den Top 3 Deiner Fashion-Wunschliste?

  1. Tibi Denni Loafer – auch wenn die schon mehrere Kollektionen alt sind.
  2. Einen Hut von Lack of Color.
  3. Ein perfektes Stück aus Gingham, nur was genau, das weiß ich noch nicht.

Welche Serien kannst Du nicht aufhören zu schauen?

“Twilight Zone”, circa 2002-2003.

Welcher Drink schmeckt Dir am besten?

Der “Smokestack Mary” in der Foxlow Bar, London.

Dein Beauty-Geheimnis? Spezielle Haarstyling-Tricks?

Mit so viel Feuchtigkeit wie nur möglich. Für mein Gesicht mag ich die “Magic Cream” von Charlotte Tilbury, weil man die recht dick aufträgt. Für meinen Körper benutze ich Aveeno. Normalerweise schlafe ich mit nassen Haaren und bürste sie auch nicht, wie verwegen von mir! Ich kämpfe ständig mit meinen hartnäckig glatten Haaren und versuche, mit so wenig Aufwand wie nur möglich ein paar Wellen hereinzubekommen.

Deine Fashion-Ikone?

Ralph Lauren oder Liv Tyler in “Empire Records”.

An welchen Ort ziehst Du Dich am liebsten zurück?

Ein Ort, an dem ich noch nie war: Ich freue mich wahnsinnig darauf, Genua diesen Sommer zu besuchen und die pinken Häuser am Meer zu sehen. Außerdem war ich kürzlich auf Bali und fand es dort fantastisch.

Dein Lieblingsrestaurant?

Schwierige Entscheidung, aber ich glaube “Tonkotsu” in London, einfach weil die Ramen-Suppe dort so toll ist.

Dein Lieblingsshop?

Ich liebe es im Ausland in fremden Supermärkten einkaufen zu gehen.

Wo siehst Du Dich in zehn Jahren?

Ich hoffe sehr, dass ich irgendwann in Amerika arbeiten kann. Das ist mein größter Traum.

Julia hat 2007 einen der ersten Modeblogs in Deutschland mitgegründet und als Consultant für Digitale Strategien gearbeitet, nachdem 2010 ihr erstes Buch erschienen ist. Nach vier ereignisreichen Jahren bei Condé Nast, in denen sie hauptsächlich für den digitalen Bereich der deutschen Vogue verantwortlich war, entschloss sie sich, ihr eigenes Online Magazin zu gründen, gemeinsam mit der Partnerin ihrer Träume – mit Veronika Heilbrunner. Julia lebt und arbeitet in Berlin und liest gerne Bücher.